Einfache Einsätze, Einfältig Eingefädelt

Das Internet zerstört dein Leben.
Wer das sagt, lebt auch Glutenfrei.
Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.
Früher war alles besser.
Die Leute denken einfach nicht nach.
Das interessiert doch niemanden.
Das sind halt so Naturgesetze.

Die Jugend von Heute hat keinen Respekt mehr.
All Cops Are Gay.
Diese verweichlichte Feminismuskultur macht meinen Sohn noch zur Schwuchtel.
Die Linksextremen sind doch genau so schlimm.
Deutschland geht vor die Hunde.
Die Presse lügt.
Son‘ kleinen Hitler bräuchten wir mal wieder.
Es war ja auch nicht alles schlecht.

PS: Dies ist kein Konsistenzartikel, nur ein Gedicht zum Sonntag (Bluttrinker Edition). Es gibt keine Konsistenzartikel mehr, es hat auch noch nie welche gegeben. Konsistenz ist eine Illusion. Zeit ist eine Illusion. Artikel sind eine Illusion. Alles ist eine Illusion. Wach endlich auf! Das Internet zerstört dein Leben!

Gedicht zum Sonntag

Dir, Pöbel des Internets!

Dir sei unverhofft ein wertlos melancholisches Stück Textes gegeben, sonderbar in Struktur und Aussehen, dass jemand, wie der Titel des Posts es ja auch schon nahelegt, es Gedicht zu nennen vermöchte. Das Ganze passt natürlich in seiner Besinnlichkeit und subtiler Stille so gar nicht in diese Zeit des Jahres, denn heute ist tatsächlich auch: Der erste Advent. Aber zum Kontrastprogramm kommen wir später, zunächst erstmal das „Gedicht“, damit wirs hinter uns haben.

When the weird get normal, the going turns boring

Schreiben. – Was?
Der Kopf ist leer und voll zugleich
Die Gedanken bilden ein weißes Rauschen ohne erkennbaren Sinn
 ohne Aussage
Die Fülle verkehrte sich in die Leere
 der Überfluss ins Nichts

Schreiben. – Wann?
Ich habe doch keine Zeit!
So wenig Zeit, so viel zu erledigen
 So viel, dass ich nur prokratiniere
Die Zeit die ich nicht habe nutze ich nicht
 Und sie wandelt sich ins Nichts

Schreiben. – Warum?
Eine eherne Bedeutung des geschriebenen Wortes
Existiert sie noch?
Wenn das Leben sich im Nichts auflöst, verloren
Kann ein Wort eine Bedeutung haben
 Aufragend aus dem weißen Rauschen?
Kann ein Text eine Zeit schaffen
 Die nicht verschwendet ist?
Kann Schreiben Bedeutung erlangen
 Oder löst es sich auch nur auf im Nichts?

 

So, damit ist das schlimmste überstanden. Nun ist die Zeit des

Advent

Eine Hektische Zeit des
Rennens und Eilens von
Geschäft zu Geschäft um
Geschenke zu kaufen für
Alle die man kennt und
Liebt, denn soziale
Kontakte basieren ja
Immer auf
Materiellen
Geschenken und
Alle Massen Besaufen
Sich mit Glühwein, dabei
An Hochseile gehängte
Weihnachtsmänner
begaffend, bis
Sie Besinnungslos
Sind in dieser
Zeit der
Nächsten
Liebe

Hm, ja, schon wieder so ein Gedicht und nicht einmal ein besonders originelles oder bewegendes. Weihnachtsbashing kann ja jeder. Aber kann jeder auch DAS?!:
Der Weihnachtsmann

Damit haben wir wohl wieder einen Vogel …

PS: Das hab ich noch gefunden … erhält ja auch vielleicht wieder Aktualität. Damit hat der Beitrag dann auch zwei Gedichte und zwei Bilder und wir sind dem Gleichgewicht des Universums etwas näher gekommen.
Will it happen?

Frohes Fest

Verehrte Leser,

Ich präsentiere an diesem Tage, der ganz im Zeichen der Liebe (zum Einzelhandel) steht, ein erquickliches Gedicht. Möge es denen als Notlösung dienen, die es trotz Dauerfeuer aus den Rohren der Medien vollbracht haben, den Valentinstag zu vergessen. Leset es nur eurem Partner vor, auf dass der Eindruck überragenden Intellekts gepaart mit Gottähnlicher Kreativität von diesem Werke auf euch übergehe.

Einst war’s der Trieb, der uns da rief:
Folget dem biologischen Imperativ.
Doch nutzte bald jeder, der nicht schlief,
Gegen die Kinder ein Präservativ.

So wurd’s die Gesellschaft, die uns rief:
Folget dem sozialen Imperativ!
Dass jeder, der allein noch lief,
Sich fragt, ob er denn attraktiv.

Sieht er’s doch in großen Filmen,
Der Mensch wird nur zu zweit recht glücklich
Und wer den Partner kann nicht finden,
Muss mehr anpassen der Welt sich.

Und so scheint nun alles klar,
Schlampig sein erscheint unklug
Was schon immer kleidsam war,
Ist ein schwarzer Seidenanzug

Um die Liebste sich zu krallen,
Zückt der Mann sein Portmonee
Einzig um ihr zu gefallen,
Verkauft er noch den rechten Zeh.

Dieses merkt nun, steht’s bereit,
Der Einzelhandel, diese Pest.
Und er schafft uns dieserzeit
Ein gar wunderbares Fest.

So muss er sein Weib beschenken,
Da sie ihn sonst nicht mehr liebt
Denn es würde sie stark kränken,
Wenn sie keine Rosen kriegt.

Tut er dies für ein paar Jahre,
Folgt auch bald das erste Kind.
Kriegt es dann die ersten Haare,
Muss das nächste her geschwind.

Und sie kaufen weiter Dinge,
Haus und Auto, exklusiv,
Denn so folgen schließlich alle
Dem biologischen Imperativ.

Anmerkung: Aufgrund einer bevorstehender Matheklausur in Kombination mit einem etwas zu fesselndem Buch von Cornelia Funke wirkt es noch ein wenig ungeschliffen hier und da.

Die Weihnachtstrilogie: Zweiter Teil

Nachdem im (unvollständigen) ersten Teil der Weihnachtstrilogie die völlig veraltete (manche sprechen von „klassisch“, aber wir wollen die Wahrheit doch beim Namen nennen) Weihnachtsgeschichte von Dickens „variiert“ wurde, möchte ich mich eher an die Hollywoodverwöhnten Leser wenden, die zum Feste ein wenig mehr Liebe erwarten. Ihr dürft gespannt sein, durch welche Irrungen und Wirrungen unser symphatischer Protagonist muss, um endlich sein großes Glück zu finden.

Das schönste Geschenk- ein Weihnachtsmärchen

„Es tut mir wirklich Leid, Jack, aber wir hatten leider keine Wahl. Ich hoffe, sie haben trotzdem schöne Feiertage.“

Der Personalmanager schien wirklich etwas geknickt. Er hatte sich vermutlich auch einen schöneren Start ins Weihnachtswochenende gewünscht. Doch nach all diesen Fehlschlägen im vergangenen Jahr viel es Jack schwer, sich noch wirklich darüber aufzuregen, dass er nun auch noch seinen Job verloren hatte. Dabei hatte das Jahr eigentlich ganz gut begonnen. Aber es machte wohl keinen Sinn, in vergangenen, schöneren Erinnerungen zu leben, dachte Jack. Er würde dieses Weihnachten wohl allein, ohne Job und mit nicht gerade den rosigsten Aussichten für die Zukunft unterm Baum sitzen. Während er seine Sachen packte, bemerkte er am Rande, wie seine Kollegen ihn bemitleideten, einige regten sich auch auf, dass ausgerechnet um diese Zeit Personal abgebaut wurde. „Wenn dies ein größeres Unternehmen wäre, hatten sie das niemals tun können, allein wegen der schlechten Presse“

„Ja, aber in solch einer Firma macht ein Monatsgehalt eben auch keinen so großen Unterschied. Die Wirtschaft nimmt nun mal keine Rücksicht auf sentimentale Feiertage“

„Ach, Tom, du warst schon immer so ein Weihnachtsmuffel. Naja, Jack, mach dir nichts draus. Bald beginnt ein neues Jahr, es kann nur besser werden!“

„Ja, das hoffe ich auch, danke für alles, machts gut, Leute“

Mit diesen Worten verabschiedete sich Jack. Seine kleine Kiste von Habseligkeiten aus dem Büro unterm Arm, begab er sich zu seinem Auto und fuhr los.

In einer anderen Firma, beinahe am anderen Ende der Stadt, gab es dagegen Arbeit genug. „Wolfgang, ich muss nun wirklich los, sonst verpasse ich den Bus! Wenn du mich nicht selber nach Hause fahren willst, musst du den Rest wohl alleine fertig kriegen.“ „Ach geh nur, Maria, ist ja fast geschafft, die letzten Fehler kann ich auch alleine ausmerzen. Du hast auch wirklich genug Überstunden gemacht dieses Jahr. Frohe Weihnachten, wir sehen uns in zwei Wochen!“ „Danke, dir auch!“, antwortete Maria, eilig zur Tür hastend. Dank einer kleinen Sprinteinlage erreichte sie noch die nächste Straßenbahn, doch kurz vor der Haltestelle, wo sie Umsteigen musste, wurde sie langsamer. „Wir entschuldigen uns für die Verspätung, aber aufgrund technischer Probleme kommen wir im Moment nicht schneller voran.“ Maria sah nach dieser Durchsage nervös auf die Uhr. Noch könnte sie es schaffen. Als sie schließlich an der Haltestelle ankamen, war es genau zehn Minuten nach fünf. Der Bus fuhr um zehn Minuten nach fünf. Maria sprintete also Richtung Haltestelle, doch sie sah gerade noch, wie er abfuhr. Kurz traf sich Marias blick mit dem des Busfahrers im Seitenspiegel, doch er hielt nicht. Etwas außer Atem traf Maria also an der Haltestelle ein. „Na super, das war der letzte Bus. Das hab ich nun von meiner ‚ökologisch sinnvollen‘ Entscheidung, mich auf den Nahverkehr zu verlassen,“ dachte sie, als sie ihr Handy hervorkramte. Als sie es ausgeschaltet vorfand, war ihr schon klar das der Akku leer sein musste, doch sie versuchte es dennoch, nur um ihren Verdacht bestätigt zu finden. Bis sie wieder am Büro war, würde Wolfgang wohl auch schon los sein. „Ach, ich hab in den letzten Tagen ohnehin zu wenig Bewegung bekommen,“ dachte Maria also und begann zügig zu gehen. Es war zwar eine Fußmarsch von etwa zwei Stunden, aber sie hatte bequeme Schuhe an und fühlte sich wohl. Als es nach einer halben Stunde zu schneien begann, kamen ihr erste Zweifel an ihrem Plan. Weitere 15 Minuten später war der Weg nass und ihre Füße begannen kalt zu werden. „Scheiß drauf, ich werde einfach versuchen zu trampen, was soll schon passieren.“ Maria streckte ihre Hand mit erhobenem Daumen aus. Nach dem schon fünf Autos vorbei gefahren waren, wurde endlich eines langsamer.

Jack wusste selber wohl nicht genau, warum er anhielt, als er die Gestalt am Straßenrand wahrnahm. Teils fühlte er sich mit dieser armen Frau, die sich durch den immer dichter fallenden Schnee kämpfte, in seinem Unglück verbunden, teils fühlte er sich auch einfach einsam und wollte sein Leid teilen. Jahre später, wenn er an diese Nacht zurück dachte, nannte er es einfach Schicksal. „Hey, wie bist du denn hier im Schnee gestrandet?“, fragte er.

„Ach ist ne blöde Geschichte, hab meinen Bus verpasst, und dann fing es an zu schneien und so…“

„Tja, shit happens. Wo musste denn hin?“

Marias Haus lag fast auf Jacks Route, der kleine Umweg würde nicht viel aus machen. Sie stieg also ein und Jack fuhr los. „Oh, die Kiste im Fußraum kannste nach hinten stellen, falls sie dich stört. Ich bin übrigens Jack.“

„Maria. Danke schon mal fürs mitnehmen.“

„Ach, ist doch kein Problem, es liegt ja quasi auf dem Weg. Und, schon in Weihnachtsstimmung?“

„Hm, nicht wirklich, hab die letzten Tage so viel gearbeitet, damit wir unser Projekt vor der Weihnachtspause fertig bekommen, ich hatte kaum Zeit, mich auf Weihnachten zu freuen. Was ist mit dir?“

„Na ja, ich wurde grad gefeuert, das hat mir etwas die Stimmung versaut. Aber ich bin eh kein großer Weihnachtstyp.“

„Oh, das tut mir Leid!“

Nach diesem Dialog herrschte eine Weile lang betretendes Schweigen in Jacks Auto. Das Schneien wurde derweil immer stärker und es war mittlerweile dunkel geworden.

„Ich bringe dich besser bis vor die Haustür, sonst brichst du dir noch was,“ meinte Jack.

„Oh, dass ist sehr nett. Du musst da vorne abbiegen,“ antwortete Maria erleichtert.

Kurze Zeit später erreichten sie die Doppelhaushälfte, in der Maria wohnte. Sie stand etwas abseits von den restlichen Häusern der Siedlung und war vollständig unbeleuchtet. Maria sagte „hier“, Jack hielt an. „Tja, da wären wir,“ sagte er ein wenig verlegen. „Ja, vielen Dank, du hast mir echt das Leben gerettet,“ antwortete Maria und stieg aus. „Ach, kaum der Rede Wert. Frohe Weihnachten!“, erwiderte Jack. „Danke, dir auch, machs gut!“, sagte Maria, schlug die Tür zu und ging zum Haus, ohne sich noch einmal umzusehen. Jack sah ihr noch nach, als sie die Tür aufschloss, und bevor sie eintrat, drehte sie sich noch ein Mal um, lächelte und winkte Jack zu. Dieser fuhr gedankenverloren nach Hause, parkte seinen Wagen und ging hinein. Lustlos schob Jack eine Tiefkühlpizza in den Ofen und schaltete den Fernseher ein. Er schaute eine Weile dem medialen Müll zu, holte dann seine Pizza und aß. Eine Stunde später hielt er die zwanghafte Fröhlichkeit im Fernsehen nicht mehr aus und beschloss, noch einen Spaziergang im frischen Schnee zu machen. Danach wollte er eine Flasche Wein trinken und früh ins Bett, um sich mal so richtig auszuschlafen.

Jack trat aus dem Haus und bemerkte, dass es aufgehört hatte, zu schneien. Er ging eine Weile, während sich langsam die letzten Wolken verzogen und den Blick auf die Sterne freigaben. Draußen war es still, die Menschen waren drinnen, hin und wieder hörte man leicht schiefe Gesänge aus den Häusern. Jack resignierte ein wenig und blickte in den Himmel. Mittlerweile konnte man schier unendlich viele Sterne erblicken. Eine Sternschnuppe verglühte und plötzlich wurde Jack klar, dass er sein Leben ändern musste. Er musste sein Schicksal endlich wieder selbst in die Hand nehmen. Den kürzesten Weg nach Hause nehmend, fasste er einen Plan. Kaum im Haus, griff sich die Weinflasche, dann seine Autoschlüssel. „Mir reichts mit dem allein sein, ich werde endlich mal etwas riskieren. Ich hab viel zu lange viel zu wenig riskiert,“ dachte er während er zum Auto ging. Jack hatte immer schon einen recht guten Orientierungssinn gehabt, und so fand er leicht zurück zu Marias Haus. Er parkte sein Auto und stieg aus. Als Jack auf Marias Haustür zu ging, kamen ihm erste Zweifel, doch er beschloss, dieses eine Mal stark zu bleiben. Er betätigte die Klingel.(*)

Nachdem Maria dank der Hilfe des netten jungen Mannes sicher und sogar warm zu Hause angekommen war, fiel sie zunächst erschöpft aufs Sofa. Die letzten Wochen waren wirklich anstrengend gewesen, sie hatte kaum an etwas anderes als Arbeit denken können. Nun, da die ganze Anspannung langsam von ihr abfiel, begann Maria erst klar zu werden, dass sie eigentlich nichts zu tun hatte. Sie hatte es im Stress nicht einmal geschafft, einen Weihnachtsbaum zu besorgen, nur einen Adventskranz, Anfang Dezember hatte sie noch nicht so viele Überstunden machen müssen. Maria freute sich also nun auf einen ganz entspannten Abend, sie kochte sich Spagetti mit einer leckeren, frischen Soße (zu mehr hatte sie nach dem anstrengenden Tag keine Lust mehr) und aß gemütlich, danach sah sie ein wenig fern. Nach einer Weile hatte sie Langeweile und begann, sich ein wenig einsam zu fühlen. Ihre Wohnung kam ihr so leer vor. Ihre Nachbarn, die die andere Hälfte des Hauses bewohnten, waren Rentner, die wie in jedem Winter in den Süden gereist waren, um der Kälte zu entgehen. Maria überlegte, ob sie ihre Schwester anrufen sollte, die zusammen mit ihrer eigenen Familie und ihrer Mutter feierte, doch sie wollte nicht stören und fühlte sich auch nicht danach, übers Telefon an ihre eigenen Einsamkeit erinnert zu werden. Ihre Schwester hatte sie auch eingeladen, doch über die ganze Arbeit hatte sie die Reise nicht planen können, und da sie kein Auto besaß, kam ein Spontantrip auch nicht in Frage. Bei dem Gedanken an ein Auto musste sie wieder an den Mann denken, der sie nach Hause gefahren hatte. Wie war noch mal sein Name gewesen? Irgend etwas mit J… *Ding Dong*

Die Türklingel unterbrach ihre Gedanken. Maria wunderte sich, wer an Weihnachten um diese Zeit wohl klingeln mochte, vielleicht Spendensammler, dachte sie, als sie zur Tür ging.

Jack fühlte sich seltsam ruhig, als Maria öffnete, als ob er schon wüsste, das alles gut werden würde. „Nanu, was machst du denn hier? Ich hab gerade an dich gedacht…“, sagte sie überrascht, als sie ihn erkannte. „Hm, es ist schwer zu erklären. Ich hatte so ein Gefühl, das man Weihnachten nicht alleine verbringen sollte. Ich weiß, es ist etwas verrückt, aber könnten wir nicht zusammen feiern?“

Maria staunte. Irgendwie beeindruckte diese Spontanität sie, und sie musste durchaus zugeben, dass sie sich seltsam zu diesem Mann hingezogen fühlte. Außerdem hatte sie keine Lust, den ganzen Abend alleine herumzusitzen.

„Es ist wirklich ziemlich verrückt, aber komm ruhig rein. Wie war noch mal dein Name?“, fragte sie.

„Jack. Vielen Dank, ich habe Wein dabei, falls du Lust hast.“

„Ja, das klingt nach einem guten Abend“

Jack trat ein und legte seine Jacke ab. Maria führte ihn in das Wohnzimmer. „Setz dich doch, ich hole uns Gläser“ „Danke, schöne Wohnung übrigens!“

Nur wenig später waren Jack und Maria schon angeregt ins Gespräch vertieft und stellten fest, dass sie viel gemeinsam hatten, zum Beispiel ihre Liebe zu dem Pink Floyd-Album „THE WALL“. Der Wein leerte sich, die beiden kamen sich näher, und schließlich schlief Maria auf der Couch ein.

Maria erwachte aus ihren tiefen, alkoholgefördertem Schlaf, als sie etwas im Gesicht berührte. Sie wollte gerade etwas sagen, als das Klebeband ihren Mund auch schon völlig bedeckte. Kurz darauf wurde ihr klar, dass auch ihre Hände mit Klebeband gefesselt waren. Ihre Fußgelenke waren mit einem Gürtel verbunden. Jack stand über ihr und grinste sie an. „Guten Morgen, Schatz“, sagte er und fasste ihr an die Brust. Kurz darauf konnte er sich nicht mehr halten und vergewaltigte sie. Als er bemerkte, dass sie weinte, kam er heftig. Daraufhin setzte er sich auf einen Stuhl gegenüber von der Couch und beobachtete Maria lange. Sie sah so schön aus, so verzweifelt, so hilflos. Jack konnte sie drei Stunden lang einfach nur ansehen. Danach fesselte er sie mit einem Kabel an den Heizkörper und ging in die Küche. Draußen war es mittlerweile hell, es musste schon um die Mittagszeit sein. Maria wurde klar, dass sie eine ganze Weile geschlafen haben musste, bevor sie geknebelt wurde. Jack hatte einen guten Teil der Nacht damit verbracht, ihr beim Schlafen zuzusehen. Maria wurde nach einigem gezerre klar, dass eine Flucht unmöglich war, und sie verzweifelte vollends und brach zusammen. Jack machte sich derweil in der Küche Frühstück und trug es ins Wohnzimmer, wo er Marias Fesseln kontrollierte, bevor er aß. Er schaute ein wenig fern und redete zu Maria, erzählte aus seinem Leben und seiner Kindheit. Schließlich vergewaltigte er sie erneut, brutal und lange. Danach aß er zu Abend (das Frühstück konnte schon eher als „Brunch“ durchgehen) und wartete, dass es vollends dunkel wurde, was im Winter ja recht früh geschah. Jack holte daraufhin ein Nudelholz aus der Küche und schlug Maria, die mittlerweile vollends aphatisch war, bewusstlos. Er nahm ihren erschlafften Körper, bettete diesen zart auf die Couch und befreite ihre Füße.

Maria hatte vor einiger Zeit eine Flasche Vodka geschenkt bekommen, die sie seitdem im Schrank stehen hatte, da sie dieses Getränk nicht sehr schätzte. Jack verschüttete diesen Kartoffelschnaps nun über ihr und der Couch, danach ließ er die Flasche von Marias erschlaffte Hand aus auf den Teppich fallen. Er zündete den Adventskranz auf dem Couchtisch an und sorgte dafür, dass einige der Tannenzweige Feuer fingen. Als der Kranz sicher brannte, betrachtete Jack sein Werk noch einmal abschließend und wendete sich dann in zügigen Schritten zur Tür.

Als er ins Auto stieg, bemerkte er, dass über den Tag der meiste Schnee geschmolzen war, nur noch vereinzelt waren Hügel am Straßenrand zu sehen. Während Jack langsam durch die Siedlung Richtung Stadt fuhr, griff das Feuer in Marias Wohnung auf den Couchtisch über. Es erreichte dann rasch den Teppich und die Vodkalache. Als Maria begann zu brennen, erwachte sie noch noch einmal. Sie fühlte sich sehr schwach und hustete von Rauch, als sie einige Schritte von der Couch wegstolperte. Doch mittlerweile stand der gesamte Teppich in Flammen und Maria brach vom Rauch vergiftet abermals bewusstlos zusammen. Als die Feuerwehr alarmiert wurde, stand bereits das gesamte Haus in Brand, doch die Nachbarn bemerkten erst etwas, als der Feuerschein schon durch ihre Fenster fiel. Die Feuerwehr konnte nicht viel mehr tun, als ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. Jack erreichte derweil über einen Großen Bogen um die Stadt von der anderenen Seite sein Haus und genoss noch ein paar entspannte Tage. Er las in der Zeitung, die erst nach Weihnachten wieder erschien, von einem Feuer in der Nacht vom ersten zum zweiten Weihnachtsfeiertag. Die Ursache war noch ungeklärt, inoffiziell ging die Polizei jedoch schon davon aus, dass Maria nach einigem Alkoholgenuss auf der Couch eingeschlafen war (was ja nicht ganz unwahr war) und daraufhin der Adventskranz Feuer gefangen hatte. Diese Vermutung wurde nach einigen Ermittlungen als die wahrscheinlichste Möglichkeit so übernommen.

Einige Tage später ging Jack auf eine Silvesterparty mit seinen Freunden. Er traf dort eine Frau, die Maria erstaunlich ähnlich sah. Die beiden verliebten sich ineinander, wurden ein Paar und heirateten schließlich. Sie bekamen zwei Kinder. Fünf Jahre später war die Ehe quasi tot, doch um der Kinder willen blieben die beiden dennoch zusammen, auch wenn sie sich häufig stritten, wenn sie dachten, die Kinder würden es nicht hören. Aber Kinder haben sehr gute Ohren. Als die Kinder schließlich aus dem Haus waren, hatten sie sich so aneinander gewöhnt, dass sie rein aus Gewohnheit zusammen blieben, bis Jack schließlich starb und seine Frau einsam im Altenheim lebte, bis auch sie einige Jahre später starb. Jack war bis an sein Lebensende dankbar für das Weihnachtswunder, dass er erlebt hatte.

(*)an dieser Stelle war einstmals eine Unterbrechung, da der Artikel wegen meiner Faulheit aufgrund von Rücksichtnahme auf meine Mitposter in zwei Abschnitten veröffentlicht wurde. Hier der originale Wortlaut:

Wie auch der ehrenwerte Gründer unseres Blogs halte ich nun ein, da ich nicht weiß, wann ich wieder an einen Rechner gelange, um diese reizende Geschichte zu beenden, selbstverständlich nur, damit TheDedem besser dasteht. Dies jedoch halte ich für einen schönen Moment, um innezuhalten und sich selbst einmal Gedanken zu machen, wie es nun weitergehen könnte zwischen Jack und Maria. Selbstverständlich wird meine Genialität selbst eure wildesten Spekulationen in ihre Schranken verweisen, doch aussichtsloses Streben hat noch keinem geschadet.

Ohne weiteren Kommentar und ohne ausführliches Review veröffentlicht.