Make the Eulenzombie Great Again!

Pöbel des Internets!

Wir stehen an einer historischen Wende. Lange wurde der Eulenzombie für tot erklärt, er wurde ignoriert und belächelt. Wie häufig haben seine Gegner gesagt: Aha, interessant; und doch nur knapp unter der Oberfläche, diese gleichsam durchscheinend und ohne wirkliche Anstalten zum Verbergen, Gedanken von Desinteresse und Ignoranz genährt. Der Eulenzombie wurde verachtet und war nicht mehr als ein Witz für die Mächte des Fakts. Doch, das sage ich dir, oh Pöbel: Diese Zeiten haben nun ein Ende!

Der Eulenzombie wird sich nicht weiter ausblenden und gleichsam verbannen lassen. Er selbst sagt: Die Zeit der Unterdrückung ist vorbei. Vorbei ist die Zeit im Schatten, abgedrängt am Rande, ausgegrenzt, vorbei die Zeit der Unerhörtheit, vorbei die Zeit der Verdammung! Der Eulenzombie ist eine feste Institution und jedermann, der dies nicht anzuerkennen bereit ist verweigert sich im selben Atemzug der Wahrheit. Die Wahrheit lautet, dass der Eulenzombie eine Macht ist; und die Mächte des Fakts fürchten ihn und erkennen ihn sodann als Macht an.

Doch, oh Pöbel, schaudere nicht, denn keine Veranlassung dazu sollst du verspüren. Jeder Feind des Eulenzombies mag zurecht in ein Heulen und Zähneklappern verfallen, doch allen anderen sei gesagt: Der Eulenzombie ist mit euch! Der Eulenzombie ist für alle da! Unter seiner starken Hand muss kein Pöbel etwas fürchten, denn der Eulenzombie ist ein Eulenzombie allen Pöbels und mahnt: Pöbel aller Länder, vereinigt euch! Jeder Pöbel mag nach eigenem Dünkel pöbeln solange er nur pöbelt. Alle jene, die nicht pöbeln, die den Fakt suchen oder gar dem Argument folgen sind erklärte Feinde des Eulenzombies. Ihnen ruft er zu: Ich bin die neue Zeit! Schwört ab euren alten Mächten und wisset, dass allein der Pöbler sich gehört verschaffen wird im tosenden Sturm des Wandels.

Die Zeit des Eulenzombies ist jetzt und er wird werden, wie er einst war und nie aufgehört hat zu sein. Das ist die Wahrheit. Niemals wird er sich ändern, immer gleich bleiben und zu alter Größe zurückfinden, die er niemals verloren hat.

Die Mächte des Fakts haben den Eulenzombie für obsolet erklärt und so verkannt, dass der Fakt und nicht die Pöbelei längst der Bedeutungslosigkeit anheim gefallen ist. Der Pöbel dürstet nicht nach Argumenten – er verabscheut sie – allein, er will pöbeln. Es ist dem Pöbel auch nicht umhin nach Gerechtigkeit oder Wohlstand zu streben – allein, er will pöbeln. Seine Lage interessiert ihn nur insoweit er sich fragt: Bin ich frei zu pöbeln, oder bin ich es nicht? Der Pöbel erkennt nur das Gesetz des Pöbelns an, dass da lautet: Das Pöbeln ist frei und soll nur behindert werden durch das Pöbeln eines Lauteren. Die Mächte des Fakts verkennen diese Wahrheit in ihrer Verblendung, denn sie verstehen nichts vom Pöbeln und sind folgsam entmachtet. Der Eulenzombie jedoch tritt hervor und begehrt auf gegen die Mächte des Fakts und schmettert sie nieder und nimmt so seinen angestammten Platz ein, der ihm seit jeher gebührt. Zu alter Stärke wird der Eulenzombie finden, denn wisset: Dies ist die Wende der Zeiten.
Dies ist das Zeitalter des Eulenzombies!

Make the Eulenzombie Great Again!

Wer Kinder glücklich macht, wird ein glücklicher Mensch

Dir, Pöbel des Internets!

Nun! Endlich! Zugegebenermaßen! Doch von vorn.

Vor vielen Jahren, als der Eulenzombie noch jung und frisch und voller Leben war, da wanderte ich, euer werter Autor und Pöbler, durch die Straßen der großen Stadt und sah, man glaubt es kaum, ein Plakat. An einer Bushaltestelle, in der Fußgängerzone, beim Einkaufen, der erste Kontakt ist im Einerlei der Erinnerung entschwunden. Doch hinterließ es einen so bleibenden Eindruck, dass es mich bis heute verfolgt und wenn jedes Jahr eine Neuauflage des Plakats erscheint, denke ich zurück und denke, dass ich mir schon vorher dachte, dass unbedingt ein Eulenzombieartikel aus diesem Plakat, bzw. diesen Plakaten erwachsen müsse. Doch nie ist es dazu gekommen, weil … siehe hier.

Nun aber! Endlich! Nach all den Jahren! Ein Artikel über die Plakate der GOLDENEN BILD DER FRAU! (Disclaimer: Ich habe mich nicht mit dieser verliehenen Auszeichnung, den nominierten Frauen, deren Tätigkeiten oder sonst wie mit irgendwelchen Hintergründen aufgehalten, die Plakate haben auch jegliche Lust dazu geraubt.)

Das erste Mal, dass mir diese Plakate aufgefallen sind, stand auf einem folgender Satz:

Wer Kinder glücklich macht, wird ein glücklicher Mensch

Als geübter Satiriker und Zyniker hatte ich dabei direkt diese Idee im Kopf:

wer_kinder_gluecklich_macht_kleinSeither sind die Sprüche, mit denen jedes Jahr die Anwärterinnen auf die Auszeichnung der Goldenen Bild der Frau (übrigens meistens älteren Semesters und weiß) beworben werden an Allgemeinplätzen und Reißerischkeit nicht zu überbieten.

Hier drei der Sprüche aus der diesjährigen Kollektion, in neuem graphischen Gewand. Das traurige an der ganzen Sache ist, dass das Engagement der Frauen vermutlich richtig und wichtig ist (z.B. Einsatz für Waisenkinder in Afrika, Einsatz gegen die Verschmutzung der Weltmeere). Doch wenn das Zitat nach einem Werbespruch für einen Blockbuster klingt, dann sei es so:

waisenkinder_kleinmeeresuntergang_kleintiertherapie_kleinEine weitere Frage, die sich bei der Goldenen Bild der Frau stellt ist, warum die Trophäe an sich eigentlich eine so dürre Frau darstellt und aussieht wie ein weiblicher Oscar. Aber lassen wir das.

NSA, Mit Freundlichen Grüßen

… Die Welt liegt uns zu Füßen
Denn wir steh’n drauf.

Dir, Pöbel des Internets!

Das Offensichtliche möchte offensichtlich getan werden und was ist im Anbetracht der Lage offensichtlicher?!
Also:

Warten auf Aufklärung

Eine Landstraße. Ein Baum. Abend.

ESTRAGON sitzt auf einem flachen Steinhaufen. Papiere liegen um ihn herum, die er zu verschiedenen Haufen sortiert, erschöpft inne hält, wieder durcheinander bringt, neu sortiert, etc.
Auftritt VLADIMIR.
E [Wirft die Papiere wieder durcheinander]: Da kann man nichts machen.
V: Es ist an der Zeit.
E [Klaubt die Papiere zusammen und steckt sie sich in die Taschen]: Mein lieber Vladimir, nach besten Wissen und Gewissen habe ich gearbeitet, den ganzen Tag. Ich bin bereit dir Rede und Antwort zu stehen.
V: Was steht in den Papieren?
E: Das kann ich nicht sagen.
V: Aber du hast sie doch gewissenhaft durchgearbeitet?
E: Nach besten Wissen und Gewissen.
V: Den ganzen Tag hast du sie studiert und analysiert.
E: Nach bestem Wissen und Gewissen.
V: Was also steht in ihnen?
E: Das kann ich dir nicht sagen. [Pause] Diese Papiere sind geheim und ich bin leider nicht befugt dir zu sagen, was ihr Inhalt ist.
V: Warum hast du mich also herbestellt?
E: Ich schulde dir Antworten.
V: Dann begleiche deine Schuld und sage, was in diesen Papieren steht.
E: Ich bin leider nicht befugt, dir dies zu sagen. Ich kann dir nur nach bestem Wissen und Gewissen antworten.
V: Wie kannst du nach bestem Wissen und Gewissen antworten, wenn du keine Befugnis hast irgendetwas zu sagen?
E: Das Recht ist meine Gewissen und mein Gewissen ist das Recht. Was nicht recht ist, ist gegen mein Gewissen und was gegen mein Gewissen ist, ist nicht im Recht.
V: Du hast mir also nichts zu sagen.
E: Ich habe dem von mir Gesagtem nichts hinzuzufügen.
V: Also kann ich wieder gehen.
E: Nein.
V: Weshalb sollte ich bleiben?
E: Du musst warten bis die Aufklärung kommt.
V: Warum?
E: Dann wirst du wissen, was in den Papieren steht.
V: Wer kann mich aufklären?
E: Ich.
V: Gibt es noch andere?
E: Ich hoffe nicht, aber man kann nie wissen.
V: Warum sollte ich also länger hier warten?
E: Um aufgeklärt zu werden.
V: Aber es ist niemand da, der mich aufklären würde.
E: Ich bin da.
V: Wieso solltest du mich aufklären, was in den Papieren steht.
E: Ich kenne ihren Inhalt. Ich habe sie lange studiert und kenne sie ganz genau.
V: Dann sag mir: Was ist ihr Inhalt.
E: Mit bestem Wissen und Gewissen, kann ich dir sagen …
V: Was? Was?
E: Der Inhalt der Papiere ist geheim. Ich habe dem nichts hinzuzufügen.
V [Zu sich selbst]: Was mache ich hier?
E [Feierlich]: Du bist hier, damit ich dir mit bestem Wissen und Gewissen …
V [Unterbricht]: Ich WEIß!
E: Warum fragst du dich also?
V: Warum willst du mir Antworten geben?
E: Ich bin es dir schuldig.
V: Welche Schuld bindet dich an mich?
E: Die Papiere.
V: [Überlegt] … Sie betreffen mich …
E: Ich habe dem nichts weiter hinzuzufügen.
V: Wenn die Papiere mich betreffen, so habe ich ein Recht darauf, zu erfahren, was in ihnen steht.
E: Mein Gewissen ist das Recht, das Recht ist mein Gewissen.
V: Und?
E: Ich sage nein.
V: Aber du kannst mir sagen, dass die Papiere mich betreffen?
E: Ich kann dir nach bestem Wissen und Gewissen antworten und sagen, dass ich dir diesbezüglich nichts sagen kann. Warum aber sonst sollte ich dich hergerufen haben? Aber bestätigen kann ich dir dies nicht.
V: Sollten die Papiere mich betreffen, so muss ich sie doch einsehen können. Es könnte mir sonst Schaden daraus erwachsen.
E: Ich bin ein Verwahrer geheimer Informationen und weiß mit solcherlei gewissenhaft umzugehen.
V: Aber …
E: Du bist unordentlich und nachlässig und geheime Informationen wären bei dir nicht sicher verwahrt. Wie die Überraschungsparty für Pozzo.
V: Woher weißt du …
E: Ich habe dem nichts weiter hinzuzufügen. Du kannst dich glücklich schätzen, dass ich hier bin und dir mit bestem Wissen und Gewissen Rede und Antwort stehe. Ich bin nur deinetwegen hier und hätte weit wichtigeres zu tun. [Zieht ein paar Blätter aus seinen Taschen und wedelt damit herum, bevor es sie zurückstopft]
V: Du arbeitest mit diesen Papieren?
E: Die Arbeit mit ihnen ist mein Leben. Sie sind komplex und schwierig zu verstehen und sie rauben mir den letzten Nerv. Und das alles nur, damit ich dir Rede und Antwort stehen kann …
V: … nach bestem Wissen und Gewissen …
E: … nach bestem Wissen und Gewissen.
V: Aber du wirst mir nichts verraten bis die Aufklärung kommt …?
E: Welch ein Verwahrer von Geheimnissen wäre ich denn dann?
V: Und du bist der einzige der mich aufklären kann …
E: Es mag andere geben, aber ich bin der Naheliegendste. Immerhin verwahre ich die Papiere auch nur für dich.
V: Nur für mich? Wer hat dir das aufgetragen?
E: Du selbst. Erinnerst du dich nicht? Es ist schon lange her.
V: Dann kann ich dir auch befehlen, mir den Inhalt der Papiere zu zeigen.
E: So einfach ist das nicht.
V: Warum nicht?
E: Du musst dich an das Recht halten. Und das Recht ist mein Gewissen.
V: Aber kann das Recht sich nicht ändern?
E: Dazu müsste sich mein Gewissen ändern. Das ist unwahrscheinlich. Dies ist nur durch die Ankunft der Aufklärung möglich.
V: Und du kannst die Aufklärung herbeiführen.
E: Das wäre das Naheliegendste. Dazu muss ich allerdings diese Papiere noch gründlich studieren, um mit bestem Wissen und Gewissen Rede und Antwort stehen zu können, wenn die Aufklärung kommt.
V: Irgendwann wird sie kommen …
E: Irgendwann. Bis dahin habe ich dem nichts mehr hinzuzufügen. [Breitet die Papiere aus seinen Taschen wieder vor sich aus, beginnt sie zu sortieren, durcheinanderzubringen, neu zu sortieren, …]
[VLADIMIR ab.]
[Vorhang.]

Einfache Einsätze, Einfältig Eingefädelt

Das Internet zerstört dein Leben.
Wer das sagt, lebt auch Glutenfrei.
Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.
Früher war alles besser.
Die Leute denken einfach nicht nach.
Das interessiert doch niemanden.
Das sind halt so Naturgesetze.

Die Jugend von Heute hat keinen Respekt mehr.
All Cops Are Gay.
Diese verweichlichte Feminismuskultur macht meinen Sohn noch zur Schwuchtel.
Die Linksextremen sind doch genau so schlimm.
Deutschland geht vor die Hunde.
Die Presse lügt.
Son‘ kleinen Hitler bräuchten wir mal wieder.
Es war ja auch nicht alles schlecht.

PS: Dies ist kein Konsistenzartikel, nur ein Gedicht zum Sonntag (Bluttrinker Edition). Es gibt keine Konsistenzartikel mehr, es hat auch noch nie welche gegeben. Konsistenz ist eine Illusion. Zeit ist eine Illusion. Artikel sind eine Illusion. Alles ist eine Illusion. Wach endlich auf! Das Internet zerstört dein Leben!

Gedicht zum Sonntag

Dir, Pöbel des Internets!

Dir sei unverhofft ein wertlos melancholisches Stück Textes gegeben, sonderbar in Struktur und Aussehen, dass jemand, wie der Titel des Posts es ja auch schon nahelegt, es Gedicht zu nennen vermöchte. Das Ganze passt natürlich in seiner Besinnlichkeit und subtiler Stille so gar nicht in diese Zeit des Jahres, denn heute ist tatsächlich auch: Der erste Advent. Aber zum Kontrastprogramm kommen wir später, zunächst erstmal das „Gedicht“, damit wirs hinter uns haben.

When the weird get normal, the going turns boring

Schreiben. – Was?
Der Kopf ist leer und voll zugleich
Die Gedanken bilden ein weißes Rauschen ohne erkennbaren Sinn
 ohne Aussage
Die Fülle verkehrte sich in die Leere
 der Überfluss ins Nichts

Schreiben. – Wann?
Ich habe doch keine Zeit!
So wenig Zeit, so viel zu erledigen
 So viel, dass ich nur prokratiniere
Die Zeit die ich nicht habe nutze ich nicht
 Und sie wandelt sich ins Nichts

Schreiben. – Warum?
Eine eherne Bedeutung des geschriebenen Wortes
Existiert sie noch?
Wenn das Leben sich im Nichts auflöst, verloren
Kann ein Wort eine Bedeutung haben
 Aufragend aus dem weißen Rauschen?
Kann ein Text eine Zeit schaffen
 Die nicht verschwendet ist?
Kann Schreiben Bedeutung erlangen
 Oder löst es sich auch nur auf im Nichts?

 

So, damit ist das schlimmste überstanden. Nun ist die Zeit des

Advent

Eine Hektische Zeit des
Rennens und Eilens von
Geschäft zu Geschäft um
Geschenke zu kaufen für
Alle die man kennt und
Liebt, denn soziale
Kontakte basieren ja
Immer auf
Materiellen
Geschenken und
Alle Massen Besaufen
Sich mit Glühwein, dabei
An Hochseile gehängte
Weihnachtsmänner
begaffend, bis
Sie Besinnungslos
Sind in dieser
Zeit der
Nächsten
Liebe

Hm, ja, schon wieder so ein Gedicht und nicht einmal ein besonders originelles oder bewegendes. Weihnachtsbashing kann ja jeder. Aber kann jeder auch DAS?!:
Der Weihnachtsmann

Damit haben wir wohl wieder einen Vogel …

PS: Das hab ich noch gefunden … erhält ja auch vielleicht wieder Aktualität. Damit hat der Beitrag dann auch zwei Gedichte und zwei Bilder und wir sind dem Gleichgewicht des Universums etwas näher gekommen.
Will it happen?

Wenn das RTL-Filmteam zweimal klingelt

Dir, Pöbel des Internets!

Du bist zu Hause, nichtsahnend, und plötzlich, einem  schrillen Schrei gleich, schallt die Türklingel durch die Wohnung und du bist dir sicher, dass ein Schatten auf diese deine Räume gefallen ist, wie wenn sich eine finstere Wolke vor die Sonne schiebt, ein Herold des Unheils, indem die Natur die Verwirrungen des Menschen beobachtet und mitfühlt. Verunsichert löst du dich aus deinen Tätigkeiten und gehst mit wankendem Schritt, im Gemüt stark bewegt, wer dich wohl jetzt heimsuchen möge, zur Haustür, die dich, so scheints, warnen möchte, sie nicht zu öffnen. Aber die Gebote der Höflichkeit treiben deine Schritte, wie mit Peitschenhieben, fort und befehlen dir, die Tür, dieses Portal zum Schrecken, zu öffnen. Du drückst die Klinke und auf der andere Seite wartet … ein RTL-Filmteam.

Wer kennt diese Situation nicht?

Und wer hat ihr nicht schon völlig hilflos gegenüber gestanden? Manch einer mag sich mit der Zeit eine Strategie entwickelt haben um dieser Situation möglichst glimpflich zu entgehen, doch so oft man sie auch schon gemeistert hat, ein Rest von Unsicherheit bleibt doch immer bestehen.

Diese Sorgen sind nun Schnee von gestern, denn die folgende anschauliche Anleitung zur erfolgreichen Bewältigung einer Konfrontation mit einem RTL-Filmteam, dass vor den eigenen vier Wänden lauert, wird die Sorgen zu Schnee von gestern machen!

Die Anleitung wird in dramatischer Form mit Anmerkungen präsentiert, so dass eine anschauliche, mustergültige Situation kreiert wird, deren zugrundeliegenden Mechanismen durch die Erläuterungen verständlich verdeutlicht werden. Die erklärenden Kommentare sind in kursiver Schrift gehalten.

Die arme Seele, die vom RTL-Filmteam heimgesucht wird, hat soeben nichtsahnend die Tür geöffnet und braucht etwas Zeit, um sein Gegenüber zu erkennen.
RTL-Filmteam: Guten Tag Herr …, ich bin ein RTL-Filmteam und würde Sie gerne für eine reißerische Pseudodokumentation gebrauchen. Haben Sie kurz Zeit?
An dieser Stelle ist es in jedem Falle falsch die abschließende Frage mit „Ja“, „Jo“, „Joa“, „Jau“, „Mmhm“, „Mh“ oder auch nur „Ääääh“ zu beantworten. Es gibt zwei Möglichkeiten: Ein klares „Nein“ oder ein komplettes übergehen der Frage. Die geneigte arme Seele mag sich vielleicht noch informieren wollen, worum es sich denn bei dieser reißerischen Pseudodokumentation handelt:
Heimgesuchter: Worum gehts denn bei dieser Pseudodokumentation, die ihr macht?
RTL-Filmteam: Ich würde Sie gerne über Ihren Stuhl befragen, wie Ihre Gewohnheiten beim Stuhlgang sind und was Sie zum Beispiel machen, wenn Sie schon wieder die sechs eines anderen in der Toilette finden.
Dieses Offenbaren von Interesse ist ebenfalls grundsätzlich falsch. Das Ziel ist es möglichst unbeschadet aus dieser Begegnung hervorzugehen und das heißt: Es darf kein verwertbares Filmmaterial geben. Besser ist also folgendes:
Heimgesuchter: Oh, das tut mir aber Leid, ich weiß nicht ob ich euch da helfen kann. Ich hab da grad nichts wirkungsvolles im Haus und Fachmann bin ich auf dem Gebiet auch nicht wirklich.
RTL-Filmteam: Äh, ich will Sie ja nur kurz …
An dieser Stelle darf man nicht den Fehler machen, und das Filmteam wieder zu Wort kommen lassen, das zieht die ganze Geschichte nur unnötig in die Länge.
Heimgesuchter: Nein, also habt ihrs schonmal mit einer professionellen Behandlung versucht? Aber ist wahrscheinlich ziemlich schwierig, wenn man erstmal drin ist. Es gibt doch so Ausstiegsorganisationen für Nazis, gitbs sowas nicht auch für RTL-Mitarbeiter?
RTL-Filmteam: Wir wollen nicht, … Wir wollen nur mit Ihnen …
An dieser Stelle merkt man, dass das RTL-Filmteam verwirrt ist. Es spricht von sich nicht mehr im Singular, sondern hat begonnen sich als Gruppe aus verschiedenen Individuen wahrzunehmen. In diesem Augenblick der Schwäche, kann man ein schnelles Ende mit der ganzen Situation machen.
Heimgesuchter: Ihr wollt nicht, das hab ich mir gedacht. Die Einsicht ist immer am schwersten, vor allem, wenn man nie etwas anderes kennen gelernt hat. Ich könnte euch noch eine TITANIC mit auf den Weg geben.
An dieser Stelle sollte man die Tür schließen und eine TITANIC (oder ähnliches) holen gehen, sofern man eine hat. Man muss diesen armen Kreaturen auch die Möglichkeit geben, sich aus Unmündigkeit zu befreien. Vielleicht ist das RTL-Filmteam schon seiner Wege gezogen, wenn man zurück zur Tür kommt. Wenn nicht:
Heimgesuchter: Bitter sehr, ich hab leider nicht für jeden eine. Viel Erfolg dann, es liegt eine so viel größere Welt vor euch!
Man sollte es ja nicht übertreiben. Die TITANIC sollte einfach durch die Halbgeöffnete Tür gereicht werden, um zu signalisieren, dass man keine weitere Konversation wünscht. Wenn das RTL-Filmteam dann von dannen zieht kann man noch etwas aufmunterndes hinterherrufen:
Heimgesuchter: Kopf hoch, immerhin seid ihr keine Nazis!

Und somit hat man die Begegnung mit einem RTL-Filmteam unbeschadtet überstanden.

Aus veraltetem Anlass: Nichtwähler und schamloses „Copy ’n Paste“

Danksagung an unsere Wähler

Wir, die Partei Deutscher Nichtwähler (PDN) wollen uns für den überragenden Erfolg unserer Hochschulgruppe bei den vergangenen StuPa-Wahlen bedanken. Wieder konnten wir mit Abstand die stärkste Kraft werden und blicken so auf eine breite Basis von Wahlberechtigten, welche bewusst nicht wählten, um uns zu unterstützen. Das überragende Ergebnis von 84,69% aller Stimmen überraschte selbst die Optimisten unserer Partei, obwohl wir ja schon von vergangenen Wahlen erfolgsverwöhnt sind.

Solch ein Sieg wäre natürlich nicht möglich gewesen ohne den fairen Wahlkampf der gegnerischen Gruppen, die uns auch dieses Jahr freundlicherweise indirekt unterstützen. Abgesehen von der rhetorischen Frage:„Ich werde wählen, du auch?“ (Die Antwort darauf kennen wir wohl alle) und einer konsequenten Nichtwähler-Nerv-Taktik vor der Mensa („Hast du schon gewählt?“) spielten uns die Gegner durch ihre Gleichförmigkeit bei gegenseitiger Ablehnung in die Hände.

Natürlich ist der starke Rückhalt auf dem Campus ein klarer Nichtwählerauftrag, den wir verantwortungsvoll übernehmen werden. Als Partei der schweigenden Mehrheit sprechen wir uns klar gegen alle von den Wählerparteien geforderten Positionen aus, getreu unseren Wahlspruch „keine Antwort ist auch eine Antwort“. So werden wir uns wieder mit aller zur Verfügung stehenden Macht für eine Wiedereinführung der Studiengebühren, mehrere kompliziertere Vorlesungsverwaltungssysteme auf Basis von Windows Vista, mehr Diskriminierung und Überwachung auf dem Campus, Erhöhung der Mensapreise, Erhaltung des Wohnheim D in seinem jetzigen Zustand, strenge Restriktionen beim Master, eine Abschaffung des Semestertickets und schließlich eine massive Erhöhung der Vergütung für StuPa-Abgeordnete einsetzen.

So bleibt uns am Ende nur, uns noch ein Mal herzlichst bei allen Unterstützern zu bedanken, und auch wenn Nichtwähler beizeiten diskriminiert werden, lasst euch sagen: Auch eure Stimme macht einen Unterschied!

Danksagung an unsere Wähler

Wir, die Partei Deutscher Nichtwähler (PDN) wollen uns für den überragenden Erfolg unseres Bürgermeisterkandidaten bei der vergangenen Bürgermeisterwahl in Saarbrücken bedanken. Wieder konnten wir mit Abstand die stärkste Kraft werden und blicken so auf eine breite Basis von Wahlberechtigten, welche bewusst nicht wählten, um uns zu unterstützen. Das überragende Ergebnis von 64,92% aller Stimmen überraschte selbst die Optimisten unserer Partei, obwohl wir ja schon von vergangenen Wahlen erfolgsverwöhnt sind. Solch ein Sieg wäre natürlich nicht möglich gewesen ohne den fairen Wahlkampf der gegnerischen Parteien, die uns auch dieses Jahr freundlicherweise indirekt unterstützen. Ein wahrhaft beispielhafter deutscher Wahlkampf, der erfreulicherweise nahezu Inhaltsfrei blieb, trieb selbst hartnäckige Nicht-Nichtwähler in unsere Arme.

Natürlich ist der starke Rückhalt in der Stadt ein klarer Nichtwählerauftrag, den wir verantwortungsvoll übernehmen werden. Als Partei der schweigenden Mehrheit sprechen wir uns klar gegen alle von den Wählerparteien geforderten Positionen aus, getreu unseren Wahlspruch „keine Antwort ist auch eine Antwort“. So werden wir uns wieder mit aller zur Verfügung stehenden Macht für Wut und Hiebe für unsere Stadt und ihre Menschen, Rezession und Faulheit (Arbeit ist Scheiße), die Abwesenheit von Peter Strobel, für den Tunnel und teure Kitas und schließlich gegen soziale Gerechtigkeit (nur für Volksdeutsche) einsetzen. Zudem möchten wir stolz verkünden: Wir finden SB zum Kotzen und sind auch nicht hier zu Hause!

So bleibt uns am Ende nur, uns noch ein Mal herzlichst bei allen Unterstützern zu bedanken, und auch wenn Nichtwähler beizeiten diskriminiert werden, lasst euch sagen: Auch eure Stimme macht einen Unterschied!

P.s.: Für Realsatire betreffend den zweiten Abschnitt siehe hier.