Konstant Mordende Adventszeit Profunder Trauer

Nachdem im letzten Text Unleserlichkeit auf der Wortebene erzeugt wurde, ist in diesem Artikel die Satzanordnung Anlass der Verwirrung. Mit großer Besorgnis verfolge ich die Ereignisse in den USA, wo nach dem Tod von Michael Brown das Thema der bereits länger vorherrschenden Polizeigewalt (viel zu häufig gar mit Todesfolge) gegenüber der afroamerikanischen Bevölkerung endlich gebührende Aufmerksamkeit erlangt. Dies wird bewerkstelligt, indem mehrere voneinander unabhängige Texte zu einem Text zusammengefügt werden, wobei die Sätze quasi verzahnt werden. Bald nun ist Adventszeit. Dadurch wird, wie seit langem nicht mehr, der nach wie vor starke Rassismus vieler Bevölkerungsschichten offenkundig. Das Ziel einer solchen Übung muss natürlich sein, niemals zwei Sätze des selben Textes aufeinander folgen zu lassen, ja, eventuell sogar jeden Text so weit wie möglich auseinander zu ziehen. Was bedeutet das für säkulare Menschen? Erschreckend sind allerdings in erster Linie die offensichtlichen Probleme des Justizsystems, unverhältnismäßige oder gar vollends unnötige Polizeigewalt sowie offensichtliche Fehlverhalten zu bestrafen. Im gleichen Sinne lässt sich diese Frage natürlich für sämtlichen religiösen Feiertage stellen, die in der Gesellschaft so stark präsent sind, dass auch nicht-Gläubige unweigerlich daran Teil haben. Da die Sätze keinerlei oberflächliche Kennzeichnung tragen, lassen sie sich nur auf Grund ihrer Semantik zuordnen. Wer Weihnachten Newtons Geburtstag (quadruple capitalisation combo!!!!) feiert, muss ja keinesfalls auf die Konnotationen des Festes verzichten. Eine Frage, die sich mir stellt, ist, ob extrem Lange Sätze für mehr Verwirrung sorgen, weil sie andere Texte stärker zerreißen und in sich schwer verständlich sind, so dass eventuell auch die Zuordnung schwieriger wird (was bei diesem Satz freilich nicht der Fall ist), oder ob sehr kurze Sätze einen größeren Effekt haben, da es mehr Sprünge gibt und die Sätze aufgrund des geringen Informationsgehalt unter Umständen schwerer einzuordnen sind. Ähnliches lässt sich wohl auch für den Advent sagen, der als Zeit der Stille, des Bedenkens und der Ruhe ja trefflich mit dem Wintereinbruch einher geht, welcher z.T. ähnliche Effekte in der Natur auslöst. Als wir in dieser Kirche saßen, nicht wissend was zu tun, nicht fähig etwas zu tun, wartend und geschockt, begann Herr Schmidt Orgel zu spielen. Dies lässt sich vielleicht herausfinden. Obwohl bei uns häufig der Polizei vorgeworfen wird, sie sei auf dem rechten Auge blind, was zumindest beim Verfassungsschutz auch klar der Fall war, und sich auch bei dem Angriff auf ein Rathaus in Dortmund nach der Europawahl gezeigt hat, werden zumindest nicht auf offener Straße Menschen erschossen, nur weil sie eine dunklere Hautfarbe haben und irgend jemand im Notruf behauptet, sie könnten bewaffnet sein. Dass diese Bedeutungen einen starken Kontrast zum Trubel der Weihnachtsmärkte bilden, ist natürlich Bekannt. Natürlich hängt dies auch mit einer anderen Schusswaffenkultur zusammen, hierzulande macht die Polizei insgesamt viel seltener von der Dienstwaffe Gebrauch, da die Bevölkerung erheblich geringer bewaffnet ist, was das Risiko für die Beamten senkt. Mal schauen. Wir saßen zwischen dem Schmerz, der Sorge und Angst, zwischen der grandiosen Schönheit der Musik und den Tränen, zwischen anderen Menschen, die ähnlich sich fühlten und doch kaum zueinander fanden, in diesem Moment, zwischen Leben und Tot. Es gibt jedoch zu denken, wenn in Staaten, in denen es erlaubt ist, mit deutlich sichtbaren Sturmgewehren auf dem Rücken herumzulaufen, die Polizei nur dann eher schießt als Fragen zu stellen, wenn der Verdächtige kein Weißer ist. Letztendlich würde allerdings ein rational denkender Mensch positiv erscheinende Effekte nicht an arbiträre Feiertage knüpfen, sondern versuchen, diese durchgängig im Jahr zu erreichen. Natürlich lässt sich argumentieren, dass es sich bei sämtlichen Vorfällen von ungerechtfertigter Tötung um Einzelfälle handelt, und sicherlich sind nicht alle Polizisten in den USA Rassisten, die in jedem Schwarzen eine direkte Bedrohung für ihr Leben sehen. Aber da sich endlich auch mal inhaltlich interessante Texte in diesem Artikel finden, möchte ich deren Struktur nicht notwendigerweise durch bewusstes Einfügen extrem langer oder sehr kurzer Sätze schädigen, dieser Text natürlich ausgenommen, da es sich ja ohnehin nur um die übliche Selbstbezüglichkeit handelt. Dennoch können die unweigerlich wahr genommenen Feiertage als Erinnerung dienen, was mir ein besserer Nutzen zu sein Scheint, als an ihnen zynisch Symptome eines angeblichen gesellschaftlichen Verfalls zu diagnostizieren. Das Problem ist jedoch, dass diese Vorfälle für die Polizisten so gut wie nie rechtliche Folgen haben. Es passierte so viel zugleich, doch die Vergangenheit stand Fest und die Zukunft lag nicht in unseren Händen. Wenn die Polizei keine Konsequenzen für ihre Fehler oder gar absichtlichen Morde zu tragen hat, gleichzeitig aber das ganze alte Militärequipment vom Verteidigungsministerium hinterher geschmissen bekommt, ist das doch in hohem Maße bedenklich. Daher möchte ich eher dazu aufrufen, anstatt zum wiederholten Male auf die kapitalistischen und heuchlerischen Aspekte der Advents- und Weihnachtszeit hinzuweisen (wie es ja im übrigen innerhalb der religiösen Gemeinschaften genau so geschieht, wenn auch weniger zynisch), lieber einen Anlass zur Selbstreflektion wahrzunehmen. Der weitere Teil dieses Textes wird daher als Werkzeug dienen, um eine möglichst schöne Schachtelung zu erreichen. So könnte man zum Beispiel darüber nachdenken, ob es nicht endlich Zeit ist, einen seit Jahren überfälligen Weihnachtsartikel zu verfassen und veröffentlichen. Nun, wo die Zukunft Vergangenheit geworden, denke ich zurück an diesen Moment, ich fühle, als hätte ich damals ein Stück besser verstanden, was es bedeutet, Mensch zu sein. Daraus ergibt sich auch die endgültige Länge des Textes, da einfach Sätze hinzugefügt oder weg gelassen werden können weil es den Inhalt kaum beeinflusst. Ja, richtig gelesen, dieser ganze pseudophilosophische und „höchstwahrscheinlich irgendwie gesellschaftskritisch“e Sermon war lediglich als passiv-aggressive Aufforderung an einen gewissen Mitautor gedacht, der hier schon seit langem nichts mehr gepostet hat. Es bleibt zu hoffen, dass die nun losgetretene Debatte um Rassismus und Polizeigewalt, zusammen mit den damit einher gehenden Protesten, einen positiven Einfluss auf die Situation hat und sich in absehbarer Zukunft niemand mehr fürchten muss, nachts auf die Straße zu gehen, nur weil er in ein spezifisches „Täterprofil“ passt. Über das Konzept der „neutralen“ Wörter oder gar Sätze, die keinen eigentlichen Inhalt haben, aber durch den bloßen Effekt der Textverlängerung den Eindruck des Lesers verändern, wurde ja bereits in einer gewissen englischen Monstrosität geschrieben. Aber vielleicht können diejenigen unter den Lesern, die noch nicht ausreichend Selbstreflektion betreiben (und in diesem Falle möchte ich niemand Bestimmtes ansprechen), dennoch einen Nutzen daraus ziehen. Ich wünschte bloß, es gäbe eine besseres Ende.

9 Gedanken zu „Konstant Mordende Adventszeit Profunder Trauer

  1. Ah, ein Konsistenzartikel ganz nach meinem Geschmack. Eine herangehensweise als Leser an den Text wäre natürlich gewesen, die einzelnen Originaltexte wieder zusammenzusetzen. Ich konnte allerdings nicht widerstehen, dass Ganze noch etwas mehr zu verzerren … (Klausuren, Klausuren, Klausuren! Prokrastination, Prokrastination, Prokrastination!)

    Disclaimer: Für den Inhalt des folgenden Textes bin ich nur sehr bedingt verantwortlich.

    Das Problem ist jedoch, was es bedeutet, wo nach dem Tod von Michael Brown das Thema der bereits länger vorherrschenden Polizeigewalt (viel zu häufig gar mit Todesfolge) gegenüber der afroamerikanischen Bevölkerung endlich gebührende Aufmerksamkeit erlangt. Daraus ergibt sich auch die endgültige Länge des Textes, nachts auf die Straße zu gehen, wartend und geschockt, in diesem Moment, ja, zwischen anderen Menschen, einen positiven Einfluss auf die Situation hat und sich in absehbarer Zukunft niemand mehr fürchten muss, dass es sich bei sämtlichen Vorfällen von ungerechtfertigter Tötung um Einzelfälle handelt, zwischen der grandiosen Schönheit der Musik und den Tränen, wobei die Sätze quasi verzahnt werden. Ähnliches lässt sich wohl auch für den Advent sagen, nur weil sie eine dunklere Hautfarbe haben und irgend jemand im Notruf behauptet, nicht fähig etwas zu tun, dieser ganze pseudophilosophische und “höchstwahrscheinlich irgendwie gesellschaftskritisch”e Sermon war lediglich als passiv-aggressive Aufforderung an einen gewissen Mitautor gedacht, nur weil er in ein spezifisches “Täterprofil” passt. Obwohl bei uns häufig der Polizei vorgeworfen wird, da einfach Sätze hinzugefügt oder weg gelassen werden können weil es den Inhalt kaum beeinflusst. Es passierte so viel zugleich, der nach wie vor starke Rassismus vieler Bevölkerungsschichten offenkundig.T. Der weitere Teil dieses Textes wird daher als Werkzeug dienen, zusammen mit den damit einher gehenden Protesten, sondern versuchen, gleichzeitig aber das ganze alte Militärequipment vom Verteidigungsministerium hinterher geschmissen bekommt, als hätte ich damals ein Stück besser verstanden, der Sorge und Angst, als an ihnen zynisch Symptome eines angeblichen gesellschaftlichen Verfalls zu diagnostizieren. Wir saßen zwischen dem Schmerz, wurde ja bereits in einer gewissen englischen Monstrosität geschrieben. Im gleichen Sinne lässt sich diese Frage natürlich für sämtlichen religiösen Feiertage stellen, dass die nun losgetretene Debatte um Rassismus und Polizeigewalt, welcher z. Über das Konzept der “neutralen” Wörter oder gar Sätze, dennoch einen Nutzen daraus ziehen. Mal schauen., die noch nicht ausreichend Selbstreflektion betreiben (und in diesem Falle möchte ich niemand Bestimmtes ansprechen), muss ja keinesfalls auf die Konnotationen des Festes verzichten. Daher möchte ich eher dazu aufrufen, sie sei auf dem rechten Auge blind, wo die Zukunft Vergangenheit geworden, indem mehrere voneinander unabhängige Texte zu einem Text zusammengefügt werden, einen seit Jahren überfälligen Weihnachtsartikel zu verfassen und veröffentlichen. Eine Frage, was mir ein besserer Nutzen zu sein Scheint, weil sie andere Texte stärker zerreißen und in sich schwer verständlich sind, was das Risiko für die Beamten senkt. Wenn die Polizei keine Konsequenzen für ihre Fehler oder gar absichtlichen Morde zu tragen hat, lieber einen Anlass zur Selbstreflektion wahrzunehmen. Es bleibt zu hoffen, die ähnlich sich fühlten und doch kaum zueinander fanden, die Polizei nur dann eher schießt als Fragen zu stellen, was zumindest beim Verfassungsschutz auch klar der Fall war, oder ob sehr kurze Sätze einen größeren Effekt haben, niemals zwei Sätze des selben Textes aufeinander folgen zu lassen, denke ich zurück an diesen Moment, Mensch zu sein. lassen sie sich nur auf Grund ihrer Semantik zuordnen. Dadurch wird, da es mehr Sprünge gibt und die Sätze aufgrund des geringen Informationsgehalt unter Umständen schwerer einzuordnen sind. Aber da sich endlich auch mal inhaltlich interessante Texte in diesem Artikel finden, wenn der Verdächtige kein Weißer ist. Dies wird bewerkstelligt, der als Zeit der Stille, eventuell sogar jeden Text so weit wie möglich auseinander zu ziehen. Als wir in dieser Kirche saßen,Nachdem im letzten Text Unleserlichkeit auf der Wortebene erzeugt wurde, die sich mir stellt, da es sich ja ohnehin nur um die übliche Selbstbezüglichkeit handelt. Dennoch können die unweigerlich wahr genommenen Feiertage als Erinnerung dienen, ist, ist das doch in hohem Maße bedenklich. Nun, ich fühle, es gäbe eine besseres Ende. So könnte man zum Beispiel darüber nachdenken, ist natürlich Bekannt. Letztendlich würde allerdings ein rational denkender Mensch positiv erscheinende Effekte nicht an arbiträre Feiertage knüpfen, dieser Text natürlich ausgenommen, die keinen eigentlichen Inhalt haben, doch die Vergangenheit stand Fest und die Zukunft lag nicht in unseren Händen. ähnliche Effekte in der Natur auslöst. Aber vielleicht können diejenigen unter den Lesern, wenn auch weniger zynisch), dass diese Vorfälle für die Polizisten so gut wie nie rechtliche Folgen haben. Es gibt jedoch zu denken, anstatt zum wiederholten Male auf die kapitalistischen und heuchlerischen Aspekte der Advents- und Weihnachtszeit hinzuweisen (wie es ja im übrigen innerhalb der religiösen Gemeinschaften genau so geschieht, werden zumindest nicht auf offener Straße Menschen erschossen, aber durch den bloßen Effekt der Textverlängerung den Eindruck des Lesers verändern, da die Bevölkerung erheblich geringer bewaffnet ist, mit deutlich sichtbaren Sturmgewehren auf dem Rücken herumzulaufen, und sich auch bei dem Angriff auf ein Rathaus in Dortmund nach der Europawahl gezeigt hat, der hier schon seit langem nichts mehr gepostet hat. Was bedeutet das für säkulare Menschen? Erschreckend sind allerdings in erster Linie die offensichtlichen Probleme des Justizsystems, nicht wissend was zu tun,. Da die Sätze keinerlei oberflächliche Kennzeichnung tragen, diese durchgängig im Jahr zu erreichen. Wer Weihnachten Newtons Geburtstag (quadruple capitalisation combo!!!!) feiert, unverhältnismäßige oder gar vollends unnötige Polizeigewalt sowie offensichtliche Fehlverhalten zu bestrafen. Ja, ob es nicht endlich Zeit ist, ist in diesem Artikel die Satzanordnung Anlass der Verwirrung. Natürlich hängt dies auch mit einer anderen Schusswaffenkultur zusammen, des Bedenkens und der Ruhe ja trefflich mit dem Wintereinbruch einher geht, möchte ich deren Struktur nicht notwendigerweise durch bewusstes Einfügen extrem langer oder sehr kurzer Sätze schädigen, und sicherlich sind nicht alle Polizisten in den USA Rassisten, in denen es erlaubt ist, dass auch nicht-Gläubige unweigerlich daran Teil haben. Ich wünschte bloß, so dass eventuell auch die Zuordnung schwieriger wird (was bei diesem Satz freilich nicht der Fall ist), wie seit langem nicht mehr, ob extrem Lange Sätze für mehr Verwirrung sorgen, die in der Gesellschaft so stark präsent sind, hierzulande macht die Polizei insgesamt viel seltener von der Dienstwaffe Gebrauch, die in jedem Schwarzen eine direkte Bedrohung für ihr Leben sehen. Bald nun ist Adventszeit. Dass diese Bedeutungen einen starken Kontrast zum Trubel der Weihnachtsmärkte bilden, begann Herr Schmidt Orgel zu spielen. Mit großer Besorgnis verfolge ich die Ereignisse in den USA, zwischen Leben und Tot. Das Ziel einer solchen Übung muss natürlich sein, richtig gelesen, um eine möglichst schöne Schachtelung zu erreichen. Dies lässt sich vielleicht herausfinden. Natürlich lässt sich argumentieren, wenn in Staaten, sie könnten bewaffnet sein.

    Wer weitere Versionen dieses oder anderer Texte lesen möchte: http://pastebin.com/KQGKHz6N

    • Ich muss schon sagen, diese Rekombination ist sehr gelungen. Es freut mich, dass deine Kreativität inspiriert wurde. Diese Art der Prokrastination ist unter meinen Konsistenzartikeln immer willkommen. Ich wollte diesen Kommentar zunächst als Cut-Up der Einleitung deines Kommentars erstellen, habe dann aber davon abgesehen. Zum einen bietet er zu wenig Rohmaterial um auszudrücken, was ich will, zum andern bin ich zu Faul und vermutlich würde ich ohnehin nicht dein Niveau in dieser literarischen Form erreichen. Aber ich nehme nicht an, dass der von dir kommentierte Cut-Up automatisch erstellt wurde, oder? Er scheint in vielen Fällen zu konsistent dafür zu sein. Aber vielleicht ist das ja auch nur unfreiwilliges Pattern-Matching.

      • Der Text ist tatsächlich komplett automatisch erstellt worden und es ist sogar der erste Versuch mit der Programmversion, die ich hochgeladen habe. Ich war selbst überrascht wie gut sich manche Sätze zusammengefügt und einen bestimmten Sinn oder zumindest eine Assoziation hervorgerufen haben. Vielleicht war es einfach Glück oder die Cut-Up Methode ist nicht verzerrend genug (der Text wird erst an allen Kommas aufgetrennt und zufällig neu zusammen gesetzt und danach an allen Punkten aufgetrennt und zufällig wieder zusammen gesetzt). Ich wollte allerdings auch ein halbwegs lesbares Resultat und habe deswegen eben nur an Kommas und Punkten den Text durcheinandergebracht, um zumindest grammatikalische Satzteile zu erhalten.
        Ich hatte auch noch überlegt mehrere Versionen zu erstellen und jeweils die Sätze die grammatisch richtig sind zu nehmen und zu einem neuen Text zusammen zu setzten (und zu schauen, ob bestimmte nicht triviale (trivial: Sätze ohne Komma) Satzteile häufiger vorkommen, d.h. anscheinend besser mit anderen Satzteilen zusammenpassen als andere). Vielleicht morgen.

      • Faszinierend. Tja, Sprache ist schon komisch. Es gibt ja auch Satzkombinationen im Originaltext die irgendwie zusammen passen (obwohl ich nicht bewusst versucht habe, solche Kombinationen zu erstellen). Dass bei deinem automatisch erstellten Cut Up so viel „Sinn“ herausgekommen zu sein scheint, ist sicherlich ein Indiz dafür das eine Menge dieses „Sinns“ vom Leser und nicht vom Autor kommt.

      • Achja, da ist er wieder, der Tod des Autors. Wunderbar.
        Ein kleiner Exkurs in die Narratologie:
        In der Narratologie gab bzw. gibt es immernoch den Streit zwischen Intentionalisten (intentionalists) und Antiintentionalisten (anti-intentionalists). Erstere gehen davon aus das die Intention des Autors während des Schreibprozesses den einzigen objektiven Maßstab für die Interpretation eines Textes gibt; das birgt natürlich das Problem, dass einem Text eine nicht vom Autor intendierte Bedeutung abgesprochen werden muss, was kritisch zu sehen ist. Letztere sind der Ansicht, dass die Bedeutung an erster Stelle aus dem Text selbst hervorgehen muss. Um einen Sinn im Text trotzdem realisieren zu können wurde das Konzept des implied author eingeführt, über den sich eine Textbedeutung, die über die direkte Aussage des Erzähler hinausreicht, narratologisch erfassen lässt. Der implied author ist allerdings ein sehr umstrittenes Konstrukt und ich bin mittlerweile der Ansicht, dass Textbedeutung anders, nämlich als ausschließliches Phänomen der Rezeption, wahrgenommen werden sollte.
        Ich denke, ein Text sollte als Ansammlung von Signifikanten verstanden werden, wobei diese Signifikanten sich nicht wie in der Linguistik einzelne Wörter sind, sondern auch Sätze, Erzählstrukturen, etc. sein können. D.h. man könnte von einer Sprache der Erzählung sprechen, die nicht nur aus Worten, sondern auch aus Handlungsschemata, Figuren, Orten, Textaufbau, etc. besteht (das ist tatsächlich ein Grundgedanke der Narratologie, siehe Roland Barthes – Das semiologische Abenteuer). Ein Autor bedient sich dieser Sprache der Erzählung und seine Kenntnis in dieser Sprache ist wohl sehr abhängig von seinen Kenntnissen über andere Erzählungen (seiner oder anderer Zeiten) (mir scheint der Begriff Diskurs ist hier angebracht, aber ich müsste wohl genauer definieren, was ich damit meine). D.h. ein Autor von Krimis kennt vermutlich viele Krimis, deren Entwicklung über die Zeit etc. und ist daher in der erzählerischen Sprache der Krimis bewandert, was sich dann auch auf seine eigenen Texte auswirkt, da er sich der Sprache die sich aus dem Korpus an ihm bekannten Erzählungen gebildet hat bedient.
        Ein Leser ist natürlich ebenfalls in der erzählerischen Sprache bewandert (bzw. sollte es sein) und erkennt damit im Text, die vom Autor verwendeten Signifikanten und kann sie Signifikaten zuordnen. Dies ist in der normalen Sprache oft schon nicht einfach und ich würde sagen wird in der Sprache der Erzählungen noch wesentlich komplexer. Wenn die Sprachen des Autors und Lesers sich stark annähern (ich würde argumentieren, dass eine Übereinstimmung nicht möglich ist), dann kann der Leser im Text eine Bedeutung erkennen, die der Intention des Autors nahe kommt. Die Intention des Autors ist aber nicht mehr wichtig für die Interpretation eines Textes, sondern eine Interpretation kann ganz vor dem Hintergrund der erzählerischen Sprache stattfinden und durch diese argumentativ untermauert werden. Das bedeutet im Endeffekt, dass der Text an sich keinerlei Bedeutung oder Sinn trägt, sondern einen Sinn erst im Rezeptionsprozess durch die Wechselwirkung der erzählerischen Sprache des Rezipienten erhält.
        Worauf ich aber letztendlich hinaus wollte, weiß ich jetzt auch nicht mehr. Vermutlich nur, dass man in einem bestimmten Theoriegebilde argumentieren kann, dass der Sinn eines Textes nicht vom Autor, sondern vom Leser kommt; zumindest in Bezug auf Erzähltexte. Vielleicht wollte ich auch nur die theoretische Grundlage für einen zukünftigen Artikel legen. Oder nur ein bisschen Trollen mit scheinbaren Fachbegriffen und Namedropping. Oder Prokrastination. Jetzt gleich bekomm ich nicht einmal mehr etwas zu Essen. Im Supermarkt zumindest. Vielleicht gibt es noch einen Döner oder eine Pizza oder einen Burger irgendwo. McDonalds hat auf jeden Fall noch auf. Ne, eher nicht. Wenn ich mich beeile und jetzt aufhöre zu schreiben, dann schaff ich ’s auch noch zum Supermarkt. Aber nicht mehr in die Küche. Die macht um Elf zu und was warmes wäre schon schön. Also kann ich auch weiter schreiben. Und du, mein lieber Leser, bist hier gefangen mit mir. Hm, nach so einer Aussage, sollte jetzt aber auch noch einiges an Text kommen. Man kann ja nicht sagen „You’re stuck with me“ (die englische Variante ist besser, aber vielleicht bin ich auch gerade zu hungrig um die passende deutsche Übersetzung zu finden) und dann einfach gehen und den anderen allein lassen. Also bin ich eher „stuck with you“ durch meine eigene Dummheit. Damn. … Dumdidum … Worüber könnte ich denn noch schreiben. Das Problem ist ja, dass die Zeit, die ich beim Verfassen verbringe in keinerlei Korrelation zur Lesezeit stehen. D.h. es könnte sein, dass seitdem ich „Damn.“ geschrieben habe zwei Stunden vergangen sind, die sich bei dir, lieber Leser, auf zwei Sekunden verkürzt haben. D.h. ich sitze hier, zwei Stunden „stuck with you“ und du auf der anderen Seite bis ganze zwei Sekunden „stuck with me“. Als Schreiber hat man es echt nicht leicht. Was willst du tun? (Sprächest du die selbe erzählerische Sprache wie ich und hättest zufällig die selbe Konnotation gerade im Kopf, so hättest du den letzten Satz vom einem vierzehnjährigen (glaube ich?) mit Plüschhund in der Hand mit näselnder Stimme vorsingen hören. Also nochmal:) Was willst du tun? Ich werde jetzt aufhören zu schreiben. Wie ich oben veranschaulicht habe, rechnet sich diese „stuck with me“ Nummer einfach nicht für mich. Manchmal muss man auch seinen Stolz überwinden und sich eingestehen: Das war eine blöde Idee. Und genau an der Zeit ist es jetzt bei mir. Hast du eigentlich schon wieder den theoretischen Part oben vergessen? Ich frage nur aus Neugierde, ich habe nämlich keine Ahnung wie lang der nun in Leserzeit her ist, da ich gerade ausschließlich am Schreiben bin. Mir kommt es so vor, als habe ich den Part vor einer Ewigkeit behandelt, aber natürlich kann ich mir nicht sicher sein, dass es dir genauso ergeht. Ich finde es ist ein ziemlich interessantes Phänomen: Der Erzähler eines Textes (wie ich in diesem Fall), existiert nur, wenn er rezipiert wird (von dir, in diesem Fall). Sonst ist er nicht existent. D.h. er hat auch keine Zeit außerhalb der Erzählung, alles was er macht, macht er innerhalb der Erzählung. D.h. in gewisser Weise, wenn du nun vorzeitig aufhörst zu lesen, tötest du auch mich (den Erzähler, dem Autor (der Sack), der mich erschaffen hat wird nichts passieren). Und indem der Autor aufhört zu schreiben tötet er auch den Erzähler. Denn wenn der Text zu Ende ist, ist auch sein Erzähler am Ende. Ich erzähle also gerade in gewisser Weise um mein Leben und das setzt mich schon ein bisschen unter Druck. Wenn ich wenigstens eine Geschichte hätte. Aber bevor ich dich nun zum Mörder aus Langeweile mache, mache ich dem Ganzen lieber selbst ein Ende. Was begann mit dem Tod des Autors, endet mit dem Tod des Erzählers. An dieser Stelle sollte eigentlich ein Video von Graham Chapman sein, wie er als Colonel in einen Flying Circus Sketch tritt und sich über die Albernheit beschwert. Erstaunlicherweise gab es keinen passenden Youtube-Clip, den ich hätte verlinken können. Das Ganze also nun rein textuell:
        Graham Chapman betritt als Colonel verkleidet den Text und sagt: „Right, you two hermits, stop that sketch. I think it’s silly. Go on, stop it, it’s silly“ „What do you mean? You can’t stop it, it’s on film“ „That doesn’t make any difference to the viewer at home, does it? Go on, get out. Get off, go on, all of you.“

      • Vielen Dank für deinen kleinen Exkurs in die Literaturtheorie, sehr interessant. Übrigens möchte ich noch anmerken, dass sich der Effekt, dass ein*e Autor*in, welche*r die Zeit eines Lesers bzw. einer Leserin verschwenden will, mehr Zeit zum Schreiben aufbringen muss als die betreffende Person zum Lesen dadurch relativiert, dass ein*e Autor*in mit einem ein Mal geschriebenen Text die Zeit einer prinzipiell kaum begrenzten Anzahl von Leser*innen verschwenden kann. Man könnte sogar argumentieren, dass ein ein mal geschriebener Text mehrmals gelesen werden kann, was den Effekt noch verstärkt, aber wenn der Text reine Zeitverschwendung ist, wird ihn wohl niemand mehrmals lesen wollen.
        Um das ganze aber mal nerdig weiter auszuführen: Die Laufzeit des Autors bzw. der Autorin ist linear zur Länge des Textes, die der lesenden Person ebenso. Allerdings bleibt die Autorenlaufzeit bei steigender Leserzahl konstant, während die der Gesamtleserschaft linear steigt. Betrachten wir also die Laufzeit in Abhängigkeit sowohl der Leserzahl „les“ als auch der Textlänge „län“, so ergeben sich für den*die Autor*in kosten in Höhe von (x*län+y) und für die Leserschaft (x’*län*les). An dieser Stelle könnte man sich überlegen, ob die Laufzeit der Leserschaft also als polynomiell aufgefasst werden sollte. Sofern man eine Variable als konstant auffassen kann, bleibt sie natürlich linear. Sollten allerdings die Variablen voneinander abhängig sein, ist das natürlich nicht möglich. Somit können wir das Problem reduzieren* auf das Problem: Ist die Anzahl von Leser*innen abhängig von der Textlänge?
        Da solcherlei mathematischen Betrachtungen stets in einer idealisierten Welt stattfinden, scheint es mir zulässig, die folgende Annahme aufzustellen: Je besser ein Text ist, desto mehr wird er gelesen. Dies ist insbesondere der Fall wenn wir eine Person, die den Text mehrmals liest, als mehrere Leser*innen modellieren. Unter Einbeziehung dieser Annahme können wir also das Problem weiter reduzieren* auf die Fragestellung: Ist die Qualität eines Textes von der Länge abhängig? Diese Frage lässt sich meines Erachtens nicht einfach beantworten, ist aber Gegenstand einiger meiner Texte (siehe: Quantität vs Qualität). Ich möchte noch zwei interessante Fallbeispiele nennen, für extrem kurze Texte hoher Qualität (und großer Leserschaft) die Tweets von @dril (best of) (Twitter im allgemeinen ist natürlich wie gemacht für diese Art von Text, auch wenn hohe Qualität eher die Ausnahme darstellt), für einen extrem langen Text zumindest guter Qualität und hoher Leserschaft „Ein Lied von Eis und Feuer„. Da diesen Texten sehr verschiedene Genres zugrunde liegen, möchte ich zusätzlich noch „The Longest Joke in the World“ erwähnen, der sich besser mit @drils Tweets vergleichen lässt und im Übrigen auch thematisch zum Thema „Zeitverschwendung“ passt (siehe die Hintergrundinformationen hinter dem Witz).
        Des weiteren ist noch in den Raum zu werfen, dass eben weil sehr lange Texte eine größere Investition der Leserschaft erfordern, auch eventuell weniger Menschen bereit sind, sie zu lesen. In unserer Mathematischen Betrachtung können wir aber davon ausgehen, dass Leser*innen ignorant gegenüber der Textlänge sind (schließlich sind sie auch ignorant gegenüber der Tatsache, dass die angenommenen Texte nur zu ihrer Zeitverschwendung dienen).
        Abschließend möchte ich noch anmerken, dass mir beim schreiben dieses Kommentars die Idee für „gendering-by-regular-expression“ gekommen ist, die ich allerdings noch ausarbeiten müsste.

        *“reduzieren“ ist hier im Mathematischen Sinne des Reduktionsbeweises aufzufassen und drückt nicht unbedingt aus, dass das Problem, auf dass reduziert wird, einfacher zu lösen ist.

      • Ich denke, man könnte wohl sagen, dass die Qualität eines Textes mit dessen Länge ebenfalls steigen muss, um gelesen zu werden, da mit der Länge auch die Investition des Lesers in den Text steigt und dieser so auch eine entsprechende Gegenleistung erwartet. Letztendlich ist aber Textqualität nur bedingt definierbar und stark vom individuellen Leser abhängig.

        Zu den regulären Ausdrücken zum Gendern: Ich weiß nicht ob das so zielführend ist, bzw. ich glaube im Endeffekt würde es nur eine Variation des Binnen-I darstellen. In der deutschen Sprache ist es halt häufig der Fall, dass die maskuline Form die „Grundform“ darstellt und die feminine Form ein „Erweiterung“ dieser Grundform darstellt. Als Beispiel sei das Wort Professor genannt. Die feminine Form Professorin enthält die maskuline Form (weshalb das Binnen-I ja auch funktioniert). Mit einem regulären Ausdruck wäre das dann Professor(in)?. Der reguläre Ausdruck kann nur abbilden, dass die feminine Form nach belieben an die männliche Form angehängt wird. Man könnte auch die Form Professor.? wählen. In diesem Fall, da die feminine Endung eben nur angehängt wird, bleibt der maskuline Wortstamm weiter bestehen.
        In meinen Augen ist ein Gendering mit regulären Ausdrücken daher nicht in der Lage die durch die (deutsche) Sprache implizierte „Normalität“ der maskulinen Form aufzubrechen. Die maskuline Form bleibt weiterhin die Norm und die feminine Form bleibt ein Anhängsel. Eine Inklusion wäre mit regulären Ausdrücken trotzdem gegeben. Es stellt sich die Frage, was man erreichen möchte mit dem Gendering.
        Interessant ist in diesem Zusammenhang das dx Professx aus Berlin die Professx Form bevorzugt. So genau habe ich mich nicht damit auseinandergesetzt (will heißen: keine Primärtextlektüre), aber die am häufigsten vorgefundene (und damit wohl auch intendierte) Schreibweise in den Medien war eben Professx und nicht Professorx. Bei Professx verschwindet auch die maskuline Form hinter dem x. Die Form ist damit losgelöst vom binären Geschlechterkonzept und kann dieses inkludieren oder zurückweisen. Die Form des Wortes lässt keinen Rückschluss zu. (Allerdings ist die Form, soweit ich das richtig verstanden habe, nicht als Vorschlag für allgemeine Gendern konzipiert, sondern die persönliche Präferenz der Anrede dx Professx).
        Wenn man die sprachlich immanente Bevorzugung der maskulinen Form gegenüber der femininen Form aufbrechen will, wäre es in meinen Augen sinnvoll eine Umkodierung zu fördern. D.h. die maskuline Form wird zur allgemeinen inklusiven Form umkodiert. Damit würde die feminine Form, sofern kein Bedarf nach Unterscheidung besteht, überflüssig werden. Wenn dennoch die Möglichkeit zur Unterscheidung nicht aufgeben werden soll, so könnte man eine explizit maskuline Endung einführen. Dann wäre Professor die inklusive Form, Professorin die feminine Form und Professorus beispielsweise die maskuline Form. Nach Bedarf könnte man das Ganze auch durch weitere Endungen erweitern. Durchführbar wäre das Ganze aber eher nicht.
        Ich habe das Gefühl, dass die Umkodierung der Sprache, bzw. das zu eigen machen von existierenden sprachlichen Formen evtl. der erfolgversprechendere Weg zu sprachlichen Gleichberechtigung ist, als das Einführen neuer Formen, da die Umkodierung das Aufbrechen der bestehenden Verhältnisse bedeutet, das Einführen neuer Formen aber eher ein unterwerfen der Verhältnisse darstellt. Das mag allerdings auch falsch von mir wahrgenommen sein.

      • Ich wollte mit diesem Satz eigentlich gar keine Debatte zum gendering im Deutschen im allgemeinen lostreten (auch wenn deine Ausführungen interessant waren, wie auch die Debatte an sich), es ging mir nur darum, dass ich genervt von den Fällen war, in denen ein einfaches Anhängsel zur Inklusion der weiblichen Form eben nicht ausreicht. Klassisches und häufig auftretendes Beispiel: Dativ. Bei „den Lesern/den Leserinnen“ kann man net einfach „den Leserninnen“ schreiben. Ich glaube, die übliche Lösung wäre „den Leser*innen“, wobei der Stern halt auch das n übernehmen kann. Und das erinnert ja dann schon an RegEx. Man könnte das natürlich auf die Spitze treiben, wenn man bei den Formen, die inkompatible Artikel haben (also eine der/die Schreibweise erfordern, die bei längeren Artikeln noch unschöner wird), eine RegEx benutzt, die beide Artikel darstellen kann. Natürlich ist das keine ernsthaft nützliche Lösung und nur aufgrund von nerdigkeit interessant.
        Deinen Punkt fand über die Bedeutung, die ein Umdeuten der männlichen Formen als neutral anstatt der Einführung einer neuen Form hat, fand ich höchst interessant. Ich glaube, wir haben vielleicht sogar schon mal darüber gesprochen? Es ergibt sich bei dieser Variante natürlich auch eine schöne neue Deutung älterer Texte. Mir gefällt aber auf jeden Fall die Idee der des Anspruch Erhebens auf die verbreitetere Form. Es hat einen besseren Gleichstellungscharakter als die Einführung einer neuen Form, die dann wieder so als „Extrawurst für Feministinnen“ dargestellt werden kann. Natürlich verwenden die (ehemals) männlichen Formen dann immer noch alle den männlichen Artikel, aber geschlechtslose Objekte wie Äpfel sind da ja genau so, wobei der Vergleich natürlich hinkt, da wir bei Berufsbezeichnungen etc. ja eindeutig von Menschen reden. Auf der anderen Seite sind Mädchen ja auch mit neutralem Artikel versehen, was natürlich an dem Verniedlichungssuffix liegt, also könnte man in diesem Fall ähnlich argumentieren (der Artikel entspringt der Linguistik und weniger der Semantik).
        Ich hatte jedenfalls, ganz unabhängig von dieser Genderinggeschichte, letztens ein recht einschneidendes Erlebnis mit Bezug zu Feminismus, das eventuell noch mal in Artikelform aufgearbeitet wird, wenn ich dazu einen befriedigenden Ansatz finde sowie eine gutes Gesamtbild erstellen kann (Allerdings mache ich dazu keine Versprechungen). In diesem Sinne also: Für mehr Feminismus und Genderdiskussionen auf dem Eulenzombie (und sei es nur, um Valentin zu ärgern), gerne auch außerhalb der Kommentare!

      • Dass du mit dem Satz über die RegEx keine Diskussion über Gendering lostreten wolltest, hatte ich mir schon gedacht; ich wollte allerdings … (bzw. ich wollte wohl eher einfach die Gedanken, die ich mir dazu gemacht hatte mal in aller Kürze loswerden)
        Den Aufruf zu mehr Feminismus und Genderdiskussionen auf dem Eulenzombie kann ich nur unterstützen (hm, ich sollte ihn vielleicht nicht “nur unterstützen” können, sondern ihm auch nachkommen. Wenn man einen Aufruf unterstützt bedeutet das ja nicht explizit, dass man dem auch Taten folgen lässt, die Volksfront von Judäa lässt grüßen, aber ich schweife ab). Ich sollte dann jetzt vielleicht auch eher einen Artikel schreiben, als eine weitere Antwort hier. Vielleicht mal etwas weihnachtliches, reflektierendes.
        Hier in E. gibt es (natürlich) auch einen Weihnachtsmarkt, den ich aus rein erzählerischen Motiven besucht habe (wenn man einen Weihnachtsmarkt unter dem Gesichtspunkt der satirischen Inspiration, also mit gewisser ironischer Distanz besucht, kann es durchaus ganz erheiternd sein). Der Markt gliedert sich in drei Ebenen, was der Topologie des Ortes geschuldet ist; der Markt liegt an einem Hang. Das Ganze gab mir die Idee, einen Text um einen trichterförmigen Weihnachtsmarkt zu schreiben, der in verschiedene Ebenen aufgeteilt ist. Je weiter der Besucher in diesem Weihnachtsmarkt hinab steigt, desto “weihnachtlicher” wird das Ganze natürlich. Dazu passend bildet bei dem hier befindlichen Weihnachtsmarkt das “Santa-Land” (gesponsort von Lidl, wenn ich mich recht erinnere), zu betreten durch ein hell erleuchtetes Portal mit rotem Teppich, die unterste Ebene. Ich habe leider nicht gewagt, dass Santa-Land zu betreten, vor allem weil ich nicht sicher war, ob nicht noch ein Obolus an der Pforte fällig und eine Umkehr durch den engen, von stählernen Begrenzungen gesäumten, Eingangskorridor möglich gewesen wäre. Irgendwie hätte ich in diesem Text sicherlich auch noch die Kleiderständer in Hakenkreuzform (Jacken und Mäntel an die Haken, da wo sie hin gehören) untergebracht. Aber ich glaube, das wäre nicht reflektierend und doch nur den bekannten konsumkritischen Sermon wiederholend gewesen.
        So, und nun, neue Artikel schreiben.

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