Frohes Fest

Verehrte Leser,

Ich präsentiere an diesem Tage, der ganz im Zeichen der Liebe (zum Einzelhandel) steht, ein erquickliches Gedicht. Möge es denen als Notlösung dienen, die es trotz Dauerfeuer aus den Rohren der Medien vollbracht haben, den Valentinstag zu vergessen. Leset es nur eurem Partner vor, auf dass der Eindruck überragenden Intellekts gepaart mit Gottähnlicher Kreativität von diesem Werke auf euch übergehe.

Einst war’s der Trieb, der uns da rief:
Folget dem biologischen Imperativ.
Doch nutzte bald jeder, der nicht schlief,
Gegen die Kinder ein Präservativ.

So wurd’s die Gesellschaft, die uns rief:
Folget dem sozialen Imperativ!
Dass jeder, der allein noch lief,
Sich fragt, ob er denn attraktiv.

Sieht er’s doch in großen Filmen,
Der Mensch wird nur zu zweit recht glücklich
Und wer den Partner kann nicht finden,
Muss mehr anpassen der Welt sich.

Und so scheint nun alles klar,
Schlampig sein erscheint unklug
Was schon immer kleidsam war,
Ist ein schwarzer Seidenanzug

Um die Liebste sich zu krallen,
Zückt der Mann sein Portmonee
Einzig um ihr zu gefallen,
Verkauft er noch den rechten Zeh.

Dieses merkt nun, steht’s bereit,
Der Einzelhandel, diese Pest.
Und er schafft uns dieserzeit
Ein gar wunderbares Fest.

So muss er sein Weib beschenken,
Da sie ihn sonst nicht mehr liebt
Denn es würde sie stark kränken,
Wenn sie keine Rosen kriegt.

Tut er dies für ein paar Jahre,
Folgt auch bald das erste Kind.
Kriegt es dann die ersten Haare,
Muss das nächste her geschwind.

Und sie kaufen weiter Dinge,
Haus und Auto, exklusiv,
Denn so folgen schließlich alle
Dem biologischen Imperativ.

Anmerkung: Aufgrund einer bevorstehender Matheklausur in Kombination mit einem etwas zu fesselndem Buch von Cornelia Funke wirkt es noch ein wenig ungeschliffen hier und da.

Studileaks: Weitere Enthüllungen zu Wohnheimaffäre.

Wieder einmal sind wir von höchstem Stolz erfüllt, euch als letzte uninfiltrierte Plattform weitere Geheimdokumente diesmal sowohl des Studentenwerks als auch der Universität unter Riskierung unserer Freiheit zu präsentieren.

Dokument 4:

Betrifft: Aktion Entwesung – Schädlinge organisieren sich
AZ: ToKri-Wdstnd-01

Vereehrte Universitätsarbeiter,

Nach unseren großen Erfolgen in der Sache Wohnheim D scheint sich eine erste Widerstandszelle gebildet zu haben, im Folgenden mit Codewort „Rattenkönig“ bezeichnet. Unsere Agenten beobachteten die Subjekte in der Nacht von Freitag auf Samstag beim Anbringen subversiver Propaganda. Offensichtlich hat das Ungeziefer beschlossen, sich nicht so einfach Austreiben zu lassen. Damit die externen Köder (sog. „Ersatzwohnraum“) entsprechend wirken und wir so der Plage im Gebäude Herr werden können, müssen etwaige rebellische Denkmuster schon im Ansatz unterdrückt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass besagte Köder einer näheren Überprüfung unterzogen werden, was für uns alle unangenehm währe.
Um unsere Tarnung als Freund und Helfer des Ungeziefers nicht zu gefährden, sind wir der Ansicht, das die Universität in gemeinsamem Interesse entschlossen handeln sollte. Sofortige Exmatrikulation und Deportation der subversiven Elemente scheint uns eine angemessene Maßnahme zu sein. Wir hoffen, das wir uns auf sie verlassen können, um die Lage so bald wie möglich wieder zu lethargisieren.

Mit Freundlichen Grüßen,
SS

Anhang: Photographien der Guerillaaktionen:

Dokument 5:

Betrifft: Re: Aktion Entwesung – Schädlinge organisieren sich
AZ: TLYZLUUL-WYPTGHOS:43-112-609

Sehr geehrtes Studentenwerk im Saarland e.V.,

Ihre Anfrage ist bei uns eingegangen und wurde für eine Bearbeitung in die engere Wahl gezogen. Wir bedanken uns für ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen,

[Dieses Dokument ist Maschinell erstellt und ist daher ohne Unterschrift und Stempel gültig. Handschriftliche Änderungen sind ungültig.]

PS: Nicht vergessen, am 14. Februar ist Kommerztag.

 

Wir von Studileaks wünschen allen freien Menschen und insbesondere der Guerillatruppe viel Glück. Zudem möchten wir alle Leser als kostenlosen Service noch darauf hinweisen, dass am 14. Februar Kommerztag ist.