Einfache Einsätze, Einfältig Eingefädelt

Das Internet zerstört dein Leben.
Wer das sagt, lebt auch Glutenfrei.
Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.
Früher war alles besser.
Die Leute denken einfach nicht nach.
Das interessiert doch niemanden.
Das sind halt so Naturgesetze.

Die Jugend von Heute hat keinen Respekt mehr.
All Cops Are Gay.
Diese verweichlichte Feminismuskultur macht meinen Sohn noch zur Schwuchtel.
Die Linksextremen sind doch genau so schlimm.
Deutschland geht vor die Hunde.
Die Presse lügt.
Son‘ kleinen Hitler bräuchten wir mal wieder.
Es war ja auch nicht alles schlecht.

PS: Dies ist kein Konsistenzartikel, nur ein Gedicht zum Sonntag (Bluttrinker Edition). Es gibt keine Konsistenzartikel mehr, es hat auch noch nie welche gegeben. Konsistenz ist eine Illusion. Zeit ist eine Illusion. Artikel sind eine Illusion. Alles ist eine Illusion. Wach endlich auf! Das Internet zerstört dein Leben!

Konstant Mordende Adventszeit Profunder Trauer

Nachdem im letzten Text Unleserlichkeit auf der Wortebene erzeugt wurde, ist in diesem Artikel die Satzanordnung Anlass der Verwirrung. Mit großer Besorgnis verfolge ich die Ereignisse in den USA, wo nach dem Tod von Michael Brown das Thema der bereits länger vorherrschenden Polizeigewalt (viel zu häufig gar mit Todesfolge) gegenüber der afroamerikanischen Bevölkerung endlich gebührende Aufmerksamkeit erlangt. Dies wird bewerkstelligt, indem mehrere voneinander unabhängige Texte zu einem Text zusammengefügt werden, wobei die Sätze quasi verzahnt werden. Bald nun ist Adventszeit. Dadurch wird, wie seit langem nicht mehr, der nach wie vor starke Rassismus vieler Bevölkerungsschichten offenkundig. Das Ziel einer solchen Übung muss natürlich sein, niemals zwei Sätze des selben Textes aufeinander folgen zu lassen, ja, eventuell sogar jeden Text so weit wie möglich auseinander zu ziehen. Was bedeutet das für säkulare Menschen? Erschreckend sind allerdings in erster Linie die offensichtlichen Probleme des Justizsystems, unverhältnismäßige oder gar vollends unnötige Polizeigewalt sowie offensichtliche Fehlverhalten zu bestrafen. Im gleichen Sinne lässt sich diese Frage natürlich für sämtlichen religiösen Feiertage stellen, die in der Gesellschaft so stark präsent sind, dass auch nicht-Gläubige unweigerlich daran Teil haben. Da die Sätze keinerlei oberflächliche Kennzeichnung tragen, lassen sie sich nur auf Grund ihrer Semantik zuordnen. Wer Weihnachten Newtons Geburtstag (quadruple capitalisation combo!!!!) feiert, muss ja keinesfalls auf die Konnotationen des Festes verzichten. Eine Frage, die sich mir stellt, ist, ob extrem Lange Sätze für mehr Verwirrung sorgen, weil sie andere Texte stärker zerreißen und in sich schwer verständlich sind, so dass eventuell auch die Zuordnung schwieriger wird (was bei diesem Satz freilich nicht der Fall ist), oder ob sehr kurze Sätze einen größeren Effekt haben, da es mehr Sprünge gibt und die Sätze aufgrund des geringen Informationsgehalt unter Umständen schwerer einzuordnen sind. Ähnliches lässt sich wohl auch für den Advent sagen, der als Zeit der Stille, des Bedenkens und der Ruhe ja trefflich mit dem Wintereinbruch einher geht, welcher z.T. ähnliche Effekte in der Natur auslöst. Als wir in dieser Kirche saßen, nicht wissend was zu tun, nicht fähig etwas zu tun, wartend und geschockt, begann Herr Schmidt Orgel zu spielen. Dies lässt sich vielleicht herausfinden. Obwohl bei uns häufig der Polizei vorgeworfen wird, sie sei auf dem rechten Auge blind, was zumindest beim Verfassungsschutz auch klar der Fall war, und sich auch bei dem Angriff auf ein Rathaus in Dortmund nach der Europawahl gezeigt hat, werden zumindest nicht auf offener Straße Menschen erschossen, nur weil sie eine dunklere Hautfarbe haben und irgend jemand im Notruf behauptet, sie könnten bewaffnet sein. Dass diese Bedeutungen einen starken Kontrast zum Trubel der Weihnachtsmärkte bilden, ist natürlich Bekannt. Natürlich hängt dies auch mit einer anderen Schusswaffenkultur zusammen, hierzulande macht die Polizei insgesamt viel seltener von der Dienstwaffe Gebrauch, da die Bevölkerung erheblich geringer bewaffnet ist, was das Risiko für die Beamten senkt. Mal schauen. Wir saßen zwischen dem Schmerz, der Sorge und Angst, zwischen der grandiosen Schönheit der Musik und den Tränen, zwischen anderen Menschen, die ähnlich sich fühlten und doch kaum zueinander fanden, in diesem Moment, zwischen Leben und Tot. Es gibt jedoch zu denken, wenn in Staaten, in denen es erlaubt ist, mit deutlich sichtbaren Sturmgewehren auf dem Rücken herumzulaufen, die Polizei nur dann eher schießt als Fragen zu stellen, wenn der Verdächtige kein Weißer ist. Letztendlich würde allerdings ein rational denkender Mensch positiv erscheinende Effekte nicht an arbiträre Feiertage knüpfen, sondern versuchen, diese durchgängig im Jahr zu erreichen. Natürlich lässt sich argumentieren, dass es sich bei sämtlichen Vorfällen von ungerechtfertigter Tötung um Einzelfälle handelt, und sicherlich sind nicht alle Polizisten in den USA Rassisten, die in jedem Schwarzen eine direkte Bedrohung für ihr Leben sehen. Aber da sich endlich auch mal inhaltlich interessante Texte in diesem Artikel finden, möchte ich deren Struktur nicht notwendigerweise durch bewusstes Einfügen extrem langer oder sehr kurzer Sätze schädigen, dieser Text natürlich ausgenommen, da es sich ja ohnehin nur um die übliche Selbstbezüglichkeit handelt. Dennoch können die unweigerlich wahr genommenen Feiertage als Erinnerung dienen, was mir ein besserer Nutzen zu sein Scheint, als an ihnen zynisch Symptome eines angeblichen gesellschaftlichen Verfalls zu diagnostizieren. Das Problem ist jedoch, dass diese Vorfälle für die Polizisten so gut wie nie rechtliche Folgen haben. Es passierte so viel zugleich, doch die Vergangenheit stand Fest und die Zukunft lag nicht in unseren Händen. Wenn die Polizei keine Konsequenzen für ihre Fehler oder gar absichtlichen Morde zu tragen hat, gleichzeitig aber das ganze alte Militärequipment vom Verteidigungsministerium hinterher geschmissen bekommt, ist das doch in hohem Maße bedenklich. Daher möchte ich eher dazu aufrufen, anstatt zum wiederholten Male auf die kapitalistischen und heuchlerischen Aspekte der Advents- und Weihnachtszeit hinzuweisen (wie es ja im übrigen innerhalb der religiösen Gemeinschaften genau so geschieht, wenn auch weniger zynisch), lieber einen Anlass zur Selbstreflektion wahrzunehmen. Der weitere Teil dieses Textes wird daher als Werkzeug dienen, um eine möglichst schöne Schachtelung zu erreichen. So könnte man zum Beispiel darüber nachdenken, ob es nicht endlich Zeit ist, einen seit Jahren überfälligen Weihnachtsartikel zu verfassen und veröffentlichen. Nun, wo die Zukunft Vergangenheit geworden, denke ich zurück an diesen Moment, ich fühle, als hätte ich damals ein Stück besser verstanden, was es bedeutet, Mensch zu sein. Daraus ergibt sich auch die endgültige Länge des Textes, da einfach Sätze hinzugefügt oder weg gelassen werden können weil es den Inhalt kaum beeinflusst. Ja, richtig gelesen, dieser ganze pseudophilosophische und „höchstwahrscheinlich irgendwie gesellschaftskritisch“e Sermon war lediglich als passiv-aggressive Aufforderung an einen gewissen Mitautor gedacht, der hier schon seit langem nichts mehr gepostet hat. Es bleibt zu hoffen, dass die nun losgetretene Debatte um Rassismus und Polizeigewalt, zusammen mit den damit einher gehenden Protesten, einen positiven Einfluss auf die Situation hat und sich in absehbarer Zukunft niemand mehr fürchten muss, nachts auf die Straße zu gehen, nur weil er in ein spezifisches „Täterprofil“ passt. Über das Konzept der „neutralen“ Wörter oder gar Sätze, die keinen eigentlichen Inhalt haben, aber durch den bloßen Effekt der Textverlängerung den Eindruck des Lesers verändern, wurde ja bereits in einer gewissen englischen Monstrosität geschrieben. Aber vielleicht können diejenigen unter den Lesern, die noch nicht ausreichend Selbstreflektion betreiben (und in diesem Falle möchte ich niemand Bestimmtes ansprechen), dennoch einen Nutzen daraus ziehen. Ich wünschte bloß, es gäbe eine besseres Ende.

Konstant Zählende Konsistenz

(1)In (2)diesem (3)Text (4)werden (5)alle (6)Wörter, (7)welche (8)mehrfach (9)auftreten (10)durch (11)die (12)Position (13)ihres (14)ersten (15)Auftretens (16)im >3< (18)ersetzt. (19)Mich (20)interessiert (21)dabei, (22)wie (23)lang (24)wohl (25)ein >3< (27)sein (28)muss, (29)damit (30)verschiedene (31)Meilensteine (32)erreicht >4<. (34)Als (35)solche >31< (37)würde (38)ich (39)unter (40)anderem (41)folgende (42)vorschlagen:

  • >5< (44)Artikel (45)und (46)Konjunktionen >4< >34< (49)Zahl (50)geschrieben
  • (51)Der >3< (53)wird (54)komplett (55)unlesbar >45< (57)verkommt (58)zu (59)einer (60)Entschlüsselungsaufgabe;
  • (61)Es (62)treten (63)keine (64)Pronomen >45< (66)Präpositionen (67)mehr >34< (69)ausgeschriebenes (70)Wort (71)auf;
  • (72)>67< >34< >11< (75)Hälfte (76)aller (77)Worte (78)sind >10< (80)Zahlen >18<
  • >61< >62< (84)nahezu >63< (86)ausgeschriebenen >77< >67< >71< ((90)das (91)Verhältnis (92)ausgeschriebener >6< >58< >80< (96)welches (97)jemanden (98)dies (99)so (100)wahrnehmen (101)lässt, (102)steht (103)zur (104)Debatte);
  • >51< >3< >53< (108)wieder (109)halbwegs (110)flüssig (111)lesbar (112)für (113)Menschen, >11< (115)ihn (116)bis (117)dahin (118)entziffert (119)haben ((120)weil (121)sie >11< (123)meisten (124)Substitutionen (125)schon (126)auswendig (127)kennen).

>11< (129)Reihenfolge, >1< (131)welcher (132)diese >31< >9<, >28< >21< (137)auch (138)nicht >51< (139)hier (140)gewählten (141)entsprechen, (142)sondern (143)müsste (144)ebenfalls >10< (146)einen (147)ausreichend (148)langen >99< (150)konstruierten >3< (152)ermittelt >4<. (154)Natürlich (155)ist (156)dieser (157)ganze (158)Vorgang (159)vermutlich (160)ziemlich (161)müßig, >120< >61< (164)sich (165)um >54< (167)konstruierte (168)Fragestellungen (169)über (170)ein >54< (172)konstruiertes (173)Konzept (174)handelt.

(175)Möglicherweise (176)lassen >164< (178)Erkenntnisse >169< >11< (181)Sprache (182)des (183)Textes (184)ableiten, (185)z.B. >11< (187)Häufigkeit (188)mit >51< >164< >6< (>1< (193)exakt (194)gleicher (195)Form) (196)wiederholen, (197)aber >11< (199)Methode >53< (201)kaum (202)effizient >112< >90< (205)Erlangen (206)solcher (207)Kenntnisse >27<. (209)Interessant, >197< >144< (212)unpraktikabel (213)könnte (214)zudem >11< (216)Beobachtung (217)>182< (219)Leserverhaltens >27<, >185< >51< (223)Punkt, (224)ab (225)dem >51< >3< (228)unleserlich >53<. (230)Ob >164< (232)daraus (233)jedoch (234)neue >178< >169< (237)Sprachverstehen (238)oder (239)anderes >184< (241)ließen, >155< >232< (244)Fragwürding. >1< (246)jedem (247)Fall (248)wäre >61< >54< (251)unwissenschaftlich, >25< (253)Experiment >58< (254)machen, (255)ohne (256)vorher (257)festzulegen, >7< (259)Hypothese >29< (261)untersucht >4< (263)soll. >197< >154< >78< >132< (268)Texte >63< (270)wissenschaftlichen (271)Experimente, >142< (273)lediglich (274)kleine (275)Spielereien >188< >181< >257< (279)höheren (280)Anspruch >71< (282)Erkenntnisgewinn >238< (284)dergleichen.

(285)Da >121< >197< (288)durchaus >138< >34< (291)Unterhaltung (292)gedacht >78<, (294)möchte >38< >90< >173< >139< >137< >71< >11< (302)Spitze (303)treiben, >285< (305)sonst (306)jede (307)mögliche (308)Freude (309)am (310)Lesen >10< >11< (313)langwierige >45< (315)sinnlose (316)Entzifferungsarbeit (317)zunichte (318)gemacht >53<. (320)Wenn (321)mal (322)jemand >25< (324)paar (325)Stunden (326)Zeit (327)verschwenden (328)will, (329)kann >132< (331)Person (332)ja >146< (334)Parser (335)schreiben, >51< >132< (338)Ersetzungen (339)automatisch (340)vornimmt, >45< (342)mir (343)dann >170< (345)Version (346)von „(347)Sleepless >1< (349)Saarbrücken“ (350)per (351)E-Mail (352)schicken, >11< (354)noch (355)erheblich (356)unlesbarer >155< >34< >90< (360)Original (361)bereits.