Eine (unausgereifte) Metakritik der AFD-Kritik

Die AFD Baden-Württenberg leugnet den Einfluss der Menschheit auf den Klimawandel (Seite 46f, die Süddeutsche berichtete). Es ist interessant, an dieser Stelle den inhaltlichen Unterschied zwischen einer Kritik der AFD-Flüchtlingspolitik und einer Kritik der AFD-Klimawandelleugnung herauszustellen.

Wer die AFD Flüchtlingspolitik kritisiert, kritisiert damit auf fundamentaler Ebene die zugrunde liegende Philosophie. Die AFD steht für eine Flüchtlingspolitik, die Deutschland und den Deutschen hilft. Auch dazu was die Begriffe Deutschland und Deutsch bedeuten, hat sie eine Meinung. Die zugrundeliegende Philosophie ist der Nationalismus, welcher auf dem folgenden Axiom basiert: „Die Menschen in meiner Nähe (Bsp.: meine Freunde, meine Familie, mein Dorf, mein Land) sind wichtiger als die Menschen außerhalb meiner sozialen Zirkel (Bsp.: Ausländer, nicht-Europäer, andere Kultur, andere Religion).“
Dies deckt sich mit der intuitiven Wahrnehmung. Auch, wer dieses Axiom ablehnt, fühlt stärker, wenn ein Familienmitglied (nah) stirbt, als wenn ein unbekannter Mensch tausend Kilometer weit weg stirbt (selbst heute, wo die letztere Situation durch die Medien bekannt gemacht wird). Eine häufiges vertretenes philosophisches Axiom eines Kritikers der AFD-Flüchtlingspolitik ist „Alle Menschen sind gleich wichtig.“, aus dem dann implizit folgt, dass man sich auch für Menschen einsetzen soll, zu denen man keine emotionale (oder sonstige) Verbindung hat. Sicherlich lässt sich lange über diese Ansichten streiten, auch darüber, wie treffend ich sie hier formuliert habe. Oder darüber, dass die oberflächliche Debatte nie wirklich bis auf diese Kernpunkte vordringt, sondern aneinander vorbei geredet wird, weil die Gegenseite unbewusst mit den gleichen Grundannahmen modelliert wird. Ich möchte aber nun erläutern, warum ich eine Kritik an der AFD-Klimawandelleugnung für fundamental anders halte.

Wer die AFD dafür kritisiert, dass sie schreibt:

Die Klimaschädlichkeit des anthropogenen CO2 ist in der Fachwelt hoch umstritten, der deutsche Anteil am weltweiten CO2 Ausstoß ist verschwindend gering.

kritisiert auf einer anderen fundamentalen Ebene. Es wird nicht eine Philosophie kritisiert, sondern eine faktische Unstimmigkeit. Die gegensätzlichen Positionen sind: „Von Menschen freigesetzte Treibhausgase (unter anderem CO2) haben einen signifikanten Einfluss auf das Klima.“ gegen „Von Menschen freigesetztes CO2 hat keinen signifikanten Einfluss auf das Klima.“
Dieses Argument ist orthogonal zu dem obigen, denn auch ein Nationalist muss unter der Annahme, dass CO2 das Klima schädigt, zu dem Schluss kommen, dass auch seine eigene Nation davon betroffen ist und dementsprechend Handlungsbedarf besteht. Dabei muss diese Annahme auch keinesfalls sicher sein, nur Wahrscheinlichkeit multipliziert mit Schwere der zukünftigen Folgen müsste größer sein als die erforderlichen Kosten für eine Energiewende. Der nationalistische Ansatz zum Klimaschutz mag vielleicht ein anderer sein (dies schwingt in dem zweiten Halbsatz des Zitats mit, „sollen doch die anderen sparen“), doch den Mensch gemachten Klimawandel grundsätzlich nicht als Fakt zu erachten, folgt keinesfalls (oder zumindest nur indirekt auf der Ebene der Wahrheitstheorie) aus der philosophischen Grundeinstellung.

Warum ist mir diese Unterscheidung wichtig? Wie bereits erwähnt, wird bei diesen Diskussionen fast immer aneinander vorbei geredet. Dies ist im bei der Flüchtlingspolitik verständlich, da die zugrundeliegenden Annahmen sehr fern von den tatsächlich diskutierten Punkten stehen. Die AFD sagt dann, das es schlecht für unser Land ist, wenn zu viele unqualifizierte Flüchtlinge einwandern, und die Kritiker sagen, das es schlecht für die Geflüchteten ist, wenn wir sie nicht in unserem Land aufnehmen. Die Kritiker argumentieren, dass Geflüchtete eine große Chance darstellen da es ja eh an Nachwuchs fehlt. Die AFD sagt dann, dass unsere Kultur verdrängt wird, und wir lieber unsere Familien stärken sollten, damit es mehr deutschen Nachwuchs gibt. Das ist dann, als ob ein Atheist mit einem Christen diskutiert ohne dass die beiden vorher mal abgeklärt haben, dass sie sich in dem fundamentalen Punkt „es gibt einen Gott“ unterscheiden.

Im Falle der Klimawandelleugnung ist der zugrundeliegende Streitpunkt jedoch sehr offensichtlich. Das kann als Chance gesehen werden, tatsächlich eine sachliche Debatte zu führen. Ob diese Debatte dann zielführend ist, sein mal dahingestellt. Aber zumindest könnte man mal über das Reden, worum es wirklich geht, anstatt auf beiden Seiten nur mit emotionalen Totschlagargumenten um sich zu werfen.

Einfache Einsätze, Einfältig Eingefädelt

Das Internet zerstört dein Leben.
Wer das sagt, lebt auch Glutenfrei.
Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.
Früher war alles besser.
Die Leute denken einfach nicht nach.
Das interessiert doch niemanden.
Das sind halt so Naturgesetze.

Die Jugend von Heute hat keinen Respekt mehr.
All Cops Are Gay.
Diese verweichlichte Feminismuskultur macht meinen Sohn noch zur Schwuchtel.
Die Linksextremen sind doch genau so schlimm.
Deutschland geht vor die Hunde.
Die Presse lügt.
Son‘ kleinen Hitler bräuchten wir mal wieder.
Es war ja auch nicht alles schlecht.

PS: Dies ist kein Konsistenzartikel, nur ein Gedicht zum Sonntag (Bluttrinker Edition). Es gibt keine Konsistenzartikel mehr, es hat auch noch nie welche gegeben. Konsistenz ist eine Illusion. Zeit ist eine Illusion. Artikel sind eine Illusion. Alles ist eine Illusion. Wach endlich auf! Das Internet zerstört dein Leben!

Und jetzt: Das Wetter.

Dir, Pöbel des Internets!

¹

Aufgrund meiner Empfindung dem aktuellen Wetter gegenüber, welches mir als ungewöhnlich warm vorkommt, habe ich begonnen in meiner Rolle als Zombie der allmächtigen Eule nachzudenken; Und bin dabei auf erstaunliche Erkenntnisse gestoßen.

Wir sehen uns am Beginn einer Entwicklung, die nichts anderes zur Folge haben kann als die Gleichschaltung aller Jahreszeiten!

Genauer bedeutet dies: Der Winter wird wärmer, der Sommer kälter, der Frühling herbstlicher und der Herbst frühlingshafter. Im einzelnen werden sich die Temperaturen wohl zwischen fünf und fünfzehn Grad Celsius dauerhaft einpendeln und der Himmel wird immerzu bedeckt sein von einer dünnen Schicht grauer Wolken aus denen unablässig ein kaum bemerkbarer Nieselregen fällt.

Vielleicht werden also künftige Generationen nicht mehr in den Genuss von ganzen vier vollwertigen Jahreszeiten kommen, sondern nur noch eine einzige erleben, deren Name vorzugsweise eine Permutation der Namen der bestehenden Jahreszeit ist. Vorstellbar wären zum Beispiel Früsohewi, Sofrüh-Winther, Ingerster oder auch Frmmbstntr.

Unter diesem Blickwinkel betrachtet können wohl auch das Scheitern des Klimagipfels und der vor einigen Jahren allseits proklamierte, inzwischen aber wieder vergessene, Klimawandel nur Rädchen in der Maschinerie der allmächtigen Eule sein, die dies alles nur mit einem Kalender und einem Edding vorbereitet hat.

Doch zu welchem Zweck? Lange habe ich als Eulenzombie darüber nachgesonnen, und manch ein Lösungsansatz ist mir in klimatisch wirren Visionen erschienen. Der erste Ansatz, den ich zu verfolgen begann, war die Zufriedenheit insbesondere des deutschen Volkes, das sich über jegliche Extrema extrem echauffiert und dem eine solche Gleichschaltung sicherlich sehr zusagen würde, würden dann doch diese Extrema zunächst sehr verringert und schließlich, so der Plan der allmächtigen Eule gelingt und daran darf wohl kein Zweifel bestehen, komplett verschwinden. Zurück bliebe also insbesondere dem deutschen Volk kein Grund mehr sich zu beklagen, außer der extremen Gleichförmigkeit des Wetters. Da Gleichförmigkeit und Gleichschaltung aber historisch gut verträglich sind mit insbesondere dem deutsche Volk, bildet diese wohl eine Ausnahme zur Regelmäßigkeit über extremes echauffieren über Extrema.

Dem, wer da nun schon Heureka ruft, sei gesagt, dass die allmächtige Eule nur reinstes Gold besitzt, dennoch vom Tragen einer Krone absieht, da eine solche beim Fliegen mehr hinderlich denn dienlich ist. Des Pudels Kern ist also noch nicht enthüllt, es steckt mehr hinter diesem perfiden Spiel mit den Jahreszeiten, als nur die Zufriedenheit.

In Wahrheit steckt hinter allem die Untragbarkeit der Varianz im aktuellen System mit vier voll ausgeprägten Jahreszeiten. Die vorhandene Varianz verlangt vom Volk immer wieder die Anpassung an neue Bedingungen, die das Wetter an es stellt. Dadurch wird es (insbesondere das deutsche) immer wieder einer emotionalen Verwirrung bzw. einem Unmut unterworfen. Um nun den ursprüngliche Zustand der gemütlichen Gleichgültigkeit wieder herzustellen bedarf es einer rationalen Überwindung dieser emotionalen Unzulänglichkeiten: Das Volk ist gezwungen um seines eigenen emotionalen Wohles Willen zu denken! Dies ist natürlich für die allmächtige Eule inakzeptabel.

Die Gleichschaltung der Jahreszeiten bringt die benötigte Lösung: Die Gedanken der Menschen werden hinfort gespült vom immerwährenden Nieselregen aus ewig träge hängenden grauen Wolken bei gewohnten fünf bis fünfzehn Grad Celsius, hinab in die Abwasserkanäle, um zur bedenkenlosen Wiederverwendung von Fachkräften sorgfältig von allen gefährlichen Einflüssen befreit und wieder in den Kreislauf eingespeist zu werden. Falls man dann nach dem Genuss von frischem Wasser einen wiederkehrenden Gedanken hat, so ist dieser nun leicht bekömmlich ohne das man beim Verzehr auf die eigene Linie achten müsste.

Natürlich sehen wir uns als Eulenzombies verpflichtet diesen Vorgängen weiter nachzugehen.

Bis dahin:
Prost und tue, wie die Eule befiehlt!

¹ Diese Fußnote sollte erst zum Schluss gelesen werden, obwohl sie einige Worte enthält, die dem Text vorangestellt werden müssen.
Die in diesem Text enthaltenen Informationen können faktisch als Fakten gesehen werden, sind sie doch durch rein subjektive Eindrücke und Gedanken des Autors offenbart worden. Des weiteren ist die Themenwahl in voller Absicht geschehen, trat nach der Veröffentlichung des enthüllenden Artikels über THE WALL hier doch eine Art unangenehmes Schweigen ein, da sich wohl niemand im Stande sah eine ähnlich meisterhaft aufklärerische Leistung zu erbringen. In diesem Kontext nimmt sich dieser Artikel dem immerzu tiefgründig und nachhaltig diskutierten Thema des Wetters an, mit dem Ziel, die vorgegebene Gewichtigkeit eines Textes durch THE WALL schon mit der Wahl des diskutierten Subjekts zu erfüllen.