Einfache Einsätze, Einfältig Eingefädelt

Das Internet zerstört dein Leben.
Wer das sagt, lebt auch Glutenfrei.
Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.
Früher war alles besser.
Die Leute denken einfach nicht nach.
Das interessiert doch niemanden.
Das sind halt so Naturgesetze.

Die Jugend von Heute hat keinen Respekt mehr.
All Cops Are Gay.
Diese verweichlichte Feminismuskultur macht meinen Sohn noch zur Schwuchtel.
Die Linksextremen sind doch genau so schlimm.
Deutschland geht vor die Hunde.
Die Presse lügt.
Son‘ kleinen Hitler bräuchten wir mal wieder.
Es war ja auch nicht alles schlecht.

PS: Dies ist kein Konsistenzartikel, nur ein Gedicht zum Sonntag (Bluttrinker Edition). Es gibt keine Konsistenzartikel mehr, es hat auch noch nie welche gegeben. Konsistenz ist eine Illusion. Zeit ist eine Illusion. Artikel sind eine Illusion. Alles ist eine Illusion. Wach endlich auf! Das Internet zerstört dein Leben!

Opfer berichten: So hat Milow mich psychisch ruiniert!

Aufgrund fehlender Rechtsgrundlagen hat die Verhaftung von Milow lange auf sich warten lassen. Er hatte deshalb Gelegenheit, vielen Menschen ernsthafte psychische Schäden zuzufügen. EULENZOMBIE sprach mit einigen.

Erna B. Ist eine auf den ersten Blick normal wirkende Frau in ihren 30gern. Sie wirkt im Vorgespräch fröhlich und gefasst. Erst als wir auf Milow zu sprechen kommen, zeigt sich, wie zerrüttet sie innerlich ist:
„Ich habe mein Leben lang Popmusik und Singer-Songwriter gehört, meistens das, was gerade im Radio lief. Auch das Lied von Milow [Erna erschauert, als sie seinen Namen ausspricht] habe ich zuerst im Radio gehört. Die eingängige Melodie ging mir sofort ins Ohr und auch die Stimme von Milow hat mir gleich gefallen. Auf den Text habe ich gar nicht geachtet, aber es klang alles wie ein Liebeslied, gerade der Refrain „You and me, it’ll be only you and me“ hat mich angesprochen. Ich habe mir schließlich auch die CD gekauft und immer wieder gehört. Lange habe ich nichts vom Einfluss des Liedes gemerkt, außer, dass ich mich immer stärker zu Milow hingezogen gefühlt habe. Aber irgendwann [das Erzählen fällt Erna sichtlich schwerer] habe ich seltsame Neigungen in mir festgestellt. Ich fand mich zu dünn und irgendwie zu lang gewachsen. Außerdem hörte ich auf zu Duschen. Als mein Mann mich darauf ansprach, offenbarte ich ihm, dass ich auch andere sexuelle Neigungen verspürte. Ich wollte mich gerne [sie erschauert] in einen Käfig stecken lassen oder sogar bewegungslos Fesseln lassen! Mein Mann aber merkte natürlich sofort, dass solche Neigungen pervers und falsch sind und ging deshalb mit mir zu einem Psychologen. Der wusste sofort Bescheid, ich war ja kein Einzelfall. Er schickte und zu einer Psychotherapeutin und empfahl mir eine Selbsthilfegruppe aus Betroffenen. Es war eine sehr schwere Zeit für mich, aber ich befinde mich nun auf dem Weg der Besserung. Ich kann allen anderen Frauen, die ähnliche Neigungen spüren, nur dringend raten, sich Hilfe zu suchen! Ihr seid nicht allein!“
Erna B. ist kein Einzelfall. Wir sprachen mit vielen Frauen, die ähnliche Schicksale durchmachten. Aber auf Männer konnten von Milows Lied getroffen werden:
„Ich bin Reporter bei einer großen deutschen Online-Zeitung. Da ich einen Artikel über Milows Festnahme schreiben musste, war ich gezwungen, mir das Lied noch ein Mal anzuhören. Ich hatte es schon vorher gelegentlich im Radio gehört, aber immer so gut es ging ignoriert. Nun musste ich es bewusst anhören und sogar auf den Text achten! Da ich normalerweise Death Metal und ähnliches höre, bin ich brutale Texte gewöhnt, aber dieser übertraf alles, besonders durch die verharmlosende Musik wirkte er so furchtbar. Ich wurde zudem von meinen skrupellosen Chefredakteuren, bei denen ich einen Knebelvertrag unterschrieben und an die ich meine Seele verkauft habe, dazu gezwungen, mir das Musikvideo des Hasspredigers anzusehen und über die darin gezeigten Grausamkeiten einen Artikel zu verfassen. All dies hat mich völlig traumatisiert. Ich höre die ganze Zeit dieses Lied in meinem Kopf, was ja aufgrund seiner eingängigen Melodie auch schwer zu vergessen ist. In meinen Träumen vermischt es sich mit den verstörenden Bildern des Videos und mit schreienden, gefolterten Frauen. Aufgrund meines Knebelvertrages habe ich keine Krankenversicherung und nicht genügend Einkommen, um mir professionelle Hilfe zu suchen. Ich weiß nicht, was passieren wird, wenn Bruno Mars gefasst wird und ich über sein Lied berichten muss.“

DIESER ARTIKEL IST TEIL VON EULENZOMBIE-PREMIUM! FALLS SIE IHN SOEBEN GELESEN HABEN, OHNE DIE PREMIUM-MITGLIEDSCHAFT BEZAHLT ZU HABEN, HABEN SIE SICH STRAFBAR GEMACHT! FALLS SIE NACHTRÄGLICH BEZAHLEN, SEHEN WIR VON EINER ANZEIGE AB. MELDEN SIE SICH DAZU HIER. SOLLTEN SIE NICHT ZAHLEN, WERDEN WIR DIE INTERNET-POLIZEI BENACHRICHTIGEN, DIE SIE MITTELS IHRER IP-ADRESSE AUSFINDIG MACHEN UND ZUR RECHENSCHAFT ZIEHEN WIRD.

Frohes Fest

Verehrte Leser,

Ich präsentiere an diesem Tage, der ganz im Zeichen der Liebe (zum Einzelhandel) steht, ein erquickliches Gedicht. Möge es denen als Notlösung dienen, die es trotz Dauerfeuer aus den Rohren der Medien vollbracht haben, den Valentinstag zu vergessen. Leset es nur eurem Partner vor, auf dass der Eindruck überragenden Intellekts gepaart mit Gottähnlicher Kreativität von diesem Werke auf euch übergehe.

Einst war’s der Trieb, der uns da rief:
Folget dem biologischen Imperativ.
Doch nutzte bald jeder, der nicht schlief,
Gegen die Kinder ein Präservativ.

So wurd’s die Gesellschaft, die uns rief:
Folget dem sozialen Imperativ!
Dass jeder, der allein noch lief,
Sich fragt, ob er denn attraktiv.

Sieht er’s doch in großen Filmen,
Der Mensch wird nur zu zweit recht glücklich
Und wer den Partner kann nicht finden,
Muss mehr anpassen der Welt sich.

Und so scheint nun alles klar,
Schlampig sein erscheint unklug
Was schon immer kleidsam war,
Ist ein schwarzer Seidenanzug

Um die Liebste sich zu krallen,
Zückt der Mann sein Portmonee
Einzig um ihr zu gefallen,
Verkauft er noch den rechten Zeh.

Dieses merkt nun, steht’s bereit,
Der Einzelhandel, diese Pest.
Und er schafft uns dieserzeit
Ein gar wunderbares Fest.

So muss er sein Weib beschenken,
Da sie ihn sonst nicht mehr liebt
Denn es würde sie stark kränken,
Wenn sie keine Rosen kriegt.

Tut er dies für ein paar Jahre,
Folgt auch bald das erste Kind.
Kriegt es dann die ersten Haare,
Muss das nächste her geschwind.

Und sie kaufen weiter Dinge,
Haus und Auto, exklusiv,
Denn so folgen schließlich alle
Dem biologischen Imperativ.

Anmerkung: Aufgrund einer bevorstehender Matheklausur in Kombination mit einem etwas zu fesselndem Buch von Cornelia Funke wirkt es noch ein wenig ungeschliffen hier und da.