Eine (unausgereifte) Metakritik der AFD-Kritik

Die AFD Baden-Württenberg leugnet den Einfluss der Menschheit auf den Klimawandel (Seite 46f, die Süddeutsche berichtete). Es ist interessant, an dieser Stelle den inhaltlichen Unterschied zwischen einer Kritik der AFD-Flüchtlingspolitik und einer Kritik der AFD-Klimawandelleugnung herauszustellen.

Wer die AFD Flüchtlingspolitik kritisiert, kritisiert damit auf fundamentaler Ebene die zugrunde liegende Philosophie. Die AFD steht für eine Flüchtlingspolitik, die Deutschland und den Deutschen hilft. Auch dazu was die Begriffe Deutschland und Deutsch bedeuten, hat sie eine Meinung. Die zugrundeliegende Philosophie ist der Nationalismus, welcher auf dem folgenden Axiom basiert: „Die Menschen in meiner Nähe (Bsp.: meine Freunde, meine Familie, mein Dorf, mein Land) sind wichtiger als die Menschen außerhalb meiner sozialen Zirkel (Bsp.: Ausländer, nicht-Europäer, andere Kultur, andere Religion).“
Dies deckt sich mit der intuitiven Wahrnehmung. Auch, wer dieses Axiom ablehnt, fühlt stärker, wenn ein Familienmitglied (nah) stirbt, als wenn ein unbekannter Mensch tausend Kilometer weit weg stirbt (selbst heute, wo die letztere Situation durch die Medien bekannt gemacht wird). Eine häufiges vertretenes philosophisches Axiom eines Kritikers der AFD-Flüchtlingspolitik ist „Alle Menschen sind gleich wichtig.“, aus dem dann implizit folgt, dass man sich auch für Menschen einsetzen soll, zu denen man keine emotionale (oder sonstige) Verbindung hat. Sicherlich lässt sich lange über diese Ansichten streiten, auch darüber, wie treffend ich sie hier formuliert habe. Oder darüber, dass die oberflächliche Debatte nie wirklich bis auf diese Kernpunkte vordringt, sondern aneinander vorbei geredet wird, weil die Gegenseite unbewusst mit den gleichen Grundannahmen modelliert wird. Ich möchte aber nun erläutern, warum ich eine Kritik an der AFD-Klimawandelleugnung für fundamental anders halte.

Wer die AFD dafür kritisiert, dass sie schreibt:

Die Klimaschädlichkeit des anthropogenen CO2 ist in der Fachwelt hoch umstritten, der deutsche Anteil am weltweiten CO2 Ausstoß ist verschwindend gering.

kritisiert auf einer anderen fundamentalen Ebene. Es wird nicht eine Philosophie kritisiert, sondern eine faktische Unstimmigkeit. Die gegensätzlichen Positionen sind: „Von Menschen freigesetzte Treibhausgase (unter anderem CO2) haben einen signifikanten Einfluss auf das Klima.“ gegen „Von Menschen freigesetztes CO2 hat keinen signifikanten Einfluss auf das Klima.“
Dieses Argument ist orthogonal zu dem obigen, denn auch ein Nationalist muss unter der Annahme, dass CO2 das Klima schädigt, zu dem Schluss kommen, dass auch seine eigene Nation davon betroffen ist und dementsprechend Handlungsbedarf besteht. Dabei muss diese Annahme auch keinesfalls sicher sein, nur Wahrscheinlichkeit multipliziert mit Schwere der zukünftigen Folgen müsste größer sein als die erforderlichen Kosten für eine Energiewende. Der nationalistische Ansatz zum Klimaschutz mag vielleicht ein anderer sein (dies schwingt in dem zweiten Halbsatz des Zitats mit, „sollen doch die anderen sparen“), doch den Mensch gemachten Klimawandel grundsätzlich nicht als Fakt zu erachten, folgt keinesfalls (oder zumindest nur indirekt auf der Ebene der Wahrheitstheorie) aus der philosophischen Grundeinstellung.

Warum ist mir diese Unterscheidung wichtig? Wie bereits erwähnt, wird bei diesen Diskussionen fast immer aneinander vorbei geredet. Dies ist im bei der Flüchtlingspolitik verständlich, da die zugrundeliegenden Annahmen sehr fern von den tatsächlich diskutierten Punkten stehen. Die AFD sagt dann, das es schlecht für unser Land ist, wenn zu viele unqualifizierte Flüchtlinge einwandern, und die Kritiker sagen, das es schlecht für die Geflüchteten ist, wenn wir sie nicht in unserem Land aufnehmen. Die Kritiker argumentieren, dass Geflüchtete eine große Chance darstellen da es ja eh an Nachwuchs fehlt. Die AFD sagt dann, dass unsere Kultur verdrängt wird, und wir lieber unsere Familien stärken sollten, damit es mehr deutschen Nachwuchs gibt. Das ist dann, als ob ein Atheist mit einem Christen diskutiert ohne dass die beiden vorher mal abgeklärt haben, dass sie sich in dem fundamentalen Punkt „es gibt einen Gott“ unterscheiden.

Im Falle der Klimawandelleugnung ist der zugrundeliegende Streitpunkt jedoch sehr offensichtlich. Das kann als Chance gesehen werden, tatsächlich eine sachliche Debatte zu führen. Ob diese Debatte dann zielführend ist, sein mal dahingestellt. Aber zumindest könnte man mal über das Reden, worum es wirklich geht, anstatt auf beiden Seiten nur mit emotionalen Totschlagargumenten um sich zu werfen.

NSA, Mit Freundlichen Grüßen

… Die Welt liegt uns zu Füßen
Denn wir steh’n drauf.

Dir, Pöbel des Internets!

Das Offensichtliche möchte offensichtlich getan werden und was ist im Anbetracht der Lage offensichtlicher?!
Also:

Warten auf Aufklärung

Eine Landstraße. Ein Baum. Abend.

ESTRAGON sitzt auf einem flachen Steinhaufen. Papiere liegen um ihn herum, die er zu verschiedenen Haufen sortiert, erschöpft inne hält, wieder durcheinander bringt, neu sortiert, etc.
Auftritt VLADIMIR.
E [Wirft die Papiere wieder durcheinander]: Da kann man nichts machen.
V: Es ist an der Zeit.
E [Klaubt die Papiere zusammen und steckt sie sich in die Taschen]: Mein lieber Vladimir, nach besten Wissen und Gewissen habe ich gearbeitet, den ganzen Tag. Ich bin bereit dir Rede und Antwort zu stehen.
V: Was steht in den Papieren?
E: Das kann ich nicht sagen.
V: Aber du hast sie doch gewissenhaft durchgearbeitet?
E: Nach besten Wissen und Gewissen.
V: Den ganzen Tag hast du sie studiert und analysiert.
E: Nach bestem Wissen und Gewissen.
V: Was also steht in ihnen?
E: Das kann ich dir nicht sagen. [Pause] Diese Papiere sind geheim und ich bin leider nicht befugt dir zu sagen, was ihr Inhalt ist.
V: Warum hast du mich also herbestellt?
E: Ich schulde dir Antworten.
V: Dann begleiche deine Schuld und sage, was in diesen Papieren steht.
E: Ich bin leider nicht befugt, dir dies zu sagen. Ich kann dir nur nach bestem Wissen und Gewissen antworten.
V: Wie kannst du nach bestem Wissen und Gewissen antworten, wenn du keine Befugnis hast irgendetwas zu sagen?
E: Das Recht ist meine Gewissen und mein Gewissen ist das Recht. Was nicht recht ist, ist gegen mein Gewissen und was gegen mein Gewissen ist, ist nicht im Recht.
V: Du hast mir also nichts zu sagen.
E: Ich habe dem von mir Gesagtem nichts hinzuzufügen.
V: Also kann ich wieder gehen.
E: Nein.
V: Weshalb sollte ich bleiben?
E: Du musst warten bis die Aufklärung kommt.
V: Warum?
E: Dann wirst du wissen, was in den Papieren steht.
V: Wer kann mich aufklären?
E: Ich.
V: Gibt es noch andere?
E: Ich hoffe nicht, aber man kann nie wissen.
V: Warum sollte ich also länger hier warten?
E: Um aufgeklärt zu werden.
V: Aber es ist niemand da, der mich aufklären würde.
E: Ich bin da.
V: Wieso solltest du mich aufklären, was in den Papieren steht.
E: Ich kenne ihren Inhalt. Ich habe sie lange studiert und kenne sie ganz genau.
V: Dann sag mir: Was ist ihr Inhalt.
E: Mit bestem Wissen und Gewissen, kann ich dir sagen …
V: Was? Was?
E: Der Inhalt der Papiere ist geheim. Ich habe dem nichts hinzuzufügen.
V [Zu sich selbst]: Was mache ich hier?
E [Feierlich]: Du bist hier, damit ich dir mit bestem Wissen und Gewissen …
V [Unterbricht]: Ich WEIß!
E: Warum fragst du dich also?
V: Warum willst du mir Antworten geben?
E: Ich bin es dir schuldig.
V: Welche Schuld bindet dich an mich?
E: Die Papiere.
V: [Überlegt] … Sie betreffen mich …
E: Ich habe dem nichts weiter hinzuzufügen.
V: Wenn die Papiere mich betreffen, so habe ich ein Recht darauf, zu erfahren, was in ihnen steht.
E: Mein Gewissen ist das Recht, das Recht ist mein Gewissen.
V: Und?
E: Ich sage nein.
V: Aber du kannst mir sagen, dass die Papiere mich betreffen?
E: Ich kann dir nach bestem Wissen und Gewissen antworten und sagen, dass ich dir diesbezüglich nichts sagen kann. Warum aber sonst sollte ich dich hergerufen haben? Aber bestätigen kann ich dir dies nicht.
V: Sollten die Papiere mich betreffen, so muss ich sie doch einsehen können. Es könnte mir sonst Schaden daraus erwachsen.
E: Ich bin ein Verwahrer geheimer Informationen und weiß mit solcherlei gewissenhaft umzugehen.
V: Aber …
E: Du bist unordentlich und nachlässig und geheime Informationen wären bei dir nicht sicher verwahrt. Wie die Überraschungsparty für Pozzo.
V: Woher weißt du …
E: Ich habe dem nichts weiter hinzuzufügen. Du kannst dich glücklich schätzen, dass ich hier bin und dir mit bestem Wissen und Gewissen Rede und Antwort stehe. Ich bin nur deinetwegen hier und hätte weit wichtigeres zu tun. [Zieht ein paar Blätter aus seinen Taschen und wedelt damit herum, bevor es sie zurückstopft]
V: Du arbeitest mit diesen Papieren?
E: Die Arbeit mit ihnen ist mein Leben. Sie sind komplex und schwierig zu verstehen und sie rauben mir den letzten Nerv. Und das alles nur, damit ich dir Rede und Antwort stehen kann …
V: … nach bestem Wissen und Gewissen …
E: … nach bestem Wissen und Gewissen.
V: Aber du wirst mir nichts verraten bis die Aufklärung kommt …?
E: Welch ein Verwahrer von Geheimnissen wäre ich denn dann?
V: Und du bist der einzige der mich aufklären kann …
E: Es mag andere geben, aber ich bin der Naheliegendste. Immerhin verwahre ich die Papiere auch nur für dich.
V: Nur für mich? Wer hat dir das aufgetragen?
E: Du selbst. Erinnerst du dich nicht? Es ist schon lange her.
V: Dann kann ich dir auch befehlen, mir den Inhalt der Papiere zu zeigen.
E: So einfach ist das nicht.
V: Warum nicht?
E: Du musst dich an das Recht halten. Und das Recht ist mein Gewissen.
V: Aber kann das Recht sich nicht ändern?
E: Dazu müsste sich mein Gewissen ändern. Das ist unwahrscheinlich. Dies ist nur durch die Ankunft der Aufklärung möglich.
V: Und du kannst die Aufklärung herbeiführen.
E: Das wäre das Naheliegendste. Dazu muss ich allerdings diese Papiere noch gründlich studieren, um mit bestem Wissen und Gewissen Rede und Antwort stehen zu können, wenn die Aufklärung kommt.
V: Irgendwann wird sie kommen …
E: Irgendwann. Bis dahin habe ich dem nichts mehr hinzuzufügen. [Breitet die Papiere aus seinen Taschen wieder vor sich aus, beginnt sie zu sortieren, durcheinanderzubringen, neu zu sortieren, …]
[VLADIMIR ab.]
[Vorhang.]

Einfache Einsätze, Einfältig Eingefädelt

Das Internet zerstört dein Leben.
Wer das sagt, lebt auch Glutenfrei.
Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.
Früher war alles besser.
Die Leute denken einfach nicht nach.
Das interessiert doch niemanden.
Das sind halt so Naturgesetze.

Die Jugend von Heute hat keinen Respekt mehr.
All Cops Are Gay.
Diese verweichlichte Feminismuskultur macht meinen Sohn noch zur Schwuchtel.
Die Linksextremen sind doch genau so schlimm.
Deutschland geht vor die Hunde.
Die Presse lügt.
Son‘ kleinen Hitler bräuchten wir mal wieder.
Es war ja auch nicht alles schlecht.

PS: Dies ist kein Konsistenzartikel, nur ein Gedicht zum Sonntag (Bluttrinker Edition). Es gibt keine Konsistenzartikel mehr, es hat auch noch nie welche gegeben. Konsistenz ist eine Illusion. Zeit ist eine Illusion. Artikel sind eine Illusion. Alles ist eine Illusion. Wach endlich auf! Das Internet zerstört dein Leben!

Konstant Mordende Adventszeit Profunder Trauer

Nachdem im letzten Text Unleserlichkeit auf der Wortebene erzeugt wurde, ist in diesem Artikel die Satzanordnung Anlass der Verwirrung. Mit großer Besorgnis verfolge ich die Ereignisse in den USA, wo nach dem Tod von Michael Brown das Thema der bereits länger vorherrschenden Polizeigewalt (viel zu häufig gar mit Todesfolge) gegenüber der afroamerikanischen Bevölkerung endlich gebührende Aufmerksamkeit erlangt. Dies wird bewerkstelligt, indem mehrere voneinander unabhängige Texte zu einem Text zusammengefügt werden, wobei die Sätze quasi verzahnt werden. Bald nun ist Adventszeit. Dadurch wird, wie seit langem nicht mehr, der nach wie vor starke Rassismus vieler Bevölkerungsschichten offenkundig. Das Ziel einer solchen Übung muss natürlich sein, niemals zwei Sätze des selben Textes aufeinander folgen zu lassen, ja, eventuell sogar jeden Text so weit wie möglich auseinander zu ziehen. Was bedeutet das für säkulare Menschen? Erschreckend sind allerdings in erster Linie die offensichtlichen Probleme des Justizsystems, unverhältnismäßige oder gar vollends unnötige Polizeigewalt sowie offensichtliche Fehlverhalten zu bestrafen. Im gleichen Sinne lässt sich diese Frage natürlich für sämtlichen religiösen Feiertage stellen, die in der Gesellschaft so stark präsent sind, dass auch nicht-Gläubige unweigerlich daran Teil haben. Da die Sätze keinerlei oberflächliche Kennzeichnung tragen, lassen sie sich nur auf Grund ihrer Semantik zuordnen. Wer Weihnachten Newtons Geburtstag (quadruple capitalisation combo!!!!) feiert, muss ja keinesfalls auf die Konnotationen des Festes verzichten. Eine Frage, die sich mir stellt, ist, ob extrem Lange Sätze für mehr Verwirrung sorgen, weil sie andere Texte stärker zerreißen und in sich schwer verständlich sind, so dass eventuell auch die Zuordnung schwieriger wird (was bei diesem Satz freilich nicht der Fall ist), oder ob sehr kurze Sätze einen größeren Effekt haben, da es mehr Sprünge gibt und die Sätze aufgrund des geringen Informationsgehalt unter Umständen schwerer einzuordnen sind. Ähnliches lässt sich wohl auch für den Advent sagen, der als Zeit der Stille, des Bedenkens und der Ruhe ja trefflich mit dem Wintereinbruch einher geht, welcher z.T. ähnliche Effekte in der Natur auslöst. Als wir in dieser Kirche saßen, nicht wissend was zu tun, nicht fähig etwas zu tun, wartend und geschockt, begann Herr Schmidt Orgel zu spielen. Dies lässt sich vielleicht herausfinden. Obwohl bei uns häufig der Polizei vorgeworfen wird, sie sei auf dem rechten Auge blind, was zumindest beim Verfassungsschutz auch klar der Fall war, und sich auch bei dem Angriff auf ein Rathaus in Dortmund nach der Europawahl gezeigt hat, werden zumindest nicht auf offener Straße Menschen erschossen, nur weil sie eine dunklere Hautfarbe haben und irgend jemand im Notruf behauptet, sie könnten bewaffnet sein. Dass diese Bedeutungen einen starken Kontrast zum Trubel der Weihnachtsmärkte bilden, ist natürlich Bekannt. Natürlich hängt dies auch mit einer anderen Schusswaffenkultur zusammen, hierzulande macht die Polizei insgesamt viel seltener von der Dienstwaffe Gebrauch, da die Bevölkerung erheblich geringer bewaffnet ist, was das Risiko für die Beamten senkt. Mal schauen. Wir saßen zwischen dem Schmerz, der Sorge und Angst, zwischen der grandiosen Schönheit der Musik und den Tränen, zwischen anderen Menschen, die ähnlich sich fühlten und doch kaum zueinander fanden, in diesem Moment, zwischen Leben und Tot. Es gibt jedoch zu denken, wenn in Staaten, in denen es erlaubt ist, mit deutlich sichtbaren Sturmgewehren auf dem Rücken herumzulaufen, die Polizei nur dann eher schießt als Fragen zu stellen, wenn der Verdächtige kein Weißer ist. Letztendlich würde allerdings ein rational denkender Mensch positiv erscheinende Effekte nicht an arbiträre Feiertage knüpfen, sondern versuchen, diese durchgängig im Jahr zu erreichen. Natürlich lässt sich argumentieren, dass es sich bei sämtlichen Vorfällen von ungerechtfertigter Tötung um Einzelfälle handelt, und sicherlich sind nicht alle Polizisten in den USA Rassisten, die in jedem Schwarzen eine direkte Bedrohung für ihr Leben sehen. Aber da sich endlich auch mal inhaltlich interessante Texte in diesem Artikel finden, möchte ich deren Struktur nicht notwendigerweise durch bewusstes Einfügen extrem langer oder sehr kurzer Sätze schädigen, dieser Text natürlich ausgenommen, da es sich ja ohnehin nur um die übliche Selbstbezüglichkeit handelt. Dennoch können die unweigerlich wahr genommenen Feiertage als Erinnerung dienen, was mir ein besserer Nutzen zu sein Scheint, als an ihnen zynisch Symptome eines angeblichen gesellschaftlichen Verfalls zu diagnostizieren. Das Problem ist jedoch, dass diese Vorfälle für die Polizisten so gut wie nie rechtliche Folgen haben. Es passierte so viel zugleich, doch die Vergangenheit stand Fest und die Zukunft lag nicht in unseren Händen. Wenn die Polizei keine Konsequenzen für ihre Fehler oder gar absichtlichen Morde zu tragen hat, gleichzeitig aber das ganze alte Militärequipment vom Verteidigungsministerium hinterher geschmissen bekommt, ist das doch in hohem Maße bedenklich. Daher möchte ich eher dazu aufrufen, anstatt zum wiederholten Male auf die kapitalistischen und heuchlerischen Aspekte der Advents- und Weihnachtszeit hinzuweisen (wie es ja im übrigen innerhalb der religiösen Gemeinschaften genau so geschieht, wenn auch weniger zynisch), lieber einen Anlass zur Selbstreflektion wahrzunehmen. Der weitere Teil dieses Textes wird daher als Werkzeug dienen, um eine möglichst schöne Schachtelung zu erreichen. So könnte man zum Beispiel darüber nachdenken, ob es nicht endlich Zeit ist, einen seit Jahren überfälligen Weihnachtsartikel zu verfassen und veröffentlichen. Nun, wo die Zukunft Vergangenheit geworden, denke ich zurück an diesen Moment, ich fühle, als hätte ich damals ein Stück besser verstanden, was es bedeutet, Mensch zu sein. Daraus ergibt sich auch die endgültige Länge des Textes, da einfach Sätze hinzugefügt oder weg gelassen werden können weil es den Inhalt kaum beeinflusst. Ja, richtig gelesen, dieser ganze pseudophilosophische und „höchstwahrscheinlich irgendwie gesellschaftskritisch“e Sermon war lediglich als passiv-aggressive Aufforderung an einen gewissen Mitautor gedacht, der hier schon seit langem nichts mehr gepostet hat. Es bleibt zu hoffen, dass die nun losgetretene Debatte um Rassismus und Polizeigewalt, zusammen mit den damit einher gehenden Protesten, einen positiven Einfluss auf die Situation hat und sich in absehbarer Zukunft niemand mehr fürchten muss, nachts auf die Straße zu gehen, nur weil er in ein spezifisches „Täterprofil“ passt. Über das Konzept der „neutralen“ Wörter oder gar Sätze, die keinen eigentlichen Inhalt haben, aber durch den bloßen Effekt der Textverlängerung den Eindruck des Lesers verändern, wurde ja bereits in einer gewissen englischen Monstrosität geschrieben. Aber vielleicht können diejenigen unter den Lesern, die noch nicht ausreichend Selbstreflektion betreiben (und in diesem Falle möchte ich niemand Bestimmtes ansprechen), dennoch einen Nutzen daraus ziehen. Ich wünschte bloß, es gäbe eine besseres Ende.

Sparen Macht Frei: Über Satire, Neofaschismus und Bildungspolitik.

Ein satirisches Wahlplakat zu den StuPa-Wahlen 2014 mit der Aufschrift „Sparen Macht Frei!“, strategisch platziert direkt neben dem Schlagbaum, der den Eingang zur Universität markiert, ist verschwunden. Mindestens zwei weitere Plakate, soweit ich mich erinnern kann mit dem selben Spruch, ebenfalls. Offensichtlich fand irgendjemand dieses Plakat überhaupt nicht lustig. Ich kann das nachvollziehen, zweifellos ist so ein Spruch nicht einfach witzig. In diesem Text möchte ich versuchen, zumindest aus meiner Sicht zu erklären, warum wir das Plakat dennoch verwendet haben und warum ich hinter dieser Entscheidung stehe.

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Unser diesjähriger Wahlkampf behandelt im Grunde nur zwei Themen. Das eine ist die Inhaltslosigkeit von Wahlkämpfen im allgemeinen, ein Kernthema unserer Mutterorganisation der PARTEI, welches im Hinblick auf die vergangen Europa- und Kommunalwahlen zweifellos hochaktuell ist, wenn auch weniger im Bezug auf die StuPa Wahlen, wo die meisten Hochschulgruppen sich bemüht haben, mit Inhalten zu werben.
Das zweite Thema ist die Sparpolitik des Landes, und davon handelt natürlich auch das „Sparen Macht Frei!“-Plakat. Es sollte sich aber bei allen Betrachtern, die nicht komplett geschichtsvergessen sind, die Frage stellen, warum hier ein Spruch aus den Konzentrationslagern der Nazis als Grundlage genommen wird. Auf diese Frage gibt es verschiedene Antworten, einige offen sichtlicher, andere etwas weiter hergeholt.

Zunächst einmal war dieses Plakat als Provokation gedacht. Diese Aufgabe hätte es sicherlich erfüllt, wenn es denn mehr Leute zu Gesicht bekommen hätten. Aber auch so kann man feststellen, dass zumindest eine Person dermaßen provoziert war, dass sie sich zum Handeln angehalten fühlte, und das Plakat entfernte. Provokation ist einer der Grundbestandteile von guter Satire und Nazis ziehen immer, nicht umsonst hat die Titanic so viele Hitler-Titelbilder, auch wenn die Wirkung dort schon fast verloren geht, weil die Leute es schon gewohnt sind. Satire provoziert, um auf Missstände aufmerksam zu machen, und die Sparpolitik des Landes ist zweifellos ein Missstand aus unserer Sicht. Natürlich ist nicht das Land allein schuld, auch der Bund steckt viel zu wenig Geld in Bildung und ohne die Schuldenbremse hätten wir das Problem in dieser Form gar nicht. Dennoch habe ich nicht das Gefühl, es würde wirklich alles getan, um die Qualität der Bildung im Saarland trotz Sparmaßnamen so gut wie nur irgend möglich aufrecht zu erhalten. Einige Äußerungen von Annegret Kramp-Karrenbauer empfinde ich als äußerst bedenklich, es stellt sich doch das Gefühl ein, sie würde am liebsten eine Uni haben, die immer genau die Fachkräfte ausspuckt, die das Saarland gerade braucht. Dass sie sich den Protesten der Studierenden nicht stellt, sondern stattdessen behauptet, sie habe keine Zeit, dann aber auf einer anderen Veranstaltung im Saarland anwesend ist, fasse ich als persönliche Beleidigung auf, da wir Studenten ihre Zeit offenbar nicht Wert sind. Im Hinblick auf unser Plakat sei anzumerken, dass Geschichts- und Politikwissenschaftler wohl kaum gefragte Fachkräfte im Saarland sind. Dass wir sie trotzdem brauchen, zeigt der große Erfolg von rechtsgerichteten Parteien in ganz Europa.

In Frankreich wurde die widerliche Front National stärkste Kraft bei den Europawahlen. In Deutschland erreichte die AFD mit ihrer rechtskonservativen Führung und ekelhaft scheinheiligen Plakaten wie „Einwanderung Braucht Klare Regeln“ (Quasi die CDU-Version von „Ausländer Raus“) sieben Prozent und die „richtigen“ Nazis von der NPD ziehen auch ein. Letztere verdanken ihren Sitz natürlich, wie auch unsere glorreiche Mutterpartei, die PARTEI, dem Wegfall der 3%-Hürde, aber es sollte dennoch eine klare Erinnerung daran sein, dass es auch in Deutschland noch Nazis gibt, die im Übrigen einfach mal in Dresden versuchen, das Rathaus zu stürmen. Dies alles zeigt, dass die Vergangenheitsbewältigung in Deutschland (und ganz Europa) noch lange nicht abgeschlossen ist, und unser Plakat erinnert daran, mit einem Faustschlag ins Gesicht all jener, die dachten, „Arbeit Macht Frei“ sei nur son‘ Spruch aus dem Geschichtsunterricht. Wer als Flüchtling in Lebach fest sitzt, für den bekommt der Spruch noch mal eine ganz andere Bedeutung, da Asylbewerber in Deutschland üblicherweise nicht arbeiten dürfen und von Freiheit wohl kaum die Rede sein kann. Aber wir würden es uns natürlich gar nicht leisten können, all diese Menschen aufzunehmen, denn schließlich müssen wir aufgrund der Finanzkrise sparen.

Trotz all meiner wohlmeinender Polemik muss die Frage gestellt werden, ob der Zweck die Mittel rechtfertigt, ob es angemessen ist, die Nazivergangenheit herauf zu beschwören, zu riskieren, Opfern des Holocaust gegenüber respektlos zu wirken und alle Betrachter des Plakats zu provozieren und vor den Kopf zu stoßen, nur um die Sparpolitik der Landesregierung zu kritisieren.
Mir ist es das Wert, weil ich Bildung für so wichtig halte, weil ich der Ansicht bin, dass gebildete Menschen tendenziell weniger dumme Entscheidungen treffen (wie z.B. AFD oder Front National wählen), dass gebildete Menschen häufig mehr Geld verdienen und es sich deshalb leisten können, sozial zu sein, dass gebildete Menschen wissen, worauf „Sparen Macht Frei“ anspielt und versuchen, von der Vergangenheit zu lernen, denn Bildung ist Lernen. Für mich ist die beste Satire die, über die man Lacht, aber dann ein schlechtes Gewissen hat, weil es eigentlich gar nicht lustig ist. Ich möchte, dass den Leuten das Lachen in Hals stecken bleibt, damit sie darüber nachdenken, warum es eigentlich ja gar nicht lustig ist. Unser Plakat hat für mich dieses Ziel erfüllt, und darum stehe ich voll dahinter.

Letztendlich bin ich nicht böse, dass das Plakat verschwunden ist. Ich bin schließlich auch froh, wenn widerliche Plakate der NPD etc. verschwinden, das Entfernen von unerwünschten Botschaften aus dem öffentlichen Raum ist, sofern es von Privatpersonen aus geht, Zivilcourage und keine Zensur. Denn Meinungsfreiheit bedeutet zwar, dass man solche Plakate aufhängen kann, aber auch, dass Andere ihrer Abneigung dagegen Ausdruck verleihen, indem sie sie wieder abhängen. Aber ich finde es schade, dass dadurch die Chance einer Diskussion verloren gegangen ist (da ich nicht weiß, wer die Plakate abnahm), und dass dadurch weniger Leute die Chance haben, sich beleidigt zu fühlen oder, im besten Fall, ihr Lachen wieder herunter schlucken zu müssen. Deshalb schrieb ich diesen Text, so dass es vielleicht doch noch zu einer Diskussion kommt. Die Kommentarfunktion steht allen offen.

Die Hochschulgruppe für organisierte christliche Hochschulpolitik im Sinne cukunftsorientierter hierarchischer Umstrukturierung, liberaler Grundsatzdynamik, realorientierter Unabhängigkeit und personalisierter Politik für den Einzelnen stellt …

… ihre Plakate für den StuPa-Wahlkampf 2014 vor.

Und hier sind sie auch schon, die Plakate:

alternative_für_homburg inhalte merkel sparen_macht_frei studiengebühren wirtschaft

Positivteil Einer Streng Monoton Fallenden Funktion mit Konstanter Ableitung nach Sinusfunktion, Angewendet auf 15 Gedichte

Iss.
Nein, niemals.
Dann stirbst du.
Das ist mir egal.
Aber mir nicht, im Gegenteil!
Warum sollte mich deine Meinung Interessieren?
Weil ich dich liebe, mehr als du.
Das kann mir auch nicht weiter helfen.
Weil du dir nicht helfen lässt.
Ich habe es erfolglos versucht.
Gib nicht gleich auf.
Aber ich will.
Was denn?
Fliegen.

Gleite,
sprach es,
eine kalte Vision
durchbrach sie schlafloses Leiden
doch dann ging es kaputt
die Falschheit verfälscht durch die Fälscherin
Schließlich lässt die Fälscherin die Falschheit Verschwinden
warum nur musste es so enden
nichts bleibt mehr zu tun
wir können nur zuschauen
all diese Zerstörung
Übermut, Chaos.
Seife.

Dunkelheit.
Kein Licht.
Abwesenheit von Helligkeit.
Keine optisch wahrnehmbare Photonen.
Die maximale Steigerung des Schwarz.
Ein wahrhaftiger Entzug der Augen Sicht.
Ein Bild, abgebildet auf die Netzhaut.
Durch die Augenlinse fallende Lichtstrahlen.
Die Abwesenheit von Dunkelheit.
Mehr als Nichts.
Keine Schwärze.
Licht.

Entdecken.
Zögerliches Herantasten.
Gefallen daran finden.
Konsum wie im Rausch.
Vorübergehendes Aufgeben der eigenen Identität.
Eine Leere beim Erreichen des Endes.
Suche nach Metainformation und Kontext.
Erweiterung der kulturellen Identität.
Kommunikation des Erlebten.
Abstand Gewinnen.
Weitersuchen.

Liebe.
Große Worte.
Ozeane als Methaphern.
Unreflektiertes Preisen unkontrollierter Gefühle.
Grenzerfahrungen am Rande des Kitsch.
Kapitalistisches Ausschlachten der menschlichen Psyche.
Dauerbeschuss mit sozialen Normen.
Warum nicht lieber:
Leise Töne;
Stille.

Aufstehen.
Rechner An.
Im Internet Surfen.
Spielen oder Medien Konsumieren.
Zwischendurch Essen oder auf Klo.
Den ganzen Tag „verschwenden“.
Das Licht Einschalten.
Rechner Aus.
Schlafen.

Musik
Elektrische Gitarren
Immer diese Texte
Dann doch lieber Bach
Auf der anderen Seite:
Modulation von Sinuskurven
Synthesizer, Amiga.
Code.

Muster
Zahlen, Wörter
Alles wird Gezählt
Das Thema ist Mathematikliteratur
Kreativität durch Formvorgabe
Freie Unfreiheit
Konsistenz

Brot,
Frischkäse, Salat,
Darauf dann Remoulade;
Eine variable Beilage,
Käse, Ketschup,
Brot.

Traum:
bedeutungsschwangeres Vorspiel
DER ROTE KRIEGER
panikerfülltes Erwachen
Interpretation.

CDU
Angela Merkel
Horst Seehofer
CSU

Symmetrie
!Lese, Esel!
eirtemmyS

Quantität?
Qualität?

Selbstreferenzgedicht.

 

Annegret K.-K.

Dir, Pöbel des Internets!

In der heutigen hoch technologisierten Welt ist es jedem Deppen möglich visuelle und auditive Eindrücke digital festzuhalten und viele tun dies denn auch. Die Qualität ist dabei meist mit schlecht noch euphemistisch ausgedrückt und niemand hat einen Mehrwert von diesen Erzeugnissen; Der Konsument ärgert sich über die verschwendete Zeit und der Erzeuger bekommt die Häme. Ich habe nun auch etwas aufgenommen. Nicht visuell, aber auditiv.

Das, was ich aufgenommen habe, könnte man als Musik bezeichnen, aber da solch große Musiker wie Beethoven, Mozart, Charlie Parker, Elvis, die Beatles, Jimi Hendrix, Iron Butterfly, Led Zeppelin, Pink Floyd, Queen und die Ärzte Musik machten, kann man meine Aufnahme wohl nicht dazu zählen.

Dennoch habe ich ein klassisches Stück als musikalische Grundlage genommen und nur die Worte ein wenig verändert; So das sie zu einer ganz besonderen Frau passen. Diese Frau heißt Annegret und von ihr handelt dieses Lied. (Was reimt sich eigentlich auf Juristen?)

Nachrichten aus dem StuPa

Soeben (vor ca. zwei drei Stunden) kehrte ich von einer historischen StuPa Sitzung zurück. Trotz einer Länge von sieben Stunden muss ich meiner tiefsten Freude über die heutigen (und gestrigen) Ereignisse Ausdruck verleihen. Die Sitzung begann bereits mit einigen überaus seriösen Wortwechseln und Zwischenrufen (die m.E. einer tiefgehenden mathematischen und politiktheoretischen Analyse bedürfen und in den entsprechenden Vorlesungen behandelt werden sollten) , verlief aber dennoch zunächst überwiegend normal. Dennoch möchte ich positiv anmerken, dass auch Abstimmungen ohne Gegenkandidaten in geheimer Wahl abgehalten wurden. Zuerst keine Alternative zu dem vorgeschlagenden Kandidaten einzureichen und dann aus Prinzip gegen diesen alternativlosen Kandidaten zu stimmen, dieses aber nicht öffentlich tun zu wollen, zeugt von politischem Denken und ist ein Paradebeispiel konstruktiver Kritik. Insbesondere loben möchte ich, dass dieses Verhalten auch bei einem so undankbaren Amt wie dem des Schriftführers, dass nahezu keinerlei politische Macht und dafür einen Mehraufwand an Arbeit mit sich bringt, beibehalten wurde. Völlig zurecht wurde seine Kritik an diesem Verhalten als unhöflich bezeichnet.

Es folgte die erwarteter weise sehr knappe Wahl der neuen AStAnten. Dieser Punkt war erfreulicherweise sehr langwierig und es gelang, trotz einer Redezeitbegrenzung von 5 Minuten, nahezu jeden der AStAnten ausführlich kennen zu lernen und viele „Fragen“ zu beantworten. Rhetorische Höchstleistungen wurden vollbracht. Besonders hervorheben und loben möchte ich an dieser Stelle, dass im Zuge der Wahl des AStA-Vorsitz aus unserem Wahlprogramm vorgelesen wurde. Auch im Namen der restlichen Mitglieder der HOCHSCHULGRUPPE möchte ich mich für diese Verbreitung unserer Propaganda bedanken. Zu bemängeln ist an dieser Stelle nur, dass auf die Frage nicht ausreichend eingegangen wurde. Daher möchte ich an dieser Stelle noch einmal die neue AStA Vorsitzende Charlotte Dahlem fragen, wie sie gedenkt, gegen arme, langhaarige und bärtige BAföGbezieher (und Kombinationen aus diesen Attributen [langhaarig nur im männlichen Fall zu beachten]) vorzugehen, um die Attraktivität der Uni zu erhöhen.

Nach diesem Punkt wurde beschlossen, zwei Tagesordnungspunkte (die 2/3 Mehrheit verlangen und daher eine hohe Anwesenheit benötigen, wie sie vor allem zur konstituierenden Sitzung gegeben ist) zu vertagen. Ich hätte zwar eine langwierige und ermüdende Diskussion zu dieser Zeit vorgezogen, möchte aber niemanden wegen seiner/ihrer nachlassenden Konzentrationsfähigkeit zur „späten“ Stunde einen Vorwurf machen. Dennoch rufe ich zur Behebung dieses Problems zu einem freiwilligen Training auf: Langwierige und spätstündige Beschäftigung mit komplexen Videospielen kann die Müdichkeitsresistenz signifikant erhöhen [citation needed]. Ich stelle mich persönlich zu Verfügung entsprechendes Training in Form von LAN-Parties (um 3 kommt der Vorschlag, doch mal „X-Hero Siege“ zu spielen) und vielstündigen Classic- und Ulduar Raids in WoW (natürlich mit Level und Equip aus der Zeit, da diese Raids releast wurden) anzubieten.

Doch kommen wir nun zum Höhepunkt des Abends/Morgens: Durch Ausscheiden einer Stupistin durch die Wahl in den AStA und die Abwesenheit des Nachrückerkandidaten hatte die Opposition plötzlich eine Mehrheit. In einem genialen politischen Schachzug wurde diese genutzt: Es wurde der Antrag eingebracht, den „Champus“ zukünftig nur noch Online anzubieten. Ich möchte zunächst einmal die Genialität dieses Antrages loben. In einer Zeit, in welcher der Universität starke Kürzungen bevorstehen, zählt für den Studenten/die Studentin jeder Cent. Schließlich wird er/sie in Zukunft vielleicht Studiengebühren zahlen müssen, daher ist auch eine geringe Einsparung des Semesterbeitrags viel Wert. Unter diesen Gesichtspunkt ist es absolut gerechtfertigt, ein Magazin wie den Champus, dass ja nur dazu dient, die Studenten besser zu informieren (unter anderem über besagte Haushaltskürzungen, den Kampf dagegen und die eventuellen Folgen) nicht mehr zu drucken. Es ist ja zudem bekannt, dass die meisten Studenten ohnehin sehr gut über die Vorgänge im AstA und Stupa sowie die allgemeine hochschulpolitische Lage informiert sind (wie die hohe Wahlbeteiligung jedes Jahr belegt). Die nicht politikbezogenen Artikel sind natürlich ohnehin kaum von Interesse. Daher braucht niemand den Champus in einer Form, die man auch als nicht-tablet Besitzer bequem auf dem Klo, oder, ohne Gefahr, sein Bier auf sein technisches Gerät zu schütten, in der Heimbar lesen kann.

Natürlich stehen diese Punkte im krassen Gegensatz zu unserem Wahlprogramm, denn wir wollen, dass die Studenten allgemein mehr bezahlen, um den bereits erwähnten Abschaum los zu werden. Eine mögliche Lösung dieses Debakels (und der Klo-/Heimbarfrage) wäre, jeden Studenten zu verpflichten, sich sein Exemplar selbst aus zu drucken.

Aber auch abgesehen vom Inhalt des Antrags möchte ich das politische Geschick der LHG, des RCDS, des MedCamp und des Teams loben, diese Chance zur Durchboxung eines in einer anderen Situation chancenlosen Antrags zu nutzen. Dies zeugt von einem Politikverständnis, wie ich es bisher im StuPa sehnlichst vermisste.

Nach sehr kurzer „Diskussion“, die durch einen Antrag auf sofortige Abstimmung beendet wurde, kam es zur Abstimmung. Auch diese flotte Abstimmung möchte ich ausdrücklich loben. Wenn eine Mehrheit besteht, ist keine Diskussion vonnöten. Auch diese politische Grundregel wurde sowohl im letzten Jahr als auch in den bisherigen Abstimmungen des Abends furchtbar verletzt.

Bedauerlicherweise erfasste im Moment der Abstimmung ein Massenanfall spontaner Inkontinenz knapp die Hälfte aller stimmberechtigten Anwesenden. Leider war auch ich darunter und kann so von den folgenden Ereignissen noch nichts berichten (ich hoffe auf die Veröffentlichung einer Livestreamaufzeichnung, ansonsten muss ich mich mit dem Protokoll und Augenzeugenberichten begnügen), außer, dass ich selbst im überfüllten Klo noch einen #Aufschrei (insert Slowpoke here) aus dem Sitzungssaal vernahm. Als ich erleichtert zurückkehrte, wurde bereits über einen weiteren Antrag abgestimmt, der verlangte, alle weiteren Stupasitzungen in Homburg abzuhalten. Dieser wurde erfreulicherweise angenommen, was mir endlich wieder mehr Gelegenheit zum Motorradfahren gibt (ich werde versuchen, die Fahrkosten abzusetzen, sofern zum Zeitpunkt des Sitzungsbeginn oder -endes keine ÖPVN-Verbindung von Homburg besteht. Wir alle wissen von der miserablen Anbindung Homburgs zu späten Zeiten, ein Zustand, den wir in der HOCHSCHULGRUPPE ausführlich begrüßen, da er reiche Studenten mit KFZ bevorzugt. Verwunderlich ist allerdings, dass die homburger Stupisten diese Idee noch nicht hatten.).

Zudem ist erfreulicherweise festzustellen, dass niemand verletzt aussah, daher wird es sich bei dem Schrei wohl nicht um einen Schmerzensschrei gehandelt haben.

Ein weiterer Antrag, die Aufwandsentschädigung für AStAnten zu kürzen, wurde nicht mehr zugelassen.
In Anbetracht dieser Tatsache sah ich für meinen geplanten Antrag, den AStA komplett aufzulösen und die frei werdenden Gelder zur Finanzierung des Gratisschnitzels für Vegetarier in der Mensa zu nutzen, keine Chance mehr und brachte ihn daher nicht ein.

Zumindest mit den letzten beiden Anträgen (evt. Auch mit den drittletzten, ich war wie erwähnt leider im entscheidenden Augenblick auf Grund von Ausscheidungen zur Abwesenheit gezwungen) darf sich nun der Ältestenrat beschäftigen. Schön, dass der auch mal was zu tun bekommt.
Ich hoffe nun auf die Veröffentlichung einer Aufzeichnung des live-Streams. Wer sieben Stunden seines Lebens dafür aufwenden will, dem empfehle ich sie sich in Gänze anzusehen. Für alle anderen werde ich versuchen, die Höhepunkte zusammen zu schneiden. Links zu den entsprechenden Videos werden gepostet sobald verfügbar.

Zusammenfassend bleibt mir nur zu sagen: Endlich seriöse Hochschulpolitik. Ich schreibe diesen Verdienst ganz der HOCHSCHULGRUPPE zu. Vorbei ist die Zeit sinnlosen Pragmatismusses im StuPa, endlich wird mit harten Bandagen gekämpft, um jede Stimme, um jeden Antrag. Ich hoffe auf eine weitere Eskalation der Lage, auf Schmutz- und Schmierenkampagnen. Zudem möchte ich öffentlich verkünden, dass der von mir geführte Kuschelkurs im letzten Semester nur dazu diente, das Parlament in Sicherheit zu wiegen. Von nun an, erwartet Anträge von mir, so seriös, dass dagegen Anträge wie „Alle Stupasitzungen nach Homburg verlegen“ wie Satire wirken.

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