Repetition

Dir, Pöbel des Internets!

Zur Erbauung, so es denn taugt. Sonst nimm es leichten Herzens und lache. Stille Wasser mögen tief sein, doch trockene Brunnen führen kein Wasser. Aber sind sie deshalb weniger tief? Die Antwort wartet in folgendem Gedicht.

Es ist Zeit

Es ist Zeit!
Wann hat die Angst gesiegt über offene Türen hin zu leuchtender Dunkelheit?

Schwer ist der Geist der
Schwer isst der Geist der
Schwer ist der Geist der
Schwer isst der Geist der
  [beginne wieder von vorn]
              Oder von hinten!

Wie wäre das?
      Nicht etwas das du magst
      Als du so da lagst
      Und noch immer nicht wagst
      Und noch immer dich fragst
Weil du nicht:
      Magst
Und nicht:
      Wagst
Sondern nur:
      Lagst
Und:
  Fragst Fragst Fragst Fragst Fragst Fragst
  Fragst Fragst Fragst Fragst Fragst Fragst
  Fragst Fragst Fragst Fragst Fragst Fragst
  Fragst Fragst Fragst Fragst Fragst Fragst Nagst

Jedes Wort drehen und winden
Hineinzusteigen und nicht mehr!
 Herauszufinden
Was du eigentlich wolltest

Aber wer weiß das schon?
  [dieses gedicht ganz sicher
              nicht]

Was haben wir gelernt?

Wiederholung: Wiederholung
  [zu einfach, mehr elan bitte]

Wiederholung: Alles was bisher geschah
  [nicht zielstrebig genug]

Widderholung: Substantiv, feminin; Verballhornung des Wortes „Rehkapitulation“, frei erfunden; beschreibt die traditionelle Jagd nach einem Hol (Paarhufer) bei eingeborenen Alpenstämmen; dient dem Beweis der Männlichkeit und der Festigung des Patriarchats
  [nur leidlich besser; egal]

Freundlicher Schlusssatz:
Das nächste Mal wird es besser
  [vorne wieder am beginn]

Einfache Einsätze, Einfältig Eingefädelt

Das Internet zerstört dein Leben.
Wer das sagt, lebt auch Glutenfrei.
Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.
Früher war alles besser.
Die Leute denken einfach nicht nach.
Das interessiert doch niemanden.
Das sind halt so Naturgesetze.

Die Jugend von Heute hat keinen Respekt mehr.
All Cops Are Gay.
Diese verweichlichte Feminismuskultur macht meinen Sohn noch zur Schwuchtel.
Die Linksextremen sind doch genau so schlimm.
Deutschland geht vor die Hunde.
Die Presse lügt.
Son‘ kleinen Hitler bräuchten wir mal wieder.
Es war ja auch nicht alles schlecht.

PS: Dies ist kein Konsistenzartikel, nur ein Gedicht zum Sonntag (Bluttrinker Edition). Es gibt keine Konsistenzartikel mehr, es hat auch noch nie welche gegeben. Konsistenz ist eine Illusion. Zeit ist eine Illusion. Artikel sind eine Illusion. Alles ist eine Illusion. Wach endlich auf! Das Internet zerstört dein Leben!

Gedicht zum Sonntag

Sonntagnachmittag

Im folgenden Gedicht haben sich einige Fehler eingeschlichen. Können Sie sie finden?

Spätnachmittagliche Sonne, weitestgehend blauer Himmel. Eine Straße gesäumt von großen Häusern mit gut gepflegten Vorgärten. Im Hintergrund befindet sich ein Wald an dessen Saum einige Autos von Hundebesitzern geparkt sind. Die Straße ist fast menschenleer, nur an der Kreuzung Richtung Stadtinneres herrscht etwas Verkehr. Die Luft ist kühl, aber die Sonne warm.
Jemand kommt joggend aus dem Wald und folgt der Straße in Richtung Kreuzung. Der Wald war voll von Hunden und Herrchen. Eine schwarze Katze steht auf dem Bürgersteig, auf dem der Jogger läuft. Auf der anderen Seite der Straße steht eine Alte Dame, die anfängt zu rufen, als sich der Jogger der Katze näher: „Hasi! Hasi!“
Die Katze duckt sich als der Jogger näher kommt. Die alte Dame ruft noch immer: „Hasi! Hasi!“ Der Jogger läuft vorbei, die Katze bleibt wo sie ist und die alte Dame ruft weiter: „Hasi ! Hasi!“
Dann ist alles vorbei.

Siebter Teil

Dir, Pöbel des Internets!

Und nun!

Die Fußgängerzone hinab

Die Fußgängerzone hinab. Bunte Plakate und laute Musik dringen aus den Geschäften hinaus in die berauschte Menge längst betäubter Passanten. Diese stapfen mit glasigem Blick, nehmen nur noch wahr, was bunt und laut genug ist, drängen aneinander vorbei, eine zähe Masse. Ein Kind schreit, seine Mutter hastet mit dem Kinderwagen über die grauen Steine; Von Geschäft zu Geschäft, kauft, kauft, kauft. Das Kind schreit. Es sitzt in seinem Kinderwagen, gekleidet in einen kleinen Anzug, das Gesicht glattrasiert. Es schreit „Mehr, mehr, mehr!“ Die Mutter hastet, rennt, springt. Sie wird überfahren. Das Kind reist weiter mit Ökostrom.

Und nun: Frage dich nicht, tanze lieber ein wenig!