Sprachvergewaltigung oder Grammatikporno

Es handelt sich um Eduard Mörikes Gedicht, das da lautet:

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Ein Blick aus dem Fenster rief es mir in Erinnerung, da es hier gerade recht sonnig ist.
Letzte Erklärungen:

  1. Düfte sind lediglich Gasmoleküle, welche die Rezeptoren in der Nase wahrnehmen können.
  2. Wenn jemand unaufmerksam ist, sagt man auch er/sie „träumt“/“ist verträumt“/“schon wieder am träumen“.
  3. Das „Wollen“ kommt etwas aus dem nichts, schön wäre hier gewesen, was mit Schafen zu machen, aber ich fand die Konstruktion wie sie ist schon so nett das ich sie nicht aufbrechen wollte.
  4. Antiherbst=Frühling, da Herbst und Frühling sich gegenüberliegen. Antiherbst ist m.E. ein genau so schönes Wort wie „Tagmond“ (für Sonne).
  5. Harfenton vs. Hafenton hat schon Otto benutzt…

Letzte Kommentare: Ich entschuldige mich bei meiner Deutschlehrerin, falls sie dies je liest und doch ein Fehler drin ist. Ich habe versucht, grammatikalisch korrekt in jeder Zwischenstufe zu bleiben (im Rahmen der dichterischen Freiheit, versteht sich). Die Semantik ist Beizeiten durchaus ganz schön geworden. Von Xyrion würde ich mir eine Illustration wünschen, welche die Listen aus Farn, welche C. M. Herbst feindlich gesinnt und Beißoptimisten sind, darstellt. Wenn darin noch die eine Instanz des Hafengeräuschs zu sehen ist, gibt es Bonuspunkte.

„Früher saßen die Dichter im Freien und ließen sich vom Frühling und der Natur inspirieren. Heute sitzen sie am Rechner und lassen sich von den Sonnenstrahlen inspirieren, die durch die Jalousieschlitze gelangen.“

3 Gedanken zu „Sprachvergewaltigung oder Grammatikporno

  1. Diese Umsonstmentalität ist doch einfach unglaublich. Früher hätte es sowas nicht gegeben, als es den Eulenzombie Prämium noch gab. Ihr meint wohl es wäre ‚hipp‘ alles frei rauszugeben im Internet. Früher hätte es die Hinweise nur für Premiumkunden gegeben und man hätte etwas für sein Geld bekommen. Aber heute … Ich habe keine Ahnung was das für ein Gedicht sein soll, aber ich habe noch keinen Hinweis gelesen. Werde ich auch nicht, wenn ich keine angemessene Bezahlung liefern kann, um mich über diese Umsonstmentalität hinwegzusetzen.

  2. Sehr geehrter Herr F. Rüher,
    Wir sind uns der Problematik bewusst und glauben, eine Lösung gefunden zu haben. Wir bieten somit nunmehr eine optionale Prämium Mitgliedschaft an. Diese hat keinerlei Auswirkungen außer, dass sie damit angeben können und sich elitär fühlen dürfen.
    Nach wie vor können die Details zur Bezahlung über fakeacc42@web.de oder eine private WordPress-Nachricht ausgehandelt werden. Wir bieten sogar personalisierte Preise, damit sie somit noch eine neue Möglichkeit zum virtuellen Schwanzvergleich haben.
    Also bitte ich Sie: Erst mal versuchen zu zahlen, bevor man dreiste Kommentare schreibt, ansonsten ist man nicht besser als die Raubkopier-Piraten.
    Mit empörten Grüßen,
    Bluttrinker

  3. Die nächste Generation der Dichter wird wieder im Park sitzen. Mit Tablet halt. Sie wird sich von Äpfeln inspirieren lassen! Back to the iNature!

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