Rückwirkende Eigenkonsistenz

23. Oktober 2013: Der Eulenzombie ist tot…

Dieser Artikel ist, wenn man so will, der nullte Konsistenzartikel, denn er war der erste Artikel im Eulenzombie nach einer langen Zeit mit extrem wenigen Artikeln.  In einem Versuch, die eigene Kreativitätslücke zu überwinden, entstand ein neuer Artikel, wild und ohne klare Form oder Struktur. Letztendlich gehört dieser Artikel nicht wirklich zur Konsistenzreihe, doch er passt in die zeitliche Abfolge, und so fasse ich ihn als das Chaos auf, aus dem die Ordnung entstand.

: Konsistenz

Nachdem sich einen weiteren Monat lang nichts auf dem Eulenzombie getan hatte, schrieb ich einen weiteren Artikel, der dieser Reihe ihren Namen gab. Er ist der eigentlich Anfang der Konsistenzreihe und etabliert neben dem thematischen Überbau der Konsistenz auch das Zeitschema. Zudem wird das erste Unterthema, Alliterationen, eingeführt. Inhaltlich ist der Artikel lediglich einer Wiederholung des Aufrufs an die anderen Autoren des Eulenzombies, wieder etwas zu schreiben.

25. Dezember 2013: Konstante Konsistenz (oder auch Heizölrückstoßabdämpfung)

In diesem Artikel wird das zuvor eingeführte Thema der Alliteration auf die Spitze getrieben. So wird zu jedem Buchstaben des (lateinischen) Alphabets ein Satz geschrieben, der nur aus Wörtern besteht, welche mit diesem Buchstaben beginnen. Dies wird auch im Titel aufgegriffen, der sowohl eine Anspielung auf den vorherigen Konsistenzartikel enthält, die selber eine Alliteration ist, als auch ein Wort, welches alle Buchstaben des (deutschen) Alphabets exakt ein mal enthält.
Aufgrund der strengen Konvention wird der Text beizeiten ungrammatisch und der Sinn ist fast von untergeordneter Bedeutung. Dennoch gibt es inhaltliche Überreste, die eine Art Religions- und Gesellschaftskritik sowie eine Kritik an der zunehmenden Überwachung im Namen der Terrorabwehr darstellen. Bemerkenswert sind zudem noch die zahlreichen Neologismen und Zusammengesetzten Nomen, die ebenfalls aus den formalen Einschränkungen hervorgehen. Der Artikel markiert den Start des Trends, dass Inhalt der Form untergeordnet wird.

26. Januar 2014: Krieger Ohne Nerven Sind In Sich Total Erledigt, Nicht Zurechnungsfähig

Zum ersten Mal in der Konsistenzreihe gibt es einen Themawechsel, da der vorangehende Text das Thema Alliterationen weitestgehend ausgeschöpft hatte. Es ist der erste Artikel in einer Reihe von 3 bzw. 2,5 Akronymartikeln. Schon der Titel ist ein Akronym für „Konsistenz“. Die Anfangsbuchstaben des Artikel selbst bilden den Satz: „Kryptographie rennt yakschnell[,] pausiert trotzdem oft ganze Regime[.] Aber promte Hilfe ist erforderlich“, was also eben die ersten eineinhalb Sätze des Artikels selbst sind. Dadurch ergibt ein „Akronym zweiter Stufe“: „Kryptographie“, wenn man die ersten Buchstaben der Worte nimmt, die von den ersten Buchstaben der Worte im eigentlichen Text gebildet werden. Es zeigt sich hier eine deutlich stärkere Komplexität als bei den vorangehenden Artikeln, somit ist dies der erste Konsistenzartikel, der zugleich eine Art Rätsel darstellt (welches an dieser Stelle aufgelöst wird).
Inhaltlich deutet der Artikel an, dass Kryptographie (bzw. die praktische Anwendung in Verschlüsselungs- und Anonymisierungsprogrammen etc.) immer wichtiger wird. Zudem stellt der Artikel fest, dass es sich bei Akronymen nicht um Kryptographie handelt, sondern um Steganographie, und das somit der (durch die Akronyme) erweckte Eindruck, es handle sich hier um Kryptographie, eine „Tarnung“ ist. Letztendlich ist der Inhalt aber überwiegend Nonsense, der viele Interpretationen ermöglicht.
Bemerkenswert sind zudem die Kommentare, in welchen Enzio E. Lembu (theDedem) eine art Zirkelsatz konstruiert, welcher in Anspielung auf xkcd nr. 917 („Hofstadter“) das (englische) Akronym „I’m So Meta, Even This Acronym“ bildet. Ned Uelie (Ich) Antwortet darauf  mit einer Kritik daran, dass der Satz nicht abgeschlossen ist, welcher eine Antwort auf ISMETA: „xkcd rules and Douglas H[.] even more“ in seinen Anfangsbuchstaben formt.

27. Februar 2014: Cancelled Consistency

Bei diesem Englischen Post handelt es sich im Grunde nicht um einen Konsistenzartikel per se, er stellt eher eine Entschuldigung dar, da ich zu dem Zeitpunkt den nächsten Konsistenzartikel nicht fertig gestellt hatte und zudem an „Sleepless in Saarbrücken“ arbeitete. Besagter Artikel wird angekündigt, zudem wird auf „Twitch Plays Pokémon“ angespielt, welches ebenfalls zu der Verzögerung beitrug. Zu guter Letzt verspricht der Text die „Endlösung der Akronymfrage“, also den Abschluss des aktuellen Themas, im nächsten Konsistenzartikel.

28. März 2014: Totale Indoktrination Einer Festen Gesetzmäßigkeit Aller Nachfolgenden Gedichte

Dieser Artikel beinhaltet sowohl den letzten Artikel aus der Akronymreihe als auch einen „Bonus“, im Grunde ein halber Artikel (daher auch die frühere Aussage, es gäbe 2,5 Akronymartikel). Die Überschrift ist bildet das Akronym „Tiefgang“, ein wiederkehrendes Thema im Artikel. Im Hauptartikel findet sich ein dreischichtiges Akronym, es gibt also insgesamt vier explizite Bedeutungsebenen:

  1. Der Artikel selbst beschreibt im ersten Abschnitt das Problem, dass einem als jungen Autor aus geschütztem Umfeld möglicherweise die Erfahrung fehlt, Texte mit echtem Tiefgang zu schreiben. Es folgen vorgeblich tiefgründige Fragen nach Umweltproblemen, die Beschreibung eines sterbenden Menschens und eine oberflächliche Kritik an der Kernkraft als Illustration dieses Punktes. Daraufhin wird behauptet, dass in allen großen Geschichten Menschen sterben, sowie dass schlechte Texte dennoch veröffentlicht werden. Schließlich spielt der Text auf sich selbst an und sagt, dass nun die Endlösung (der Akronymfrage) absolviert sei und es dem Text selbst an Tiefgang mangele.
  2. Das erste Akronym lautet: „Kein richtig erbaulicher Autor trifft immer völlig ins Thema[,] aber ältere Themen ohnehin hassend[,] nuschelt er trefflich ins Erbe fortgegangener Grössen[.] Aber niemandem gefällt[‚]s[.]“. Dieser Satz ist in sich kryptisch und obwohl ich Ideen habe, was ich wohl damit gemeint habe, scheint es mir wenig konstruktiv, diese hier dar zu legen.
  3. Das Akronym des ersten Akronyms, also zweites Akronym des Haupttextes, lautet: „Kreativität ohne Tiefgang“ und fasst den Grundkonflikt der Konsistenzreihe zusammen: Obwohl die Texte durch die interessanten Formen kreativ sind, mangelt es häufig an Inhaltlicher Tiefe, da die (selbst auferlegten) Formvorgaben es schwierig oder unmöglich machen, sinnvolle Texte zu schreiben.
  4. Das dritte Akronym des Haupttextes (zweites des ersten und erstes des zweiten des Haupttextes und ersten des ersten) lautet: „Kot“. Daraus mache man, was man wolle. Es sei nur erwähnt, dass der Eulenzombie im „nullten Text der Konsistenzreihe“ („Der Eulenzombie ist tot“) als „Kotstrotzend“ gelobt wurde.

Es ist noch anzumerken, dass sich anfangs ein Fehler auf der zweiten Ebene eingeschlichen hatte („niemanden gefällts“ statt „niemandem gefällts“, welchen theDedem in einem Kommentar anmerkte. Um diesen einbuchstabigen Fehler zu korrigieren, mussten zwei Worte in der ersten Ebene verändert werden. Dies illustriert trefflich die „Eskalation“ von Fehlern in stark komprimierten Formaten.

Der Bonusartikel ist nahezu komplett sinnlos, allerdings erzeugen sowohl die Anfangsbuchstaben als auch die Endbuchstaben von hinten nach vorne gelesen den Satz: „Vorne und Hinten: Ein wahrer Kanon“. Dieser Satz spielt selbst darauf an, wie er encodiert ist, und stellte somit wieder ein Rätsel dar. Im Übrigen ist der Satz eine Anspielung auf den genialen „Krebskanon“ in „Gödel, Escher, Bach: an Eternal Golden Braid“. „Oberkommando: Nerv“ ist außerdem eine Anspielung auf „Neon Genesis Evangelion“.

29. April 2014: Inkonsistenz

Erneut wird eine neues Thema angeschnitten, diesmal geht es um Texte mit einer mathematischen Form. In diesem Text erhöht sie jeweils die Anzahl der Buchstaben in jedem Wort um eins bis sie zwölf erreicht und wieder bei eins beginnt. Der Titel ist sowohl eine Anspielung auf die nicht konstante Buchstabenzahl als auch auf das schmutzige Geheimnis hinter diesem Artikel: Er wurde ursprünglich drei Tage zu spät veröffentlicht, unter dem trefflichen Titel „Inkonsequenz“. Kurz darauf änderte ich den den Titel und das Datum, um diesen Fehler zu vertuschen. Die Verzögerung kam zustande, da ich zunächst noch größere Pläne für den Artikel hatte, die sich aber nicht verwirklichen ließen, weshalb ich den bereits vorhandenen Teil nicht in die Post-Warteschlange setzte. Da ich dann am 29. April selbst nicht in Saarbrücken war, vergaß ich den Artikel rechtzeitig zu posten.

Der Artikel steht ganz im Zeichen der Zwölf. Die Wortlänge steigt bis auf zwölf an, jeweils zwei mal. Die Primfaktoren von zwölf sind 2,2,3. Es gibt zwei Abschnitte, einen mit drei Sätzen und einen mit zwei. Die Teiler von zwölf sind 2,3,4 und 6. Zwei Abschnitte, drei Sätze im ersten Abschnitt, vier mal bis zwölf gezählt, sechs Sätze insgesamt, wenn man das Semikolon als Punkt auf fasst (leicht geschummelt). Das (geschummelte) Datum des Artikels ist 12:12. Der Artikel hat drei Tags und ist in zwei Kategorien (Primfaktoren).

Der wörtliche Inhalt der beiden Texte ist einfach selbstbezüglich, indem beschrieben wird, wie Buchstaben von Wörtern gezählt werden und Blogautoren Zwölffanatische Sätze schreiben.

30. Mai 2014: Positivteil Einer Streng Monoton Fallenden Funktion mit Konstanter Ableitung nach Sinusfunktion, Angewendet auf 15 Gedichte

Bei diesem Artikel ist zunächst einmal Anzumerken, dass die Überschrift keinen Sinn ergibt. Die Funktion, an die ich beim Verfassen des Artikels dachte, ist tatsächlich:

f(x) ≈ |(7.125-(( x*π/14 )/(4*π)))*sin( x*π/14)|
⇔f(x) ≈ |(7.125-(x/56)*sin( x*π/14)|

Eine „streng monoton fallende Funktion mit konstanter Ableitung“ ist offensichtlich eine Gerade. Selbst wenn wir x nicht als die Zeilennummer definieren, bleibt das Problem, dass wir diese Gerade mit der Sinusfunktion multiplizieren müssen, anstatt die Sinusfunktion in die Gerade einzusetzen. Dies führt dazu, dass x zwei mal in der resultierenden Funktion auftreten muss, einmal innerhalb und einmal außerhalb der Sinusfunktion. Somit kann eine Verknüpfungsoperation zwischen einer Geraden und der Sinusfunktion nicht zu der oben angegeben Funktion führen. Im Übrigen nutzt die angegeben Funktion den Betrag statt des Positivteils, da ansonsten alle x-Werte, die zu einem negativen Funktionswert führen, „übersprungen“ werden müssten, was wiederum zu einer unnötigen Verkomplizierung führt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es eine schlechte Idee ist, zu versuchen, mathematische Konzepte Intuitiv zu verstehen (Was ich tat, als ich die Überschrift schrieb) anstatt sie explizit nachzuvollziehen (Was ich im Rahmen dieses Artikels begann, um die Funktion zu ermitteln), vor allem wenn man so durchschnittlich in Mathe ist wie ich.

Eine bessere Überschrift wäre also: „Gerundeter Betrag einer Multiplikation von einer Geraden und einer gestreckten Sinusfunktion, Angewendet auf 15 Gedichte“ oder so ähnlich. In jedem Fall ist die oben angegebene Funktion immer noch nur eine unpräzise Annäherung, da der Graph der Sinusfunktion rund ist und der Graph der Funktion des Artikels Dreiecksförmig. Man müsste also noch weitere Transformationen auf die Sinusfunktion anwenden um tatsächlich den vorhandenen Datensatz zu treffen. Da mir das jetzt aber alles etwas zu weit geht, überlasse ich eine funktionierende Formel den Leser/innen.

1. Juli 2014: Krankhafte Konsistenz

Dieser Artikel ist der letzte in der „mathematischen“ Reihe. Der Text zählt von Eins bis Neun mittels Zahlwörtern, die in den Worten mehr oder weniger direkt enthalten sind. Auf das Zahlwort folgen jeweils andere Wörter in der Anzahl des Zahlworts. In der ersten Zählung sind die Zahlwörter sehr direkt (z.B. „Eins“ in Einstmals etc.), in der zweiten Zählung verschleiert (z.B. Eins in Heimwärts), in der dritten Zählung schließlich löst sich der Text auf und die Zahlwörter sind direkt eingefügt, wohingegen die nicht-Zahlwörter mehr und mehr durch „Wort“ ersetzt werden. Es ist zudem Anzumerken, dass in der zweiten Zählung ein Fehler ist: „Sichender“ (was sowohl für sechs als auch für sieben stehen könnte) wird gefolgt von sechs Wörtern, woraufhin Acht (gefolgt von Acht Wörtern) steht folgt. Es fehlt also die Sieben. In einem Kommentar von theDedems „F.Rüher“ wird auf diese Tatsache angespielt („…Beträge fehlen“).

Inhaltlich ist der Text eine Art surreale Kurzgeschichte, in welcher ein Mensch vom Weg abkommt und nicht mehr zurück findet, bevor er „den Sinn verliert“ (weil die Geschichte zerbröckelt als der Text mehr und mehr nur noch aus „Wort“ besteht).

Die Überschrift spielt auf die bereits erwähnten Probleme an, Artikel sowohl konsistent als auch sinnvoll/inhaltlich gut zu gestalten. Dies wird auch in der schließlich zerfallenden Struktur des Artikels deutlich. Am Ende des Artikels findet sich ein Hinweis auf diesen Artikel.

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