Einfache Einsätze, Einfältig Eingefädelt

Das Internet zerstört dein Leben.
Wer das sagt, lebt auch Glutenfrei.
Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.
Früher war alles besser.
Die Leute denken einfach nicht nach.
Das interessiert doch niemanden.
Das sind halt so Naturgesetze.

Die Jugend von Heute hat keinen Respekt mehr.
All Cops Are Gay.
Diese verweichlichte Feminismuskultur macht meinen Sohn noch zur Schwuchtel.
Die Linksextremen sind doch genau so schlimm.
Deutschland geht vor die Hunde.
Die Presse lügt.
Son‘ kleinen Hitler bräuchten wir mal wieder.
Es war ja auch nicht alles schlecht.

PS: Dies ist kein Konsistenzartikel, nur ein Gedicht zum Sonntag (Bluttrinker Edition). Es gibt keine Konsistenzartikel mehr, es hat auch noch nie welche gegeben. Konsistenz ist eine Illusion. Zeit ist eine Illusion. Artikel sind eine Illusion. Alles ist eine Illusion. Wach endlich auf! Das Internet zerstört dein Leben!

Lyrische Fragmente eines Bahnreisenden

Dir, Pöbel des Internets!

Ich denke es ist an der Zeit, dass ich mich bekenne; mich bekenne zur Bahn, zur Zugfahrt, zum gemächlichen Dahingleiten durch die Landschaft auf Schienen. Ich fahre nicht ungern Bahn, auch wenn ich das Unternehmen mit gleichem Namen für durchaus kritikwürdig erachte. Leider jedoch kommt man um Die Bahn nicht herum, möchte man mit der Bahn fahren. Um nun den nicht ganz preiswerten Genuß des Reisens auf stählernen Rädern vollends auszukosten wählt der Kenner natürlich den Nahverkehr um mit gleichnamigem Ticket tatsächlich den ganzen Tag quer durchs Land zu fahren. Soviele Personen kommen und gehen, so viele Panoramen ziehen am Fenster vorbei, dass natürlich der Kuss der Poesie auf solch einer Reise unausweichlich ist. So sind auch die folgenden Texte entstanden.

Das Suppenhuhn

Das Huhn kochte im eigenen Sud
Es ließ sich gehen, schwitzte in der Hitze
Völlig nackt und ohne Federn oder Haut

Das Huhn es war nur blankes Fleisch
Sorgsam entkleidet von des Bauers Hand
Die es zuvor genährt und großgezogen

Das Huhn ließ sich gehen in
Der kochenden feuchten Hitze
Und der Bauer verschlang gierig sein junges Fleisch

 

Hier ist noch kein Frühling hingelangt

schienen schlängeln sich von ort zu ort

vorbei an häusern aus dem letzten jahrtausend bewohnt von menschen

vorbei an großen hallen aus rotem backstein, die zerschlagenen fenster erlauben einen blick in das innere, leere, rostige metallstreben ragen aus den mauern heraus, noch immer ihre exakte deutsche geometrie beibehaltend, ein vergilbtes banner an der außenwand kann keiner mehr lesen

vorbei am toten holz des winters, verdorrtem gestrüpp, gelbem gras gespickt mit alten dosen, tüten, papier, nadeln, dreck, unrat, müll uns hin und wieder eine halb verfallene mauer, eine verlassene hütte übersät mit graffitis die auch schon blaß und abgeblättert sind, ein autowrack völlig ausgenommen, eine leere hülle

vorbei an großen lettern, auch verblasst, an einem gebäude, rostige rohre gehen hinein und hinaus, ein abgezäuntes areal aber eher zum schutz der neugierigen denen hier der boden unter den füßen wegbrechen könnte

vorbei an einer sauber geputzten madonna in einem strahlend weißen heimzwischen akkurat gemachten gärten

hier ist noch kein frühling hingelangt

 

Der Südwestexpress

Der weiße Phallus fährt am Bahnhof ein
Ein Schwall von Menschen ergießt sich aus ihm bevor man selbst einsteigt
Das Interieur ist modern in weiß und schwarz gehalten
Die Polster hart und werden geziert von modischen Rautenmustern
Die Kopfstützen schwarzes Lederimitat
Armstützen und die obligatorischen aufklappbaren Abstellflächen sind in dunklem Plastikholz gehalten
Die Türbereiche brechen mit dem Schema und leuchten in blauem BlauGroße Überraschung: Die Türen piepen unterschiedlich beim Öffnen und Schließen
Der Gesamteindruck: Hier sitzt man in der Zukunft
Die alte Ranzigkeit der Regionalexpresse wurde zurückgelassen und macht einer modernen Funktionalität und Kälte platz
Dieser Phallus verrichtet seine Arbeit mit präziser Efizienz
Für Spaßan der Sache gibt es hier keinen Platz mehr

Macht das dem Zug zu schaffen?
Vielleicht
Zumindest sind die ganze Zeit Geräusche zu hören die einem schwer Atmenden Röchelnden zuweilen auch Ertrinkenden nicht unähnlich sind

Annegret K.-K.

Dir, Pöbel des Internets!

In der heutigen hoch technologisierten Welt ist es jedem Deppen möglich visuelle und auditive Eindrücke digital festzuhalten und viele tun dies denn auch. Die Qualität ist dabei meist mit schlecht noch euphemistisch ausgedrückt und niemand hat einen Mehrwert von diesen Erzeugnissen; Der Konsument ärgert sich über die verschwendete Zeit und der Erzeuger bekommt die Häme. Ich habe nun auch etwas aufgenommen. Nicht visuell, aber auditiv.

Das, was ich aufgenommen habe, könnte man als Musik bezeichnen, aber da solch große Musiker wie Beethoven, Mozart, Charlie Parker, Elvis, die Beatles, Jimi Hendrix, Iron Butterfly, Led Zeppelin, Pink Floyd, Queen und die Ärzte Musik machten, kann man meine Aufnahme wohl nicht dazu zählen.

Dennoch habe ich ein klassisches Stück als musikalische Grundlage genommen und nur die Worte ein wenig verändert; So das sie zu einer ganz besonderen Frau passen. Diese Frau heißt Annegret und von ihr handelt dieses Lied. (Was reimt sich eigentlich auf Juristen?)

Oh, wie schön ist das Saarland

Dir, Pöbel des Internets!

Nach dem gewaltigen letzten Artikel vom bluttrinker, der einer undurchdringlichen Mauer (engl.: wall, vgl. auch: the Wall) aus Worten gleicht, nun den Zugang zu den von der Zeit vergessenen Artikeln vergangener Tage versperrt, kann ein Beitrag aus Worten natürlich nur kümmerlich, vielleicht gut gemeint, aber dennoch ohne die notwendigen Quantitäten gelten.
Um jedoch auch ein ehrwürdiges und wiederholtes Schweigen dieses Blogs zu verhindern, während eine Horde marodierender Monate über das Land zieht, Chaos und Verwüstung hinterlassend, und um peinliche Gespräche über das Wetter zu verhindern, erfolgt nun ein Beitrag in bildlicher Form:

Großes ensteht immer im Kleinen.(Ich entschuldige mich für die schlechte Bildqualität, aber es lag leider keine bessere Vorlage dieses saarländischen Kulturguts vor. Hintergrund dieses Bildes ist die aktuelle Image-Kampagne des Saarlandes.)