Cut-Up

Dir, Pöbel des Internets!

Dir seien nun ein paar einführende Worte gegeben, um dem kommenden standhaft entgegenblicken zu können. Der folgende Text ist mit Hilfe der CutUp Technik entstanden. Dazu wurde er von einem der großen literarischen Werke, denen diese Technik zugrunde liegt, beeinflusst.

Ein möglicher Titel für dieses Werk wäre Dionysisches Gelage oder Managerparty oder Kratzdisteln oder Betrachtung der modernen Welt unter dem Aspekt des Einflusses des Schubnikow-de-Haas-Effektes auf die Isländische Eishockeyliga in der Saison 2000/01 im Gegensatz zu Pulpit dem Wisent oder auch: Cut-Up – Erster Versuch.

Jetzt aber ohne weiteren Absatz und ohne längere Vorrede, es ist sowieso weniger als erwartet.

In den Kaviar erbrechend. Mehr Speisen, mehr, mehr, mehr. Vom Kaviar nehmen und herunterschlingen. Nur die leere Dunkelheit steht über allem, die den Schein der Feuer höhnisch belächelnd in die Bedeutungslosigkeit führt. Die Hände in das beflecke, verklebte Fell krallend. Fallen in Schwärze. Die dort stehenden – Kreaturen – wegstoßen, mit der Hand abstützen, in den Kaviar greifend. Zu den Speisen stolpern, trampeln, erbrechen. In Wonne geifernde Betrachter, bis jener lustverloren über dem Lamm zusammenbricht. Kippt. Verlangend beugt sich der nächste über das gefesselte Lamm. Kein Fallen. Krampfhaft erbrechen und dann wieder: Essen. Zusehend demjenigen, der sich über das Lamm beugt, vor Lust stöhnend. Unendlichkeit. Die Haxe ist hinuntergeschlungen. Licht, Geräusche, Kreaturen kommen näher. Kleben. Geile Menge im Kreis stehend lässt kein Licht in seine Mitte. Der Magen zum Bersten gefüllt. Kein Licht auf das befleckte Fell des Lamms. Nackt. Versuchen aufzustehen, aus dem eigenen Fett sich zu erheben. Der nächste Fette steigt über den fetten, am Boden zuckenden Leib, um sich vom festlichen Mahl zu nehmen. Kotzen. Kotzen. Beißen, schlucken, beißen, schlucken, beißen, kotzen. Aufstoßen. Am Boden liegend in der eigenen Kotze. In Ekstase. Beißen, schlucken. Einen weiteren Bissen nehmen, dann über den eigenen, fetten Körper erbrechen. Schnaubend, stöhnend steht die Menge, stimuliert, stimulierend. Beißen, kauen, schlucken. Kippt. Versuchen zu Lachen. Völlig betäubt daliegend, bewegungsunfähig. Der Boden. Aller Lärm, alle Kreaturen weit weg, unerreichbar. Die empörten Rufe der Kreaturen werden ignoriert. Phalli in die Höhe ragend. Anschließend verfällt er in glucksendes Gelächter, welches seinen ganzen Körper schüttelt, wie das weiße Hasenfell, das seinen Kopf krönt und stellenweise rot ist vom Blut, herausquellendem aus der frisch abgezogenen Haut. Roter Schein des Feuers lodert hoch, als der Grillmeister noch etwas Fett über den fetten Hasen gießt, der auf einen Stock gespießt langsam über dem Feuer rotiert. Sanfter Lichtschein stroboskopartig. Der Boden kippt zurück. Öffnet sich. Senkrecht. „Lauscht der Musik seines Gebruzels!“, ruft der edle Spender mit einer Flasche Wein in der Hand. Oder so. Beißen, schlingen, schlucken. Die Schweinshaxe in der Hand, die Finger triefend von Fett. Weiteres Erbrechen.

Zehnter Teil

Dir, Pöbel des Internets!

Und nun!

Die weise Lösung

Es waren einmal zwei Zauberer, die wohnten jeder in einem Turm, wie es sich nunmal für anständige Zauberer gehört. Die beiden Türme standen in einem Dorf am Rande dessen Markplatzes; Jedoch nicht nebeneinander, sondern sich direkt gegenüber, sodass der Platz in gesamter Breite, wenngleich er nicht sonderlich groß war, zwischen ihnen lag. Die Zauberer waren nun, das bewiesen schon zweifelsfrei ihre stattlichen Bärte, sehr weise; Aber dennoch in einen Zwist verwickelt.
Jeden Mittag versammelte sich das Dorf auf dem Platz zwischen den Türmen und die Zauberer traten auf ihre, dem Markt zugewandten, Balkone. Die Menge auf dem Platz hatte sich versammelt, um Weisheit von den Zauberer zu erfahren, denn natürlich war auch ihnen die Stattlichkeit der Bärte längst bekannt.
Die Zauberer aber trugen ihren Streit aus. Dieser begründete sich in der Frage, welcher Turm das „Obere Ende“ des Platzes markiere und wer nun denkt, dies sei eine Frage des Prestige, muss enttäuscht werden, ist doch der Kern des Sache etwas komplexer.
Da beide Zauberer ihre Türme niemals verließen und immer nur von ihren Balkonen auf den Platz hinunter schauten, mussten sie sich zwangsläufig am oberen Ende des Platzes befinden; Immerhin kann man ja auch bei einer Treppe von deren oberen Ende auf den Rest hinunterblicken, sofern es sich nicht um eine Wendeltreppe handelt.
So stritten die Zauberer jeden Tag um die Mittagszeit über den Platz hinweg und die Menge stand da und verwirrte sich; Und hielt den Disput  für weise.
Wenn es jemanden gab, der gegen die Zauberer sein Wort erhob und darauf hinwies, der Platz habe ein „Oberes Ende“ allein durch sein natürliches Gefälle, und keiner der Türme stünde dort, so ließ sich die Menge durch solcherlei Possen nicht beirren, denn die Stattlichkeit der Bärte dieser Wichtigtuer reichte kaum an die der Zauberer heran.
Eines Tages aber, um endlich zum Ende dieser ermüdenden Geschichte zu gelangen, war nicht irgendein Tag, sondern eben jener Tag, an dem der Streit beigelegt wurde. Einer der beiden Zauberer war es leid, wie der andere sich vor der Wahrheit verschloss, nahm sein Gewehr zur Hand und erschoss ihn.
Die Menge war beeindruckt von der weisen Lösung und jeder wusste nun genau, wo das „Obere Ende“ des Platzes liege.

Und nun: Frage dich nicht, schieße lieber ein wenig!

Von Oden und Mär

Es wird dir, ja genau dir, hier nun gänzlich ohne irgendwelche abschweifenden Worte, einige Zeilen von einander gereihten Buchstabenfolgen präsentiert, die während eine kleinen Wanderung, in meinen heimischen Gefilden, entstanden sind. Und nun ohne deine Zeit im entferntesten verschwenden zu wollen beginnt schon in der nächsten Zeile…

——–Kürzung aufgrund einer viel zu langen und zudem ermündenen Einleitung———

Die Mär vom Wandersmann

Der einsame Wandersmann
Geht und geht, ganz unbewegt
Von Reizen der Natur,
Unbekümmert und entschlossen
Ziellos seinem Weg entgegen

 

Die Ode an das Holz

Oh Holz, oh Holz,
Was hab ich dir nur angetan,
Dass du mir versperrst
Den schönen Weg
Den ich schon einst gegang’n

 

Die Ode an das flüssige Gold

Oh Bier, oh Bier,
Du holder Trunk
Vergänglich ist dein Lebensstund.
Drum sei nun mein
Obgleich nur für eine Lebensspann.

Auch wenns nur kurz,
So ist’s berrauschend
Von dir zu kosten.
Oh holdes Bier
Sei mein für diese Lebensstund