NSA, Mit Freundlichen Grüßen

… Die Welt liegt uns zu Füßen
Denn wir steh’n drauf.

Dir, Pöbel des Internets!

Das Offensichtliche möchte offensichtlich getan werden und was ist im Anbetracht der Lage offensichtlicher?!
Also:

Warten auf Aufklärung

Eine Landstraße. Ein Baum. Abend.

ESTRAGON sitzt auf einem flachen Steinhaufen. Papiere liegen um ihn herum, die er zu verschiedenen Haufen sortiert, erschöpft inne hält, wieder durcheinander bringt, neu sortiert, etc.
Auftritt VLADIMIR.
E [Wirft die Papiere wieder durcheinander]: Da kann man nichts machen.
V: Es ist an der Zeit.
E [Klaubt die Papiere zusammen und steckt sie sich in die Taschen]: Mein lieber Vladimir, nach besten Wissen und Gewissen habe ich gearbeitet, den ganzen Tag. Ich bin bereit dir Rede und Antwort zu stehen.
V: Was steht in den Papieren?
E: Das kann ich nicht sagen.
V: Aber du hast sie doch gewissenhaft durchgearbeitet?
E: Nach besten Wissen und Gewissen.
V: Den ganzen Tag hast du sie studiert und analysiert.
E: Nach bestem Wissen und Gewissen.
V: Was also steht in ihnen?
E: Das kann ich dir nicht sagen. [Pause] Diese Papiere sind geheim und ich bin leider nicht befugt dir zu sagen, was ihr Inhalt ist.
V: Warum hast du mich also herbestellt?
E: Ich schulde dir Antworten.
V: Dann begleiche deine Schuld und sage, was in diesen Papieren steht.
E: Ich bin leider nicht befugt, dir dies zu sagen. Ich kann dir nur nach bestem Wissen und Gewissen antworten.
V: Wie kannst du nach bestem Wissen und Gewissen antworten, wenn du keine Befugnis hast irgendetwas zu sagen?
E: Das Recht ist meine Gewissen und mein Gewissen ist das Recht. Was nicht recht ist, ist gegen mein Gewissen und was gegen mein Gewissen ist, ist nicht im Recht.
V: Du hast mir also nichts zu sagen.
E: Ich habe dem von mir Gesagtem nichts hinzuzufügen.
V: Also kann ich wieder gehen.
E: Nein.
V: Weshalb sollte ich bleiben?
E: Du musst warten bis die Aufklärung kommt.
V: Warum?
E: Dann wirst du wissen, was in den Papieren steht.
V: Wer kann mich aufklären?
E: Ich.
V: Gibt es noch andere?
E: Ich hoffe nicht, aber man kann nie wissen.
V: Warum sollte ich also länger hier warten?
E: Um aufgeklärt zu werden.
V: Aber es ist niemand da, der mich aufklären würde.
E: Ich bin da.
V: Wieso solltest du mich aufklären, was in den Papieren steht.
E: Ich kenne ihren Inhalt. Ich habe sie lange studiert und kenne sie ganz genau.
V: Dann sag mir: Was ist ihr Inhalt.
E: Mit bestem Wissen und Gewissen, kann ich dir sagen …
V: Was? Was?
E: Der Inhalt der Papiere ist geheim. Ich habe dem nichts hinzuzufügen.
V [Zu sich selbst]: Was mache ich hier?
E [Feierlich]: Du bist hier, damit ich dir mit bestem Wissen und Gewissen …
V [Unterbricht]: Ich WEIß!
E: Warum fragst du dich also?
V: Warum willst du mir Antworten geben?
E: Ich bin es dir schuldig.
V: Welche Schuld bindet dich an mich?
E: Die Papiere.
V: [Überlegt] … Sie betreffen mich …
E: Ich habe dem nichts weiter hinzuzufügen.
V: Wenn die Papiere mich betreffen, so habe ich ein Recht darauf, zu erfahren, was in ihnen steht.
E: Mein Gewissen ist das Recht, das Recht ist mein Gewissen.
V: Und?
E: Ich sage nein.
V: Aber du kannst mir sagen, dass die Papiere mich betreffen?
E: Ich kann dir nach bestem Wissen und Gewissen antworten und sagen, dass ich dir diesbezüglich nichts sagen kann. Warum aber sonst sollte ich dich hergerufen haben? Aber bestätigen kann ich dir dies nicht.
V: Sollten die Papiere mich betreffen, so muss ich sie doch einsehen können. Es könnte mir sonst Schaden daraus erwachsen.
E: Ich bin ein Verwahrer geheimer Informationen und weiß mit solcherlei gewissenhaft umzugehen.
V: Aber …
E: Du bist unordentlich und nachlässig und geheime Informationen wären bei dir nicht sicher verwahrt. Wie die Überraschungsparty für Pozzo.
V: Woher weißt du …
E: Ich habe dem nichts weiter hinzuzufügen. Du kannst dich glücklich schätzen, dass ich hier bin und dir mit bestem Wissen und Gewissen Rede und Antwort stehe. Ich bin nur deinetwegen hier und hätte weit wichtigeres zu tun. [Zieht ein paar Blätter aus seinen Taschen und wedelt damit herum, bevor es sie zurückstopft]
V: Du arbeitest mit diesen Papieren?
E: Die Arbeit mit ihnen ist mein Leben. Sie sind komplex und schwierig zu verstehen und sie rauben mir den letzten Nerv. Und das alles nur, damit ich dir Rede und Antwort stehen kann …
V: … nach bestem Wissen und Gewissen …
E: … nach bestem Wissen und Gewissen.
V: Aber du wirst mir nichts verraten bis die Aufklärung kommt …?
E: Welch ein Verwahrer von Geheimnissen wäre ich denn dann?
V: Und du bist der einzige der mich aufklären kann …
E: Es mag andere geben, aber ich bin der Naheliegendste. Immerhin verwahre ich die Papiere auch nur für dich.
V: Nur für mich? Wer hat dir das aufgetragen?
E: Du selbst. Erinnerst du dich nicht? Es ist schon lange her.
V: Dann kann ich dir auch befehlen, mir den Inhalt der Papiere zu zeigen.
E: So einfach ist das nicht.
V: Warum nicht?
E: Du musst dich an das Recht halten. Und das Recht ist mein Gewissen.
V: Aber kann das Recht sich nicht ändern?
E: Dazu müsste sich mein Gewissen ändern. Das ist unwahrscheinlich. Dies ist nur durch die Ankunft der Aufklärung möglich.
V: Und du kannst die Aufklärung herbeiführen.
E: Das wäre das Naheliegendste. Dazu muss ich allerdings diese Papiere noch gründlich studieren, um mit bestem Wissen und Gewissen Rede und Antwort stehen zu können, wenn die Aufklärung kommt.
V: Irgendwann wird sie kommen …
E: Irgendwann. Bis dahin habe ich dem nichts mehr hinzuzufügen. [Breitet die Papiere aus seinen Taschen wieder vor sich aus, beginnt sie zu sortieren, durcheinanderzubringen, neu zu sortieren, …]
[VLADIMIR ab.]
[Vorhang.]

Einfache Einsätze, Einfältig Eingefädelt

Das Internet zerstört dein Leben.
Wer das sagt, lebt auch Glutenfrei.
Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.
Früher war alles besser.
Die Leute denken einfach nicht nach.
Das interessiert doch niemanden.
Das sind halt so Naturgesetze.

Die Jugend von Heute hat keinen Respekt mehr.
All Cops Are Gay.
Diese verweichlichte Feminismuskultur macht meinen Sohn noch zur Schwuchtel.
Die Linksextremen sind doch genau so schlimm.
Deutschland geht vor die Hunde.
Die Presse lügt.
Son‘ kleinen Hitler bräuchten wir mal wieder.
Es war ja auch nicht alles schlecht.

PS: Dies ist kein Konsistenzartikel, nur ein Gedicht zum Sonntag (Bluttrinker Edition). Es gibt keine Konsistenzartikel mehr, es hat auch noch nie welche gegeben. Konsistenz ist eine Illusion. Zeit ist eine Illusion. Artikel sind eine Illusion. Alles ist eine Illusion. Wach endlich auf! Das Internet zerstört dein Leben!