Exclusivinterview mit GEMA-Chefermittler und einem Piraten-Abgeordneten zum Thema Vorratsdatenspeicherung!

Die späte Festnahme von Milow (für viele zu spät) hat die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung wieder angefacht. Wir als Journalisten haben einen neutralen Standpunkt und lassen so beide Seiten zu Wort kommen.
EULENZOMBIE sprach daher mit dem Chefermittler der GEMA, der anonym bleiben muss, und mit einem Abgeordneten der Piratenpartei, der, weil er den Chefermittler der GEMA gesehen hat, ebenfalls anonym bleiben muss.
EULENZOMBIE: Zunächst einmal vielen Dank für ihr Erscheinen und das Exklusivinterview.

GEMA: Ich danke auch für diese Plattform, um das Thema, welches mir am Herzen liegt, zu vertreten.

Pirat: Gern geschehen, der nächste Wahlkampf finanziert sich ja auch nicht von selbst.

EZ: Herr G., wie hätte denn die Vorratsdatenspeicherung in diesem konkreten Fall geholfen?

G: Nun ja, da das Material von Milow natürlich hochgradig illegal war, wurde es nur von Raubkopierern übers Internet verbreitet. In diesem Fall taten sie sich sogar mit Angestellten von Plattenläden und Technikläden zusammen, die legal wirkenden CDs verkauften und den Gewinn in ihre eigenen Taschen steckten. Auch Radiomoderatoren wurden mit ins Boot geholt und verdienten sich an den Werbeeinnamen eine goldenen Nase, ohne jemals Lizenzen für die Aufführung des Stückes gekauft zu haben, weil es diese natürlich gar nicht gab. Hätten wir Vorratsdatenspeicherung gehabt, hätten wir die Hintermänner erheblich schneller ausfindig machen können und damit zum einen die Verbreitung des Materials effektiver stoppen und zum anderen Milow schneller fassen können. Dadurch wäre der von ihm angerichtete Schaden natürlich erheblich geringer ausgefallen.

P: Ich bin der Ansicht, dass gerade durch die Illegalisierung dieser Scheibe der großer Erfolg des kranken Künstlers erst ermöglicht wurde. Würde man das ganze etwas lockerer gehandhabt haben, hätte Milow nie diese Plattform bekommen und sein Album wäre nur eine weitere perverse Platte in der Schmuddelabteilung des Musikladens geblieben. Zudem hat Herr G. ja hier auch einen der Hauptkritikpunkte an der Vorratsdatenspeicherung aufgebracht: Er wollte „die Verbreitung des Materials effektiver stoppen“. Wer sagt denn, dass dieses Material nur immer entartete Musik ist und nicht vielleicht auch regierungskritischer Rechtsrock oder einfach nur ein Pirateninterview, dass den Herrschenden vielleicht gerade nicht in dem Kram passt?

EZ: Naja, Herr P., da übertreiben sie jetzt aber sicher etwas. Aber in abgemilderter Form mag die Kritik ja vielleicht sogar gelten, was erwidern sie darauf, Herr G.?

G: Es ist doch offensichtlich, dass hier ein Raubkopierer sitzt, der nur seinen Arsch retten will, entschuldigen sie den Ausdruck. Das diese Verbrecher nun auch noch eine eigene Partei gründen, die für sie Lobbyismus betreibt, zeigt doch, wie stark organisiert diese Szene ist.

P: Ich weise diesen Vorwurf von mir! Wir Piraten setzen uns zwar für eine Reform des Urheberrechtes ein, aber diese soll nicht das sogenannte „Raubkopieren“ legalisieren, sondern den Künstlern helfen, im neuen Markt des Internets erfolgreich zu sein, ohne den Großteil ihres Geldes reichen Plattenbossen in den Arsch schieben zu müssen, entschuldigen sie den Ausdruck. Zudem haben wir auch durchaus noch andere Themen.

EZ: Das klingt ja alles sehr bedenklich, Herr G., und sehr vage, Herr P. Aber geben wir ihnen doch ruhig mal die Chance, diese „anderen Themen“ anzusprechen, auch wenn sie eigentlich nicht zu unserem Thema, der Vorratsdatenspeicherung passen.

P: Ähm, ja, hm, [druckst herum] also wir haben da diese Idee von einem bedingungslosen…

G: Sie sehen, alles nur Heiße Luft! Aber kommen wir doch zurück zum Thema.

EZ: Ja. Nun, Herr G., die Vorratsdatenspeicherung wurde ja vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig angesehen und gekippt. Warum war das ein Fehler?

G: Nun ja, das ist doch offensichtlich: Weil wir sie brauchen! Ohne Vorratsdatenspeicherung geht es nicht. Kleinliches Auslegen der Verfassung kann doch den Fakt nicht aus der Welt schaffen, dass die Vorratsdatenspeicherung dem Wohl Aller dient! Und genau diesem Wohl sollen doch auch der Staat und die Gesetze, also auch die Verfassungsrichter dienen!

P: Aber sie haben doch soeben selber bewiesen, dass sie auch ohne Vorratsdatenspeicherung Erfolge vorweisen können! Milow wurde gefasst, und dass nur mit strafrechtlichen Mittel und Ermittlungsmethoden, die es bereits heute gibt.

G: Ja, aber zu welchem Preis? Millionen Menschen sind von seinem Lied Traumatisiert worden! Großes Leid hätte durch die Vorratsdatenspeicherung verhindert werden können.

EZ: Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Wir bedanken uns für dieses Interview. Mehr zu dem von Milow verursachten Leid finden sie auch in unseren Interviews mit Opfern.

 

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Ein Gedanke zu „Exclusivinterview mit GEMA-Chefermittler und einem Piraten-Abgeordneten zum Thema Vorratsdatenspeicherung!

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