Und jetzt: Das Wetter.

Dir, Pöbel des Internets!

¹

Aufgrund meiner Empfindung dem aktuellen Wetter gegenüber, welches mir als ungewöhnlich warm vorkommt, habe ich begonnen in meiner Rolle als Zombie der allmächtigen Eule nachzudenken; Und bin dabei auf erstaunliche Erkenntnisse gestoßen.

Wir sehen uns am Beginn einer Entwicklung, die nichts anderes zur Folge haben kann als die Gleichschaltung aller Jahreszeiten!

Genauer bedeutet dies: Der Winter wird wärmer, der Sommer kälter, der Frühling herbstlicher und der Herbst frühlingshafter. Im einzelnen werden sich die Temperaturen wohl zwischen fünf und fünfzehn Grad Celsius dauerhaft einpendeln und der Himmel wird immerzu bedeckt sein von einer dünnen Schicht grauer Wolken aus denen unablässig ein kaum bemerkbarer Nieselregen fällt.

Vielleicht werden also künftige Generationen nicht mehr in den Genuss von ganzen vier vollwertigen Jahreszeiten kommen, sondern nur noch eine einzige erleben, deren Name vorzugsweise eine Permutation der Namen der bestehenden Jahreszeit ist. Vorstellbar wären zum Beispiel Früsohewi, Sofrüh-Winther, Ingerster oder auch Frmmbstntr.

Unter diesem Blickwinkel betrachtet können wohl auch das Scheitern des Klimagipfels und der vor einigen Jahren allseits proklamierte, inzwischen aber wieder vergessene, Klimawandel nur Rädchen in der Maschinerie der allmächtigen Eule sein, die dies alles nur mit einem Kalender und einem Edding vorbereitet hat.

Doch zu welchem Zweck? Lange habe ich als Eulenzombie darüber nachgesonnen, und manch ein Lösungsansatz ist mir in klimatisch wirren Visionen erschienen. Der erste Ansatz, den ich zu verfolgen begann, war die Zufriedenheit insbesondere des deutschen Volkes, das sich über jegliche Extrema extrem echauffiert und dem eine solche Gleichschaltung sicherlich sehr zusagen würde, würden dann doch diese Extrema zunächst sehr verringert und schließlich, so der Plan der allmächtigen Eule gelingt und daran darf wohl kein Zweifel bestehen, komplett verschwinden. Zurück bliebe also insbesondere dem deutschen Volk kein Grund mehr sich zu beklagen, außer der extremen Gleichförmigkeit des Wetters. Da Gleichförmigkeit und Gleichschaltung aber historisch gut verträglich sind mit insbesondere dem deutsche Volk, bildet diese wohl eine Ausnahme zur Regelmäßigkeit über extremes echauffieren über Extrema.

Dem, wer da nun schon Heureka ruft, sei gesagt, dass die allmächtige Eule nur reinstes Gold besitzt, dennoch vom Tragen einer Krone absieht, da eine solche beim Fliegen mehr hinderlich denn dienlich ist. Des Pudels Kern ist also noch nicht enthüllt, es steckt mehr hinter diesem perfiden Spiel mit den Jahreszeiten, als nur die Zufriedenheit.

In Wahrheit steckt hinter allem die Untragbarkeit der Varianz im aktuellen System mit vier voll ausgeprägten Jahreszeiten. Die vorhandene Varianz verlangt vom Volk immer wieder die Anpassung an neue Bedingungen, die das Wetter an es stellt. Dadurch wird es (insbesondere das deutsche) immer wieder einer emotionalen Verwirrung bzw. einem Unmut unterworfen. Um nun den ursprüngliche Zustand der gemütlichen Gleichgültigkeit wieder herzustellen bedarf es einer rationalen Überwindung dieser emotionalen Unzulänglichkeiten: Das Volk ist gezwungen um seines eigenen emotionalen Wohles Willen zu denken! Dies ist natürlich für die allmächtige Eule inakzeptabel.

Die Gleichschaltung der Jahreszeiten bringt die benötigte Lösung: Die Gedanken der Menschen werden hinfort gespült vom immerwährenden Nieselregen aus ewig träge hängenden grauen Wolken bei gewohnten fünf bis fünfzehn Grad Celsius, hinab in die Abwasserkanäle, um zur bedenkenlosen Wiederverwendung von Fachkräften sorgfältig von allen gefährlichen Einflüssen befreit und wieder in den Kreislauf eingespeist zu werden. Falls man dann nach dem Genuss von frischem Wasser einen wiederkehrenden Gedanken hat, so ist dieser nun leicht bekömmlich ohne das man beim Verzehr auf die eigene Linie achten müsste.

Natürlich sehen wir uns als Eulenzombies verpflichtet diesen Vorgängen weiter nachzugehen.

Bis dahin:
Prost und tue, wie die Eule befiehlt!

¹ Diese Fußnote sollte erst zum Schluss gelesen werden, obwohl sie einige Worte enthält, die dem Text vorangestellt werden müssen.
Die in diesem Text enthaltenen Informationen können faktisch als Fakten gesehen werden, sind sie doch durch rein subjektive Eindrücke und Gedanken des Autors offenbart worden. Des weiteren ist die Themenwahl in voller Absicht geschehen, trat nach der Veröffentlichung des enthüllenden Artikels über THE WALL hier doch eine Art unangenehmes Schweigen ein, da sich wohl niemand im Stande sah eine ähnlich meisterhaft aufklärerische Leistung zu erbringen. In diesem Kontext nimmt sich dieser Artikel dem immerzu tiefgründig und nachhaltig diskutierten Thema des Wetters an, mit dem Ziel, die vorgegebene Gewichtigkeit eines Textes durch THE WALL schon mit der Wahl des diskutierten Subjekts zu erfüllen.
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4 Antworten zu Und jetzt: Das Wetter.

  1. John Webster schreibt:

    Und wenn es nur noch eine Jahreszeit gibt, ist die Namensgebung für das Wetter dann nicht absolut überflüssig( obwohl mir „Ingerster“ sehr zusagt)?

  2. thededem schreibt:

    Das etwas überflüssig ist heißt ja nicht, dass es nicht existieren wird. Außerdem könnte man den Namen dazu verwenden, eine neue Zeitrechnung zu etablieren bzw. sich von dem System mit den vier Jahreszeiten abzugrenzen. Z.B.:
    „Wir befinden uns im Jahre vier seit Ingerster.“ oder „Die alten Jahreszeiten (Unterjahreszeiten) Frühling, Sommer, Herbst und Winter wurden ersetzt durch die Jahreszeit neuen Types (Überjahreszeit) Frmmbstntr.“

  3. bluttrinker schreibt:

    Wo das Schweigen bricht, ist entweder ein Aufklärer oder ein Folterer am Werk. Oder Smalltalk.

  4. Pingback: Oh, wie schön ist das Saarland | eulenzombie

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